TFP Shooting – Was es bringt und was Du beachten musst

TFP: Amateurfotograf trifft Amateurmodel. Was ist ein TFP Shooting ? Im Grunde handelt es sich bei einem tfp-Shooting um eine unverbindliche Verabredung von Fotograf und Model. Das bringt jedem etwas: Dem Fotograf Bilder für sein Portfolio und dem Model kostenlose Abzüge. Wir beleuchten hier die Vorteile und Nachteile von TFP Shootings und wann Du es besser lässt.

TFP-Shooting Model Amateur
Amateurfotograf trifft Amateurmodel © Averie Woodard

Was heißt TFP-Shooting?

Die Bezeichnung ist eine Abkürzung für time for prints (englisch, kurz: TFP, auch time for pictures). Sie steht in der Fotografie für eine Vereinbarung zwischen einem Fotomodell und einem Fotografen. Dabei erhält das Modell keine Gage, sondern wird mit den Resultaten Deiner Fotosession für seine Dienste entlohnt. Der Fotograf wird also die Abzüge nach dem TFP-Shooting ans Model verschenken.

Porträt mit Seitenlicht
TFP Shooting mit Amateur-Modell

Ein TFP-Shooting ist also ein Fotoshooting, das nicht finanziell kompensiert wird, sondern als Dienstleistungsgeschäft. Jeder spendet seine Zeit – Models, Stylisten und Fotografen – und alle Beteiligten können die resultierenden Bilder für ihre eigenen Zwecke oder zum eigenen Vorteil verwenden. Der Schlüssel zu TFP-Shootings ist, dass alle Parteien innerhalb der Zusammenarbeit den gleichen Nutzen erhalten. Meistens bedeutet dies, dass der Fotograf die Bilder verwenden kann, um für seine Fotodienste zu werben. Stylisten können sie ihrem Portfolio hinzufügen und Werbung schalten. Das Modell kann die Bilder auch verwenden, um mehr Aufträge zu bekommen.

Generell eignen sich TFP-Shootings gut für den Aufbau von Portfolios, die Ausbildung, die Verwirklichung einer persönlichen Zusammenarbeit sowie für eine echte Bekanntheit und die Hinzufügung von Lebensläufen und für die Erhöhung der Glaubwürdigkeit.

Klassischerweise sind dies Papierabzüge (engl.: prints) der Fotos, die im Rahmen der Aufnahmen entstanden sind. Seit dem Einzug der Digitalfotografie ist auch der Begriff TFCD (time for cd) gebräuchlich. Hierbei werden die Bilder in digitaler Form dem Modell weitergegeben.

Wann und warum ist diese Form die richtige?

TFP Shootings sind wahrscheinlich das umstrittenste Thema in der Fotografie. Dabei ist das Thema so alt wie jede andere Preisdebatte. Es gibt jedoch mehrere gute Gründe, TFP Aufnahmen in Betracht zu ziehen. Allerdings gibt es auch ebenso einige gute Gründe, über den Vorschlag zu lachen.

TFP time for prints Model Amateurmodel
Amateurmodel © Atikh Bana

Jeder künstlerische Beruf erfordert eine Bezahlung. Soweit ist das nicht anders als bei anderen Berufen. Wenn der Beruf aber ein Hobby ist? Und das Hobby auch noch Spaß macht? Dann möchte das Model Dich als Fotografen nicht auch noch bezahlen. Schließlich bist Du ja Deinem Hobby nachgegangen, heißt es dann. Du solltest Dich bedanken müssen. Aber so einfach geht es natürlich nicht.

Entsprechend möchtest Du als Fotograf das Model nicht bezahlen, außer es handelt sich um ein professionelles Shooting mit einem Berufsmodel. Die Vereinbarung von TFP, also time for prints, ist somit ein guter Kompromiss für Fotograf und Model.

Aus rechtlichen Gründen sollte auch bei TFP ein Modelvertrag erstellt und unterschrieben werden.

Wann solltest Du auf time for prints verzichten?

Ein TFP Shooting ist also ein Fotoshooting, das nicht monetär, sondern als Dienstleistungsgeschäft vergütet wird.

Jeder spendet seine Zeit – Models, Stylisten und auch der Fotograf. Und alle Beteiligten können die Bildergebnisse für ihre eigenen Zwecke oder zum eigenen Vorteil verwenden.

Kritiker meinen, das sei alles nur eine originelle Art zu sagen, dass das Team kostenlos arbeiten wird. Und dazu das Model aber Bilder erhält mit der Erlaubnis, sie zu verwenden.

In den meisten Fällen bedeutet dies, dass der TFP Fotograf die Bilder verwenden kann, um für seine Fotodienste zu werben. Stylisten können sie in ihr Portfolio aufnehmen und werben. Das Modell kann die Bilder auch für weitere Werbung verwenden.

Der Schlüssel zu TFP Shootings ist, dass alle Parteien innerhalb der Zusammenarbeit den gleichen Nutzen haben.

Generell sind TFP Shootings gut für den Portfolioaufbau, die persönliche Zusammenarbeit sowie für die Erhöhung der Glaubwürdigkeit. Und natürlich spart jede Seite Geld dabei.

Goldene Stunde Portrait
Goldene Stunde Portrait

Vorteile

TFP Shooting Fotografieren Model
TFP time for prints © Dom Hill

Wenn Du (noch) kein solides Portfolio oder überhaupt kein Portfolio hast, sind TFP Fotositzungen eine hervorragende Möglichkeit, dieses schnell zu erstellen. Portfolios sind für Fotografen schließlich von größter Bedeutung. Es sollte daher eines Deiner Hauptanliegen als Fotograf sein, ein aktuelles Portfolio oder eine Bildermappe zu haben. Du wirst wahrscheinlich mehrere TFP Shootings machen müssen, wenn Du gerade erst anfängst.

Der pädagogische Aspekt von TFP geht Hand in Hand mit dem Portfolioaufbau. TFP Shootings sind eine großartige Möglichkeit, um zu lernen, etwas Neues auszuprobieren und mit Deinem Handwerk zu experimentieren.

Du möchtest schließlich nicht unvorbereitet an einem Kundenshooting teilnehmen. Und ein zahlender Kunde sollte auch nicht Dein Versuchskaninchen sein.

Nachteile

“Wat nichts kostet, ist auch nichts.”

Kölner Sprichwort

Es gibt aber ein Problem, wenn Du in der Stadt als TFP Fotograf bekannt wirst, der einige außergewöhnliche Arbeiten ohne Bezahlung anbietet. Du erhältst Angebote von links und rechts und alle reden von “Zusammenarbeit”. Das bedeutet, dass Du diese Arbeit kostenlos erledigen sollst, weil man sie braucht, aber nicht dafür bezahlen möchte.

Wenn Du diesem Druck nachgibst, entwertest Du den Wert Deiner eigenen Arbeit.

Modelvertrag nicht vergessen

Auch wenn es sich bei einem tfp-Shooting am Ende um ein kostenloses Vergnügen handelt, bei dem Du die Fotos ans Model verschenken wirst: Ein VTFP Vertrag ist wichtig. Hierin legen Fotograf und Model fest, wozu die Bilder aus dem Shooting verwendet werden dürfen, ob sie ausgestellt oder z.B. zu einem Fotowettbewerb gesendet werden dürfen. Auch dass es sich überhaupt um ein kostenloses Shooting handelt, sollte man festhalten. Die Basis sind schließlich die Abzüge als Gegenleistung.
Wir haben hier einen Modelvertrag / Model Release zum kostenlosen Download.

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Andreas Volz
Gründer von Webdigital und Fotograf seit Jugendzeit. Ich hatte meist Nikon-Kameras. Angefangen mit Nikon F3, F4 und F5 kam ich mit einer D1 ins digitale Fotozeitalter. Es folgten D2H, D3 und D810. DSLR faszinieren mich genau so wie spiegellose Modelle.

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