Lohnt sich das Drucken zu Hause? Wichtige Fakten.

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Lohnt sich das Drucken zu Hause trotz der ganzen billigen Online- Druckdienste und Labore? Wir beleuchten die Kosten von Drucker, Tinte und Papier. Wo druckt man am günstigsten?

Lohnt es sich noch, zu Hause zu drucken?

Würde es dich schockieren, wenn du wüsstest, dass ein Kleinwagen und ein Eimer Druckertinte ungefähr dasselbe kosten? Wer zu Hause druckt, wird auch feststellen, dass ein Eimer Tinte ziemlich weit reicht.

Rein rechnerisch verbraucht ein Canon Pro-1000 etwa einen Milliliter Tinte für ein A3-Blatt. Das entspricht circa 80 Cent, Originaltinte vorausgesetzt. Die wahren Kosten des Druckens liegen jedoch im Fotopapier. Für ein Blatt A3-Papier kannst du zwischen 0,50 € und fast 6 € für ein schweres Papier von Hahnemühle ausgeben.

Bedienpanel eines Canon imagePROGRAF
Bedienpanel eines Canon imagePROGRAF

Trotz der Kosten gibt es viele Vorteile des Druckens zu Hause. Zunächst einmal ist es eine Möglichkeit, sich wieder mit der greifbaren, physischen Natur der Fotografie zu verbinden. Für meine Eltern war das Fotografieren der Akt, einen Moment in eine zeitlose Erinnerung zu verwandeln. Heute verlieren wir uns leider immer mehr in der digitalen Ablenkung. Der Wettbewerb um Klicks und Likes überholt dabei die Langlebigkeit. Deine besten Fotos sollten aber nicht nur auf einer Festplatte liegen!

Das Ausgeben von Bildern zuhause ermöglicht es dem Betrachter, innezuhalten. Zu schauen, nachzudenken und die Intention des Fotografen einzuatmen. Die digitale Betrachtung von Fotos dagegen ist wie Tinder für Kunst. Man wischt nach links und drückt gedankenlos auf „Gefällt mir“.

Vorurteile gegenüber dem Drucken zu Hause

Trotz dieser Tatsachen glauben viele Fotografen, dass das Drucken zu Hause eine lästige Angelegenheit sein könnte. „Es ist unkomplizierter und billiger, es von einem Dienstleister machen zu lassen“, ist eine häufig gehörte Meinung.

Ja, es gibt eine Lernkurve beim Drucken zu Hause. Aber wie bei jeder neuen Fähigkeit besteht ein Teil des Vergnügens in diesem Lernprozess. Es wird dein Wissen erweitern. Erfahrung und Experimente gehören dazu.

Der Kostenaspekt

Kommen wir nun zu den Kosten. Theoretisch kann die Nutzung von Fotolaboren teurer sein als das Drucken zu Hause. Schließlich musst du Material des Labors und die Gewinnspannen bezahlen. Zu Hause hast du nur das Material und deine eigene Zeit. Das ist aber nur die Hälfte der Geschichte.

Wenn wir zu Hause drucken, müssen wir auch den Drucker kaufen und einen Platz für ihn finden. Und dann sind da noch die Kosten für die Lernkurve. Also musst du akzeptieren, dass du beim Experimentieren viel Tinte und Papier verbrauchen wirst.

Drucken zu Hause
Tinte satt beim Megatank Canon Pixma G650

Deine Papierkosten werden die höchsten Ausgaben sein, gefolgt von der Tinte, also fang vielleicht mit einigen weniger teuren Papieren an. Das Canon Fotopapier GP-501 glänzend weiß – 10x15cm ist ein Papier, das mir in den Sinn kommt. Für unter 10 € bekommst du 100 Blatt Fotopapier in bester Qualität. Und im Amazon Spar-Abo gibt es noch Rabatte dazu.

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Die Hersteller wenden leider immer noch das Rockefeller Prinzip an. Rockefeller verschenkte Öllampen, um dann anschließend das Öl teuer zu verkaufen. Genau so ist es bei den Herstellern, die einen günstigen Drucker anbieten, weil sie wissen, dass sie das Geld später (über die Tinte) verdienen werden.

Grundsätzlich gilt: Je kleiner der Drucker ist, desto teurer ist die Tinte. Deshalb ein Tipp: Nimm immer den größten Drucker, den du dir leisten kannst.

Die Tinte des Canon Pro-300 ist zum Beispiel teurer als die des Pro-1000. Wenn du den Pro-1000 viel benutzt, kannst du die Kosten auf etwa die Hälfte pro ml senken. Dafür kostet der Pro-100 bei der Anschaffung aber mehr – was sich bei regem Gebrauch durchaus rechnet.

Was die Druckerhersteller sagen

Die Hersteller müssen das Problem der hohen Tintenkosten lösen. Die beiden Großen der Branche, Canon und Epson, haben dazu nachfüllbare Tanks entwickelt. Epson nennt seine EcoTank Serie.

Ein EcoTank-Gerät hat einen großen Tintentank, den du mit Tintenflaschen statt mit Patronen befüllst. Das bedeutet, dass du sowohl Geld als auch Zeit sparst, da du die Patronen nicht so häufig wechseln musst. Im Grunde genommen sagt Epson, dass es günstiger ist, die Tinte in großen Mengen zu kaufen. Das leuchtet ein.

Fotopapier Drucker

Auch Canon bietet mit seiner MegaTank Reihe Geräte mit nachfüllbaren Tintentanks an. Aber wie können die Hersteller weiterhin höhere Kosten für Markentinte rechtfertigen, wenn es so viele billigere Anbieter gibt? Laut Canon spiegelt das die Kosten für Forschung und Entwicklung wider.

Außerdem gibt es ja noch das Abo-Modell. Beim Tintenabonnement zahlst du eine monatliche Gebühr. Du erhältst automatisch neue Tinte, wenn sie zur Neige geht – dazu muss der Drucker nur mit dem Internet verbunden sein. Dieses Abo ist jedoch nicht für jedes Modell verfügbar, es kommt aufs Modell an. Aber Gerade fürs Drucken zu Hause ist das eine einfache Option, man muss sich um nichts kümmern.

Wie bereits erwähnt, hängen die tatsächlichen Kosten beim Drucken zu Hause eher von der Papierwahl als von der Tinte ab. Ich denke, dass der Fotodruck im Vergleich zu anderen Hobbys gar nicht so teuer ist, wenn man die relativ niedrigen Kosten pro Blatt bedenkt. Wenn ich das mit den Wartungskosten für mein Motorrad vergleiche, ist das plötzlich lachhaft.

Druckdienstleistungen: Du bekommst, wofür du bezahlst

Während es viele günstige Online- Druckdienste für Schnappschüsse gibt, verlangen seriöse Druckereien auch höhere Preise. Für ernsthafte Fotografen ist es also vielleicht nicht so günstig, wie du denkst. Es ist eben ein Unterschied, ob ich das Bild bei Rossmann printen lasse oder mir einen vernünftigen Abzug bei Saal digital bestelle.

Wenn du Abzüge an Kunden, Freunde und Familie verschickst, ist es ein guter Tipp, dies vom Labor erledigen zu lassen. Der Versand von Abzügen kann eine ziemlich stressige Angelegenheit sein. Das gilt vor allem, wenn es sehr viele Bestellungen sind, wie nach einer Hochzeit.

Selbst drucken zu Hause, immer noch sinnvoll

Es gibt viele Überlegungen, wenn es um das Drucken zu Hause geht. Aber angesichts der Auswahl an hochwertigen Geräten und den kreativen Möglichkeiten lohnt sich das Drucken zu Hause immer, meine ich.

Wenn du dich dafür entscheidest, deine Arbeit zu Papier zu geben, bekommst du einen greifbaren und gezielten Einblick in das, was du machst. Ja, es gibt eine Lernkurve, aber das ist Teil des Prozesses. Es macht dich zu einem besseren Fotografen mit einem abgerundeten Einblick in deine Fotografie.

Für meine Abzüge bevorzuge ich den Canon Pro-200. Er gehört zwar nicht zur imagePROGRAF Reihe, hat sich aber bewährt. Er verwendet eine farbstoffbasierte Tinte. Farbstofftinten gelten als weniger „galerietauglich“. Dennoch erfüllt der Pro-200 alle meine Anforderungen als jemand, der wirklich ernsthaft druckt, und das zu einem geringeren Preis.

Hier ist der Pro-200 im Angebot von Amazon:

Sechs wichtige Tipps zum Drucken zu Hause

Vermeide kleinere Drucker

Größere Ger-te können auf lange Sicht viel weniger kosten. Du denkst vielleicht, dass du Geld sparst, wenn du einen kleineren Drucker benutzt, aber das stimmt nicht. Im Gegenteil, die gesamten Betriebskosten sind höher.

Bei größeren Printern sparst du sowohl beim Papier als auch bei der Tinte. Außerdem kannst du sparen, indem du größere Mengen auf Vorrat kaufst.

Vermeide Fremdtinten

Die Konstanz der Tinte ist das, wofür du bezahlst. Rot ist rot und bleibt auch so, auch in einem Jahr. Die Tinten von Drittanbietern können hier nicht immer mit den Originalen Tinten mithalten.

Wenn du also durch schlechte Drucke und zweifelhafte Tinte Papier verschwendest, wird sich das negativ auf deinen Geldbeutel auswirken.

Überprüfe deine Drucke

Es gibt zwei Methoden, um sicher zu sein, dass deine Dateien druckfertig sind. Beim Soft-Proofing wird überprüft, ob das, was du auf dem Bildschirm siehst, auch auf dem Drucker erscheint.
Softproofing ist schneller und verbraucht weniger Papier. Hard-Proofing bedeutet dagegen, das Bild auf Papier auszugeben und zu überprüfen.

Fotopapier
Fotopapier

Musterpakete

Muster im Set enthalten zwei oder mehr verschiedene Papiersorten und sind eine gute Möglichkeit, neue Papiere kennenzulernen. Sie sind eine tolle Möglichkeit, um zu experimentieren und neue Oberflächen und Beschichtungen von Fotopapier zu prüfen. Verwende dabei ein Blatt, um einen Druck zu testen, und das andere, um ein individuelles Profil für dieses Papier zu erstellen. Lies dazu auch unseren Artikel zu Color Management.

Vermeide Plastikrahmen

Glanzdrucke und Plastikrahmen sind die schlechteste Kombination. Wir alle waren schon einmal in Versuchung, Geld zu sparen und billigere Rahmen zu verwenden, aber lass es. Ich spreche aus eigener Erfahrung! Der Verlust schöner Drucke durch statisch aufgeladene, staubanziehende Plastikrahmen ist so ärgerlich, wie es sich anhört.

Mehr drucken, um Verstopfungen zu vermeiden

Druckköpfe haben winzige Löcher in ihnen. Um zu verhindern, dass sie austrocknen und verstopfen, solltest du einen Druckkopftest durchführen, um sie offen und flüssig zu halten. Drucke nicht in großen Mengen, sondern in gewissen Abständen. So verbrauchst du insgesamt weniger Tinte, da du regelmäßig druckst und keine Tinte für die Reinigungsroutine verschwenden musst.

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