RAW oder JPG? Eine Gegenüberstellung Vorteile Nachteile

Die meisten Kameramodelle können zwischen Rohdaten (RAW) und Aufzeichnung als „entwickeltes“ Bild (JPG) umgeschaltet werden. Was sind die Unterscheide und Vorteile?

Wozu denn RAW als Rohformat ?

Nikon D5 kann RAW und JPG, beides hat Vorteile und Nachteile beim Unterschied
Alle gehobenen Kameras lassen die Wahl
zwischen RAW und JPG Format.

Als Standard-Bildformat, insbesondere in Consumerkameras für Amateure, wird oft nur JFIF („JPEG“) angeboten. Denn mit JPG Dateien ist alles einfach. Die Kamera liefert die fertigen Dateien, diese lassen sich sofort ausdrucken und weitergeben. Somit ist die Handhabung einfach, aber auch wenig individuell. Die Kamera hat das Bild kleingerechnet, denn JPG ist ein komprimiertes Format. Und die Komprimierung geht immer zulasten der Bildqualität!

Wenngleich andere Standard-Bildformate mitunter deutliche Vorteile bieten, müssen sie aber erst aus den von der Kamera gelieferten Bildinformationen erstellt werden. Jedoch kann sich das sehr lohnen!
Und hier kommt RAW ins Spiel.

Daher stellt sich die Frage immer wieder: Für wen eignet sich RAW und wieso muss man RAW Bilder immer bearbeiten ?

Gegenüberstellung RAW und JPG

Dabei hat jedes Format seine Vorteile und Nachteile. Im folgenden unterscheiden wir mal die Dateiformate in den Punkten Bildqualität, Dateigröße, Kompatibilität und Nachbearbeitung.

Bildqualität

RAW:

Durch Speicherung der Sensordaten mit 10, 12, 14 oder 16 Bit pro Pixel ist eine genauere Helligkeitsauflösung gegeben. Sämtliche vom Bildsensor erfassten Details bleiben vollständig erhalten. Kopien von RAW-Dateien bleiben qualitativ immer wie das Original. Bearbeitungsschritte werden separat gespeichert, nicht in der RAW Datei.

JPG:

Die große Fotoschule
Das Buch zum Thema!
Die große Fotoschule

8 Bit Farbtiefe bedeuten nur maximal 256 Abstufungen pro Farbkanal. Nachträgliche Tonwertkorrekturen erzeugen „Lücken“ im Histogramm, also Informationsverluste. Zusätzlich erzeugt die stets verlustbehaftete Kompression neben dem Verlust an Bilddetails besonders in kontrastschwachen Bereichen typische “Kompressionsartefakte”.
Somit muss deren Verstärkung bei folgenden Nachbearbeitungsschritten berücksichtigt und vermieden werden. Es ist wie bei einer Fotokopie einer Fotokopie einer Fotokopie. In der x-ten Generation der Kopie kann man praktisch nichts mehr lesen.

Dateigröße

Die RAW Dateien sind sehr viel größer als ihre JPEG-Äquivalente. Zumal sie bei den meisten Herstellern neben den Rohdaten noch zusätzlich das von der Kamera generierte JPEG-Bild als Vorschau enthalten. Dadurch dauert das Schreiben der Dateien folglich länger. Deswegen sind ein großer kamerainterner Puffer sowie eine hohe Schreibgeschwindigkeit notwendig, um im Raw-Modus eine akzeptable Serienbildgeschwindigkeit zu erreichen und über längere Zeit aufrechtzuerhalten.
Überdies helfen hier profesionelle Kameras und schnelle Speicherkarten.

Kompatibilität

Die Rohformate (RAW) der einzelnen Hersteller unterscheiden sich voneinander und sind nicht kompatibel. Sogar bei Modellen desselben Herstellers gibt es Unterschiede und Abweichungen. Daher ist spezielle Raw-Konverter-Software, entweder einzeln oder als Plugin in ein anderes Programm integriert, für die Verwendung notwendig. Auch wenn derzeit die meisten dieser Programme mit fast allen am Markt befindlichen Rohdatenformaten umgehen können, gibt es keine Garantie, dass dies jederzeit so bleiben wird. Allerdings wäre ein möglicher Ausweg die Verwendung eines dokumentierten, einheitlichen und herstellerunabhängigen Speicherformates (z. B. Adobes Digital Negative), ein anderer die vollständige und frei zugängliche Dokumentation der Rohdatenformate durch die jeweiligen Hersteller.

Nachbearbeitung

Rohdaten müssen stets nachverarbeitet werden, um angezeigt oder bearbeitet zu werden. Der Hauptschritt ist die Interpolation bzw. das Auflösen des Mosaik-Musters, sowie die Rauschunterdrückung. Diese Nachbearbeitung geschieht mittels Computersoftware auf dem PC/Mac des Fotografen, beispielsweise mit Lightroom.

Jedoch kann dieser Schritt dabei bedeutend mehr Zeit in Anspruch nehmen, als die kamerainternen Bildsignalprozessoren für den gleichen Schritt brauchen. Denn diese sind darauf programmiert und spezialisiert.

Was für wen ? RAW hat Vorteile und Nachteile.

Für Urlaubs- und Gelegenheitsfotografen, die ihre Bilder schnell teilen oder drucken möchten und sich nicht lange mit komplizierter Bearbeitung beschäftigen möchten, ist JPG das richtige Format.

Wer Spaß an Bildbearbeitung hat und jedem Bild das letzte Qualitätsquäntchen herauslocken will, für den eignet sich das kameraeigene RAW Format. Dieses muss anschließend in geeigneter Software bearbeitet werden.