Blende in der Fotografie: Einfach erklärt

Die Blende steuert das Licht in der Fotografie und ist genau so wichtig wie Brennweite, ISO und Verschlusszeit . Wir zeigen die Zusammenhänge beim Fotografieren in diesem Artikel.

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Was bringt dir die Blende im Objektiv in der Fotografie? Lies hier, wie du mit der richtigen Blendenstufe und Blendenöffnung deine Fotos verbesserst, die Schärfentiefe regelst und die Belichtungszeit steuerst.

Was ist die Blende?

Die Blende in der Fotografie ist im Grunde ein Loch im Objektiv deiner Kamera, das Licht durchlässt. Ähnlich wie die Pupille im menschlichen Auge lässt sie je nach Einstellung mal mehr oder weniger Licht durch. Man spricht hier daher auch von Blendenöffnung.

Blende Schärfentiefe
Geringe Schärfentiefe durch große Blendenöffnung löst das Motiv vom Hintergrund

Im Objektiv gibt es dazu mehrere Lamellen, die in der Optik auch als Blendenlamellen bezeichnet werden. Werfen wir einen Blick in das Innere eines Kameraobjektivs.

Blende im Objektiv Fotografie
Lamellen in einem 50mm Objektiv

Diese Lamellen bilden ein kleines, fast kreisförmiges Loch. Du kannst sie nach Belieben öffnen und schließen und so die Blendenöffnung verändern. Wenn diese ganz geöffnet ist, kommt maximal viel Licht durchs Objektiv. Diese Maximalblende wird aufs Objektiv geprägt und nennt sich Lichtstärke. Im Bild ist das f/1,4 oder 1:1,4.

Das ist ein wichtiges Konzept in der Fotografie! Oft hörst du vielleicht andere Fotografen über große oder kleine Blenden sprechen. Sie sprechen dann darüber, dass sie die Lamellen für ein bestimmtes Foto „abblenden“ (schließen) oder „öffnen“ (weiten). Die Blendenzahl (1.4) gibt also Aufschluss über das Maß der Blendenöffnung.

Was ist eine Blendenstufe?

Dieses wichtige Konzept von Blendenzahl und Blendenöffnung ist wichtig in der Fotografie, weil die geamte Bildwirkung darüber gesteuert wird. Wird die Blendenöffnug kleiner, gelingt weniger Licht durchs Objektiv.

Ganz theoretisch: Die Blendenzahl, die auch als f-Zahl bezeichnet wird, ist das Verhältnis der Brennweite des Objektivs zum Durchmesser der Eintrittspupille. Keine Sorge, wenn du das nicht verstanden hast. Denn es gibt eine viel einfachere Erklärung dafür für Anfänger. In sehr einfacher Sprache ist sie die Zahl, die deine Kamera anzeigt, wenn du die Größe der Blendenöffnung änderst.

Vielleicht hast du das schon einmal an deiner Kamera gesehen. Auf dem LCD-Bildschirm oder im Sucher der Kamera sieht die Einstellung wie folgt aus: f/2.8, f/4, f/5.6, f/8, f/11, und so weiter. Manchmal wird die Angabe auch ohne Schrägstrich angezeigt, wie z.B. f2.8, oder mit einem großen „F“ vorne, wie z.B. F2.8, was genau dasselbe bedeutet wie f/2.8. Dies sind nur Beispiele für verschiedene Blendenwerte, und du magst auch auf viel kleinere Zahlen wie f/1.2 oder viel größere wie f/64 stoßen.

Die Blendenzahl wird in f-Zahlen beschriftet. Warum wird die Kamerablende als f-Zahl geschrieben? Was bedeutet so etwas wie „f/8“ überhaupt?

Eigentlich ist dies das Wissenswerteste über die Blende: Sie wird als Bruch geschrieben.

Blende
Anzeige am Objektiv:
Blendenzahl Maximalblende (=Lichtstärke)

Du musst dir eine Angabe von f/8 als den Bruch 1/8 (ein Achtel) vorstellen. Eine Angabe von f/2 entspricht 1/2 (eine Hälfte). Eine von f/16 ist 1/16 (ein Sechzehntel). Und so weiter. Sicher weißt du, wie Brüche funktionieren. Eine 1/2 Tasse Zucker ist viel mehr als eine 1/16 Tasse Zucker. Ein 1/4-Pfund-Burger ist größer als ein 1/10-Pfund.

Eine große Blendenöffnung bedeutet eine kleine Blendenzahl.
Eine kleine Blendenöffnung bedeutet eine große Blendenzahl.

Nach der gleichen Logik ist eine Blende von f/2 viel größer als eine von f/16.
Sieh dir das folgende Diagramm an, das verschiedene Öffnungsgrößen zeigt, um es zu verstehen:

Blendenstufen
Verschiedene Blendenzahl-Einstellungen für die Fotografie.
Eine große Zahl (f/22) bedeutet dabei Fotografieren mit kleiner Blende.

Welche Auswirkungen hat die B-öffnung / B-zahl auf deine Fotografie?

Wie zu erwarten, gibt es Unterschiede zwischen Fotos, die mit einer großen Blendenöffnung aufgenommen wurden, und Fotos, die mit einer kleinen aufgenommen wurden. Die Einstellung hat einen direkten Einfluss auf die Helligkeit eines Fotos, wobei größere mehr Licht in die Kamera lassen als kleinere. Das ist jedoch nicht das Einzige, was die Einstellung beeinflusst.

Blende
Die Blende entscheidet über die Schärfentiefe im Bild: Je kleiner, desto mehr Schärfe.
Bild mit Weitwinkel-Brennweite, kleiner Blende (f16) und langer Belichtungszeit

Die andere, wichtigere Auswirkung ist die Schärfentiefe – der Bereich deines Fotos also, der von vorne bis hinten scharf erscheint. Diesen Punkt kannst du dir bei der Bildgestaltung zunutze machen. Schließlich möchtest du nicht immer, dass dein Foto von vorne bis hinten scharf ist. Gerade bei Porträts möchtest du in der Regel einen unscharfen Hintergrund, der nicht vom Model anlenkt.

Je weiter die Blendenöffnung ist (z.B. f/2), desto mehr Licht gelangt durchs Objektiv. Die Schärfentiefe ist in diesem Fall sehr klein, die Schärfe erstreckt sich nur über einen kleinen Bereich. Beim Abblenden (z.B. Blende f/16) wird der Bereich der Schärfentiefe größer und erstreckt sich von Vordergrund bis Hintergrund. So kannst du in der Fotografie den Schärfebereich selbst durch die Blende steuern.

Brennweite und Belichtungszeit haben auch noch einen Einfluss auf die Blende, das beschreiben wir jedoch bei Belichtungszeit. Grundsätzlich gilt: Objektive mit längerer Brennweite sind lichtschwächer. Die Schärfentiefe nimmt dort bei gleicher Blende ab. Teleobjektive haben ab 300mm meist nur eine maximale Blende von f/4.

Landschaftsfotografie Schärfentiefe
Schärfentiefe in der Fotografie: Scharf von vorne bis hinten. Blendenzahl:16
Fotografieren mit kleiner Blende macht das Bild scharf von Vordergrund bis Hintergrund.

Schärfentiefe beeinflussen

Mädchen fotogen
Unscharfer Hintergrund beim Motiv durch Blende f/2.8
Dadurch erhält der Sensor viel Licht.

Das Einstellen der Blende ist eines der besten Werkzeuge beim Fotografieren. Du kannst und musst sie einstellen, indem du den Blendenprioritätsmodus oder den manuellen Modus deiner Kamera wählst. Dadurch hast du in beiden Fällen die freie Hand bei der Wahl. Deshalb fotografiere ich immer nur in diesem Modus (auch Zeitautomatik genannt) oder im manuellen Modus!

Quiz: Welche Blende ist größer – f/8 oder f/22?
Die Antwort auf diese Frage kennst du bereits, denn die Angabe ist ein Bruch.
Es ist daher 1/8 größer als 1/22. Also ist f/8 die größere. Eigentlich ist es einfach, wenn man es einmal verstanden hat.

Wenn dir also jemand sagt, du sollst eine große Blende zu Fotografieren verwenden, empfiehlt er eine Zahl wie f/1,4, f/2 oder f/2,8. Wenn die dagegen jemand sagt, du mögest eine kleine Blende verwenden, empfiehlt er eine Blende wie f/11 oder f/16 oder f/22.

Wofür steht das „f“?

Viele Fotografen stellen mir eine interessante Frage: Wofür steht das „f“ in der Angabe der Blende, wie f/8?

Ganz einfach, das „f“ steht für „Brennweite“. Wenn du die Brennweite in den Bruch einsetzt, erhältst du damit den Durchmesser der Lamellen in deinem Objektiv.

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Schärfentiefe – wann Du sie wie in der Fotografie einsetzt

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