Lohnt sich der Umstieg von Nikon F zu Z-Mount oder Canon?

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Die Verlockungen der spiegellosen Kameras lassen einen über einen Systemwechsel nachdenken. Wer wie ich eine Nikon mit F-Bajonett sein eigen nennt, überlegt vielleicht einen Umstieg zum spiegellosen Nikon Z Kamerasystem.

Wie sinnvoll ist ein Umstieg und Systemwechsel?

Im Grunde bin ich mit meiner D810 voll zufrieden. Ich habe alle Objektive, die ich für die Fotografie brauche, vermisse keine Funktionen und die Auflösung ist auch absolut ausreichend. Wenngleich die D810 etwas in die Jahre gekommen ist, benötige ich rein rational gesehen keine neue Kamera, und so wird es vielen Leuten gehen. Wenn da nur nicht der Reiz des Neuen wäre…

Systemwechsel Umstieg
Ein Systemwechsel will gut überlegt sein.
Nikon Z7 mit 14-30 Zoom
Nikon Z7 mit 14-30 Zoom und Z-Mount

Das neue spiegellose Z-System von Nikon hat einige schöne Neuigkeiten, die mich grundsätzlich interessieren. Nicht zuletzt der leise Verschluss mit einer Schussrate jenseits der Spiegelreflexkamera ist reizvoll. Auch die neuen Objektive mit bahnbrechenden Lichtstärken haben schließlich ihren Reiz. Ein neuer Autofokus mit Augenerkennung und mehr bringt zudem zusätzlich Kauflaune.
Aber lohnt sich ein Umsteigen aus fotografischer Sicht?

Ich rede hier gar nicht von den Kosten des Umstiegs, dazu komme ich später.

Ich würde bei einem radikalen Systemwechsel keinen FTZ-Adapter wollen, sondern mir native Z-Objektive zulegen. Mal davon abgesehen, dass die Objektive durch die Bank gar nicht lieferbar sind, müsste ich beim Umstieg auch Zubehör ersetzen. Da wären ein Telekonverter, Blitzgeräte, diverser Kleinkram wie Zwischenringe und so weiter. Im Grunde ist das Einzige, was einem nach einem Umstieg des Kamerasystems bleibt, das Stativ und ein Fotorucksack. Denn praktisch alles andere fällt dem Systemwechsel zum Opfer.

Kosten für den Systemwechsel

Und dann sind da noch die Kosten eines Umstiegs zum spiegellosen System:

Wenn man diese Kosten addiert, kommt man auf mehrere tausend Euro, die der Umstieg kostet. Aber mal angenommen, selbst die Kosten wären egal, gäbe es dann Vorteile? Immerhin sind die spiegellosen Modelle ja hochgelobt wegen ihrer Größe.

Die beliebtesten Nikon Z Kameras

Wozu eine kleine Kamera und große klobige Z-Objektive?

Was nutzen aber die kleinsten Kameras bei großen Händen? Nichts, richtig. Aber dazu gibt es Batteriegriffe, die die kleinen Kameragehäuse für große Männerhände benutzbar achen. Außerdem liefern sie noch Strom für den energiehungrigen elektronischen Sucher. Es bleiben dafür noch die fummeligen Knöpfe, die mit Handschuhen kaum noch bedienbar sein dürften.
Und was ist mit der Baugröße der Objektive? Das ist leider, zumindest bei dem Hersteller mit dem gelben Logo, ein zusätzliches Manko. Der Batteriegriff MB-N11 für die Z-Serie kostet übrigens 425,13 €, das ist einfach lächerlich.

Die Frage muss doch lauten: Was nutzen die kleinen Kameras, wenn die Objektive dafür groß und klobig sind? Wenn wir uns mal im nachfolgenden Bild die Nikon Z7 ansehen, würde man auf ein Objektiv von 100 bis 135mm tippen. Zu sehen ist aber das Standardobjektiv 50mm f/1.8! Bei Canon dagegen ist die Größe annehmbar und wie bei einem Standardobjektiv gewöhnt.

Vergleich Canon EOS RP und Nikon Z7 Umstieg
Vergleich Canon EOS RP und Nikon Z7 II (Z-Mount) , jeweils mit 50 mm f/1.8 Objektiv (c) camerasize.com

Vergleich von 50mm Objektiven Nikon Z und Canon EOS RF

Komisch ist, dass die neuen Z Objektive nicht nur sauteuer, sondern auch noch klobig und schwer sind. Was die Kamera an Gewichtsersparnis haben mag, wird vom schweren großen Objektiv wieder überkompensiert.

Sehen wir uns mal das kleinste und leichteste Objektiv überhaupt an, ein 50mm f1.8.

Während Canon hier preislich im Rahmen eines 50mm Objektives bleibt, ruft Nikon mit mehr als dem Doppelten einen richtigen Wucherpreis auf. Kein Wunder, dass das Z-System nicht in die Gänge kommt. Dazu kommt das Gewicht und die Größe: Während Canon hier sein 50mm f/1.8 mit der gleichen Größe wie geohnt anbietet, ist der Nikon Brocken nicht nur extrem schwer, sondern auch sehr unhandlich. Warum nur?

Bezeichnung
Nikon Z
Nikon NIKKOR Z 50 mm 1:1,8 S Objektiv
Canon RF
Canon Objektiv RF 50mm F1.8 STM für EOS R (43mm Filtergewinde, Festbrennweite, präzise Fokkusierung durch STM-AF-Motor, Vollformat, asphärische Linse), schwarz
Bild
Nikon NIKKOR Z 50 mm 1:1,8 S Objektiv
Canon Objektiv RF 50mm F1.8 STM für EOS R (43mm Filtergewinde, Festbrennweite, präzise Fokkusierung durch STM-AF-Motor, Vollformat, asphärische Linse), schwarz
Anschluss
Nikon Z
Canon RF
Gewicht
650g
160g
Größe (Länge)
86 mm
40,5 mm
Filterdurchmesser (mm)
62
43
Preis
529,00 €
225,00 €
Nikon Z
Bezeichnung
Nikon NIKKOR Z 50 mm 1:1,8 S Objektiv
Bild
Nikon NIKKOR Z 50 mm 1:1,8 S Objektiv
Anschluss
Nikon Z
Gewicht
650g
Größe (Länge)
86 mm
Filterdurchmesser (mm)
62
Preis
529,00 €
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Canon RF
Bezeichnung
Canon Objektiv RF 50mm F1.8 STM für EOS R (43mm Filtergewinde, Festbrennweite, präzise Fokkusierung durch STM-AF-Motor, Vollformat, asphärische Linse), schwarz
Bild
Canon Objektiv RF 50mm F1.8 STM für EOS R (43mm Filtergewinde, Festbrennweite, präzise Fokkusierung durch STM-AF-Motor, Vollformat, asphärische Linse), schwarz
Anschluss
Canon RF
Gewicht
160g
Größe (Länge)
40,5 mm
Filterdurchmesser (mm)
43
Preis
225,00 €
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Canon hat beim Umstieg die Nase vorn mit spiegellosen Kameras

Wenn also ein Wechsel des bisherigen Nikon F Bajonetts anstünde, dann nicht Umstieg zu Nikon, sondern zum spiegellosen Canon RF. Denn die Canon Objektive sind nicht nur optisch attraktiver – man denke an das 28-70mm f/2.0 – sondern auch preislich und was die Größe angeht.

Canon EOS R
Canon EOS R, spiegellose DSLM

Warum? Weil das Nikon Z System, so wie es heute ist, leider nicht konkurrenzfähig ist. Die Kameras bieten einfach weniger als die Pendants der Konkurrenz. Am Beispiel des 50mm Normalobjektivs und seiner Größe sieht man, was man sich bei einem Umstieg einhandelt: Kein Gramm weniger in der Fototasche, im Gegenteil. Dazu gibt es kaum lieferbare Objektive, was bei Canon RF jedoch ähnlich ist. Im Gegensatz zu Nikon bringt Canon allerdings ein Objektiv nah dem andeten auf den Markt, große lichtstarke Teleobjektive werden in Kürze folgen.

Und bessere Bilder macht man mit einem Umstieg zu einem spiegellosen System auch nicht. Also investiert man doch lieber in Bücher und verbessert seine fotografischen Fähigkeiten, spiegellos hin oder her. Das hilft allemal mehr als ein Systemwechsel.
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