Porträtfotografie – Die große Fotoschule

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Der Mensch als Motiv: Die große Fotoschule Porträtfotografie aus dem Rheinwerk Verlag möchte die Vielfalt der Porträts näherbringen und Tipps für gelungene Fotos geben.

Wer schon einmal versucht hat, einen Menschen fotografisch zu porträtieren, weiß es: Gelungene Porträts zu fotografieren, das ist gar nicht so einfach. Man muss auf die Mimik des Models achten. Außerdem muss man Licht und Schatten sowie die Einstellungen beachten, sonst geht das Bild schnell in die Hose.

Porträtfotografie - Die große Fotoschule
Porträtfotografie – Die große Fotoschule

Außerdem ist kein Mensch wie der andere, daher braucht es auch eine gute Portion an Einfühlungsvermögen. Schließlich soll sich das Model wohlfühlen. Vielleicht ist es ganz gut, dass eine Frau dieses Buch geschrieben hat, denn die Atmosphäre beim Shooting ist ganz wesentlich, verrät die Buchrückseite..

Die Fotoschule Porträtfotografie will alle Facetten des Genres zeigen. Gelingt das?

Zum Buch

In klassischem Rheinwerk Design, welches mir immer noch am besten gefällt, kommt die über 350 Seiten Seiten starke Fotoschule daher.

Das Werk ist in acht Kapitel gegliedert, die sich logisch aneinender reihen. Die Autorin Sarah Kastner beginnt mit einem Vorwort und einem Credo auf die Schönheit der Porträtfotografie, die sie immer fasziniert hat. Inzwischen hat sie sich den Traum vom eigenen Studio erfüllt und arbeitet mit einem kleinen Team. Sie stellt gleich klar, dass es in ihrem Buch mehr um das Künstlerische und den Menschen, nicht um die Technik gehen soll.

Gleich im ersten Kapitel überrascht sie den Leser mit einem Foto von sich selbst und dessen Entstehungsgeschichte. Wenn man auf der anderen Seite der Kamera steht, kann man sich besser in ein Model hinein versetzen. Ja, da ist was Wahres dran!

  • Aufnahmetechnische Grundlagen
  • Kommunikation mit dem Modell
  • Styling und Make-up
  • Fotografieren im Studio und on Location
  • Lichtführung und Beleuchtungsstile
  • Typgerechtes Posing
  • Emotionen und Ausdruck
  • Porträtarten von klassisch über natürlich bis Beauty und Fashion
  • Arbeiten mit Laien und Profimodellen
  • Feinschliff in der Bildbearbeitung
  • Ausrüstung für Einsteiger und Fortgeschrittene
  • Tipps zu Verträgen und Fotorecht

Eine Beziehung zwischen Menschen

Im zweiten Kapitel geht es um Zwischenmenschliches. Das liegt der Autorin zunächst mehr am Herzen als Technik. Und so unterscheidet sich das Buch hier bereits -positiv- von anderen Werken des Genres. Hier gibt es ein paar Hilfen, wie man Models findet. Und wie ein Profi sein Model „auftaut“, wie man zusammenfindet und was vor einem Shooting besprochen werden sollte. Erst nach diesem Erwartungsabgleich geht es los. Ein Exkurs in Form eines Interviews mit Sarah Kastner lautet sogar „Was Modelle nicht mögen und was Fotografen nicht tun sollten“.

Das ist insbesondere für Neulinge in der Portraitfotografie sehr hilfreich, denn alle Theorie um Technik und Objektive bringt schließlich nichts, wenn man keine Modelle vor der Kamera hat. Somit startet diese Fotoschule mal ganz anders.

Leseprobe Buch Porträtfotografie
Leseprobe

Natürlich geht es auch hier nicht ganz ohne Technik. So wird im 3. Kapitel die Ausrüstung und Theorie beschrieben, die für herausragende Portraits nötig ist. Sensorgrößen, Kameras, Objektive und Schärfentiefe zeigt Kastner ebenso wie verschiedene Belichtungsmodi. Gut, das gibt es in jeder Fotoschule, aber wer das kennt, kann das Kapitel ja getrost überspringen.

Interessanter, weil speziell auf die Porträtfotografie bezogen, wird es dann bei der Wahl der Beleuchtung und Lichtführung. Neben einem ausführlichen Eintauchen in verschiedene Arten von Licht gibt die Autorin Tipps zur Ausrüstung und bringt ihren Erfahrungsschatz zur Geltung. Hier findet sich alles vom Lampenstativ bis zum goldfarbenen Reflektor. Das ist übrigens das Schöne an diesem Buch: Nicht nur Theorie, sondern auch eine Kaufberatung ist mit dabei! Sarah Kastner erklärt sogar dem Einsteiger, mit welcher Blitzlampe man anfangen sollte und wie das erste Shooting organisiert wird.

Übrigens, alle Bilder sind sehr ansprechend und – wie in den Fotoschulen des Rheinwerk Verlages üblich – mit Belichtungsdaten versehen. Auch die Bildunterschriften sind durchgehend hilfreich. Da fällt mir auf, dass weitaus die meisten Motive im Buch Frauen sind. Aber das stört nicht weiter, schließlich besteht das Team der Autorin auch aus 100% Frauen.

So liegt der Schwerpunkt des Buches klar auf Beauty. Den tätowierten Grubenarbeiter, der sich im Stil von Joe McNally mit Schaufel ablichten lässt, sucht man hier daher vergebens.

Posen, Porträts und mehr

Obwohl es ganze Bücher nur zum Thema Posen gibt, darf ein Kapitel dazu nicht fehlen. Besonders gut gefallen mir die Grundregeln des Posings, die auf vielen Seiten in Form von Bild- Gegenüberstellungen erfolgen. Dabei gibt es immer ein „Do“ und ein „Don’t“, welches durch farbliche Kennzeichnung sofort intuitiv verständlich ist. Top!

Leseprobe Porträtfotografie

Ein Kapitel zur Bildbearbeitung schließt das Buch ab. Da es mannigfaltige Software zur Bildbearbeitung gibt, beschränkt sich das Buch auf die gängige Adobe-Software. Das ist auch in Ordnung so, denn alles andere würde den Umfang sprengen. Im Vordergrund stehen, wie könnte es anders sein, Retuschen der Haut.

Ein sehr gelungenes Erstlingswerk der jungen Autorin, muss ich sagen!

Fazit

Für die Zielgruppe der Porträtfotografen, die sich ins Thema einarbeiten oder sich entwickeln möchten, bietet das Buch viele Tipps aus der Praxis. Der Schwerpunkt liegt allerdings klar auf Beauty. Besonders gut gefällt das Kapitel zum Beziehungsaufbau. Hier steht der Mensch im Vordergrund, nicht Kameras und Technik. Das neue Standardwerk zur Porträtfotografie!

  • Aufwendiger Einband und gute Druckqualität
  • Emotionaler aber unaufgeregter Schreibstil
  • Hoher Praxisnutzen durch viele Illustrationen
  • Alle Bilder mit Belichtungsdaten

Die Webdigital Bewertung

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Zur Autorin

Sarah Kastner hat 2003 ihre Leidenschaft, die Liebe zur professionellen Fotografie, entdeckt. Ihre Ausbildung zur Fotografin begann sie im Jahr 2007 und arbeitete viel für ihren Traum, um 2011 ihr eigenes Fotostudio zu eröffnen. Mittlerweile hat sie ein kleines Team an ihrer Seite, mit dem sie die unterschiedlichen Arten der Peoplefotografie umsetzt. Verschiedene Charaktere kennenlernen zu dürfen, bereichert ihren Alltag. Sie liebt es, Kunden mit ihren Fotos glücklich zu machen und setzt vor allem auf Persönlichkeit und Vertrauen im Umgang mit ihrem Gegenüber. Ihr gelingt es, dass sich die Personen vor ihrer Kamera wohlfühlen, um selbstbewusste und authentische Bilder entstehen zu lassen.

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