Babys und Bellys fotografieren (Buch)

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Rezension zum Buch „Babys und Bellys“. Hier geht es um die Fotografie von Babys, Bauch und Neugeborenen, erschienen im Rheinwerk Verlag. Zielgruppe sind Fotografen.

Hier geht es um das Fotografieren von Babys, sei es im Freien, zuhause oder im Studio. Das Buch richtet sich primär an Fotografen, nicht so sehr an werdende Mütter oder junge Eltern.

Aus diesem Grund geht es in dem Buch sofort los mit dem richtigen Einstieg in Kundengespräche. Aus Sicht des Fotografen wird erläutert, was wichtig ist. Somit ist das Buch von Fotografen für Fotografen geschrieben.

Babys und Bellys fotografieren
Babys und Bellys fotografieren

Aber es gibt ein paar Überraschungen, so viel sei schon mal verraten.

Babys und was? Bellys?

Wer nicht weiß, was Bellys sind, dem geht es so wie mir. Dabei ist Belly das englische Wort für deutsch: Bauch.

Der Plural bellies wurde in Anlehnung an Babys wohl bewusst mit y geschrieben. Außerdem wurde es groß geschrieben, wobei es im Englischen keine Großschreibung in dieser Form gibt.

Wie auch immer, nachdem das englische Bellys also für Bauch bzw. Babybauch steht, können wir uns statt mit dem Wörterbuch mit dem Bauch-Buch aus dem Rheinwerk Verlag zur Fotografie beschäftigen.

Aus dem Inhalt

  • Shootings planen und vorbereiten
  • Den optimalen Zeitraum nutzen
  • Kleidung, Props und Accessoires
  • Vorteilhafte Posen und Perspektivenin der Schwangerschaft
  • Fotografieren on location und im Studio
  • Natürliches Licht unterstützen und lenken
  • Inspirierende Bildstrecken
  • Einzel-, Paar- und Familienporträts
  • Posen für Neugeborene
  • Basisausrüstung und sinnvolles Zubehör
  • Bildbearbeitung und Präsentation
  • Schwangerschafts- und Neugeborenenfotografie als Beruf

Babys fotografieren für Fotografen

Das Buch wendet sich mit seinen 300 Seiten an Fotografen mit Schwerpunkt Babyfotografie. Die Zielgruppe ist somit recht eng gefasst. Es ist kein Ratgeber für Eltern, die ihre Fotofähigkeiten verbessern möchten.

Dabei gliedert sich das Werk in 6 Teile mit jeweils verschiedenen Unterkapiteln. So widmet sich das erste Kapitel den „Bellys“, also dem Bauch vor der Geburt. Verschiedene Tipps zum Umgang mit Schwangeren und ein Leitfaden fürs Vorgespräch mit der schwangeren Kundin erleichtern den Einstieg für Fotografen. Eine Checkliste für das Vorgespräch ersetzt die Ausrüstungstips, denn Tipps zur Kameratechnik wie Belichtung und Schärfe sucht man hier zunächst vergebens – gut so!

Den richtigen Umgang mit der Kamera vorausgesetzt, geht es chronologisch richtig zur Neugeborenenfotografie. Hier geben die Autorinnen Tipps zur besten Uhrzeit, den besten Posen und der richtigen Atmosphäre. Der Zeitraum „Neugeboren“ wird hier mit 12 Monaten angegeben. Eine Checkliste für den Fotografen ist wieder mit dabei.

Was schließt sich an? Natürlich die Babyfotografie, also der Zeitraum ab dem 12. Lebensmonat. Das Baby hat bereits so etwas wie einen eigenen Charakter und kann durchaus Spaß am Shooting haben, wie die Bilder im Buch beweisen.

Gut gefällt mir übrigens, dass sich an jedes Kapitel Motivideen anschließen. Hier werden professionelle Beispielfotos vom Setup bis zur Ausführung erklärt. Alle Bilder im Buch beinhalten dazu die Belichtungsdaten wie Objektiv, Zeit, Blende, ISO.

Babys Bellys
Leseprobe Babys und Bellys
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Bildbearbeitung und Fototechnik

Hier ist das Buch jedoch noch nicht zu Ende, denn es folgt noch ein Buchteil „Bearbeiten und Präsentieren“.

Wenngleich die Zielsetzung des Buches „Babys und Bellys“ nicht das Lehren sämtlicher Photoshop-Kniffe ist, zeigt das Kapitel überflüssigerweise ein paar Basiskorrekturen in Lightroom. Diese sehr auf Amateurniveau gehaltenenen Tipps wollen so gar nicht zur Zielgruppe der kommerziellen Babyfotografen passen. Außerdem zeigt der „Workflow“ mit Weißabgleich, Belichtungskorrrektur und Tiefenaufhellung nichts, was nicht bei anderen Motiven ebenso gemacht würde.

Nach ein paar ebenfalls sehr allgemein gehaltenen Hinweisen auf die Notwendigkeit von Datensicherungen geht es zum Präsentieren der Fotos auf Papier, beispielsweise auf Karten oder in einem Fotobuch. Allein zum Thema Fotobuchgestaltung gibt es aber ganze Bücher, sodass diese Hinweise sowohl unnötig sowie auch wenig ausführlich ausfallen.

Ein Muster für einen Modelvertrag wäre dagegen hilfreich für die Leser gewesen.

Tipps an der Zielgruppe vorbei

Nachdem das Baby also geboren wurde und beim Lesen virtuell mitgewachsen ist, sind alle Bilder im Kasten. Nachdem nun auch die Präsentation gelaufen ist, kommt nun das Kapitel zur… na?……. zur nötigen Fotoausrüstung! Hmm? Ja! Das ist kein Witz!
Was man sich bei dieser Reihenfolge gedacht hat, wissen wohl nur die Autorinnen.

Jetzt philosophiert man in Kapitel 5 über die geeigneten Kameraeinstellungen und erklärt auf Seite 275 endlich, dass man mit der Wahl der Blende den Schärfebereich steuern kann – wer hätte das gedacht? ich muss zugeben, dass das für einen kleinen Lacher bei mir gesorgt hat. Erstens ist der Zeitpunkt im Buch viel zu spät, zweitens kennt jeder Profi die geschilderten Weisheiten.

Immerhin, passend zur Zielgruppe der professionellen Babyfotografen wird das Buch am Schluss mit einem Kapitel zur Selbständigkeit abgerundet. Hier geht es ums Thema Geld verdienen, freiberufliche Tätigkeit und Gewerbesteuer. Auch Werbung und Social Media dürfen für den „Babys und Bellys“ Berufsfotografen nicht fehlen.

Fazit

Obwohl die Zielgruppe für das Buch klar definiert ist, werden Kameraeinstellungen auf Anfängerniveau beschrieben. Auch die Tipps zur Bildbearbeitung sind so allgemein wie überflüssig für Berufsfotografen. Daher lautet mein Credo leider, nur die erste Buchhälfte zum eigentlichen Thema zu lesen.

Wäre „Babys und Bellys“ ein Buch rein für Eltern, wäre es eines der besten Bücher mit Fototipps, die werdende Mütter und Väter kaufen könnten. Dann müssten jedoch das Kapitel zur Selbständigkeit sowie die Checklisten für Kundengespräche raus genommen werden.
Wäre es dagegen ein Buch rein für Fotografen, könnte man die allgemeinen Tipps zu Fotoausrüstung, Belichtung und Bearbeitung ersatzlos streichen und sollte dafür mehr Erfolgstipps geben.
So ist es leider nichts Halbes und nichts Ganzes. Mein Fazit, so wie das Buch nun ist, lautet daher:

Wer in der Babyfotografie starten möchte und Motivtipps, Posen und Anleitung sucht, ist hier gut aufgehoben.

  • Viele Tipps an der Zielgruppe vorbei
  • Kapitel zu Bildbearbeitung zu allgemein

Die Webdigital Bewertung

Rezension

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Die Autorinnen

Marion Hassold ist professionell ausgebildete Fotografin. Seit Beginn ihrer Selbstständigkeit fotografiert sie neben Imageporträts für Selbstständige mit Herz und Leidenschaft Schwangere, Neugeborene, Babys und Familien in ganz Deutschland.

Barbara Schuckmann ist selbstständige Fotografin und hat sich auf die emotionale Neugeborenen- und Familienfotografie spezialisiert. Mit großer Leidenschaft, viel Feingefühl und Herzblut gelingt es ihr, wertvolle Momente in Bildern festzuhalten.

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