Fotodienstleister: Drucken lassen oder selbst drucken?

Selbst drucken oder drucken lassen ? Bei der Flut der Bilder stellt sich die Frage, ob man sie online bei einem Fotodienstleister per Onlinedruck printen lässt, oder lieber selbst auf dem eigenen Fotodrucker ausgibt ?

Bilderflut selbst drucken vs Onlinedruckerei beim Fotodienstleister

Lohnt es sich, selbst zu drucken ?

Wenn man seine Fotos nicht gerade auf der Festplatte oder dem Handy verschimmeln lassen möchte, wird man sie vermutlich zu Papier bringe wollen. Dazu gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

Dabei hat man als (Ameteur-) Fotograf die Wahl, ob man seine Fotos selbst drucken möchte oder seine Motive online bei Dienstleistern drucken lässt.

Anspruch und Qualität beim Fotodienstleister

Die Druckqualität ist inzwischen äußerst hochwertig. Das gilt sowohl für den eigenen Fotodrucker zuhause wie auch für Fotodienstleister der Onlinedruckerei. So kommt die eigene Aufnahme auf dem passenden Papier entsprechend zur Geltung.

Dabei sind die Möglichkeiten, das eigene Bild zu Papier zu bringen oder auf ganz andere Materialien auszugeben, dank der gestiegenen Anzahl an Drucktechnologien und Anbietern enorm angewachsen: Es gibt Formate für alle Lebenslagen, es gibt Ausgabe auf Mauspads, Fototassen, Glasplatten und andere Medien – ich möchte hier aber nur die Ausgabe auf Papier behandeln.
Die Auswahl an Druckformaten ist umfangreich. Bei Dienstleistern ist sie praktisch grenzenlos (von 9×13 bis DIN A1) und es lassen sich verschiedenste Papiersorten wählen.

Zuhause dagegen druckt man mit Tinte auf Papier. Die Tinte ist in der Regel nicht wasserfest und hat nicht so eine lange Lebensdauer wie Fotopapier aus dem Labor.

Während man zuhause meist nicht die Wahl zwischen dutzenden Papiersorten hat und selbst gute Fotodrucker für Zuhause beim Format A3+ enden, haben hier die Dienstleister im Onlinedruck klar die Nase vorn.

Zeitfaktor

Es muss schnell gehen ?
Während man zuhause schnell mal ein paar Bilder druckt und diese sogar noch aushändigen kann, während der fotografierte Besuch noch am Tisch sitzt, dauert der Upload und anschließende Versand durch Dienstleister naturgemäß ein paar Tage.
Ist also der Zeitfaktor entscheidend, hat der Ausdruck auf dem eigenen Drucker die Nase vorn, wenngleich der Upload online schnell vonstatten geht.

Kosten des Fotodrucks

Möchte man auch zuhause vernünftig drucken, benötigt man einen Fotodrucker sowie entsprechendes Papier. Die Preise für Fotopapier sind je nach Angebot günstig, selbst wenn man das Papier des Druckerherstellers verwenden möchte. Von Canon kosten 100 Blatt Fotopapier glossy ca. 10€, also pro Blatt 10 Cent.

Dazu kommen Kosten für Fototinten, auch hier gilt: Teure Originaltinte des Herstellers macht das Drucken meist unerschwinglich, erst recht bei hohem Druckaufkommen. Während die Fotodrucker kaum noch etwas Kosten -kleine A4 Modelle sind teilweise für unter 100 € zu haben- wird bei der Tinte dann oft lebenslang zugeschlagen.

Auflage entscheidet:
Für einen sporadischen Fotodruck ab und zu ist der Fotodrucker daheim schnell und bequem. Für größere Druckaufträge ab 25 Bilder ist der Onlinedruck bei kleinen Bildern auf jeden Fall vorzuziehen. Schon bei einer Auftragsgröße von nur 25 Fotos sind die Fotodienstleister inclusive Versandkosten günstiger als der Eigendruck.

Bei Bildern ab A4-Größe (20×30) kann der Eigendruck wieder günstiger sein.

Bildkontrolle und Farboptmierung

Wie sieht es denn mit der Kontrolle über das eigene Bild aus ? Man bearbeitet die Fotos stundenlang in seiner Bildbearbeitungssoftware, und dann geht ein Drucker oder Dienstleister hin und “optimiert” die Farben alle zu Tode. Das ist leider die Realität.

Beim Fotodrucker: Hier kommt es auf den Treiber an. Trotz Kalibrierung werden die Bilder später kaum so aussehen wie auf dem Monitor, und erschwingliche Fotodrucker bringen auch nur selten Software für Farbmanagement mit.

Beim Dienstleister: Dienstleister bieten für anspruchsvolle Fotografen oft einen “Profibereich” an oder lassen in der Bestellsoftware einen “erweiterten Service” zu, oder nennen es “fortgeschrittene Einstellungen”. Gemeint sind hier ICC-Profile, die eine farbechte Wiedergabe ermöglichen. So gibt es später keine Überraschungen bei der Wiedergabe.
Beispiel: saal-digital.de

Wer nicht Lust auf Farbmanagement, Kalibrierung und ICC-Profile hat, der ist auch hier beim Dienstleister besser aufgehoben.

Auswahl an Druckern und Fotodienstleistern

Eigener Drucker: Es kann schwierig werden, den richtigen Drucker zu finden, denn im Bereich Fotodruck gibt es hunderte Modelle von klein bis groß, mit verschiedenen Tintensystemen, Farbechtheit und Verarbeitungsfähigkeit verschiedener Papiersorten.
Fragen Sie sich also immer: Was will ich drucken, wieviel will ich drucken, usw !

Onlineangebote: Professionelle Online-Fotodienstleister, die hochwertige digitale Fotodrucke bzw. Ausbelichtungen auf Fotopapier zum angemessenen Preis versprechen, gibt es inzwischen (leider) wie Sand am Meer. Wer keine Überraschungen erleben möchte, greift hier zu einem der großen marktführenden Onlinedruck-Anbieter wie Pixum, CEWE oder einer anspruchsvollen Profilösung wie Saal digital.

Die Qual der Wahl beim Fotodienstleister habe ich bereits woanders beschrieben.

Saal-digital.de ist mein Favorit beim anspruchsvollen Onlinedruck, egal ob einfache Fotoabzüge oder ganze Fotobücher. Zum Beispiel bietet Saal neben den verschiedensten Fotoprodukten, darunter so genannte High­end-Fotobücher, auch Fine-Art-Drucke auf Hahne­mühle-Papieren in vielen Formaten an und ist zudem «Hahnemühle Certified Studio».

CEWE als Marktführer bei Fotobüchern und Prints ist dagegen mehr auf die breite Masse ausgelegt, bekam bei einem Fotobuchtest von Stiftung Warentest Testurteil «gut».
Neben auch großformatigen Drucken auf verschiedensten Materialien wird eine riesige Auswahl individueller Fotoprodukte wie Kalender, Tassen, Textilien, Mauspads angeboten.

Entscheidungskriterien für den eigenen Drucker

Die Druckauflage ist der entscheidendste Punkt vor der Anschaffung !
Wann wird gedruckt, wie viel wird gedruckt, und bei welchen Anlässen ?
Die meisten Drucker lohnen sich für einen Fotografen nur dann, wenn er kleine Auflagen druckt und überwiegend Fotoprints auf Papier anfertigt. Alle anderen Artkel wie Mauspads oder Tassen lassen wich ohnehin nur online erstellen.

Will man Fine-Art-Papiere bedrucken, muss der Drucker auch dickere Materialien verarbeiten können.

Professionelle Fotodrucker kommen hauptsächlich von HP und Canon.
Epson möchte ich hier aufgrund mehrfach schlechten eigenen Erfahrungen ausdrücklich nicht empfehlen. Außerdem sind Epson-Drucker für ihre langatmigen Düsenreinigungen bekannt, die Unmengen an teurer Tinte verbrauchen, die dann verloren ist.

Canon hat für den Druck von Fotos bis zum Format A3+ mehrere Pixma-Pro-Varianten im Angebot. Hier sollte jeder fündig werden. → Der beste Fotodrucker für Fotografen

Fazit und Vergleich

 Selbst drucken
(eigener Drucker)
Drucken lassen
(Dienstleister)
Qualität++++
Auflage
(Bildzahl pro Druck)
1-20>20
Formatmeist A4, max. A3+A0
Zeitfaktor+++-
KostenDrucker
Fotopapier
Tinte
Strom
Einzelbildkosten
Versandkosten

Lesen Sie auch:

Der beste Fotodrucker für Fotografen
Das eigene Fotobuch