Belichtungszeit / Verschlusszeit – wie du sie dir zunutze machst

Durch Öffnen und Schließen der Blende lässt sich die Intensität des durchs Objektiv ge­langenden Lichts regulieren. Aber nicht die Dauer der Lichteinwirkung. Dazu gibt es die Verschlusszeit bzw Belichtungszeit. Würde Licht uneingeschränkt auf den Sensor fallen, so käme es zwangsläufig zur Überbelichtung

Belichtungszeit ist Belichtungsdauer

Aus diesem Grund besitzt jede Kamera einen Verschluss. Dieser öffnet den Strahlengang des Objektivs lediglich für eine bestimmte Zeit und danach schließt er wieder lichtdicht. Auf diese Weise ist die Belichtungsdauer reduziert. Und zwar auf ein Maß, das in Abhängigkeit von Blende, Filmempfindlichkeit und Motivhelligkeit für eine optimale Belichtung erforderlich ist. Blende und Belichtungszeit sind also untrennbar miteinander verbunden und direkt voneinander abhängig. Beide dosieren das Licht, nur tun sie dies auf unterschiedliche Weise.

Belichtungszeit Verschlusszeit

Neben den Blendenwerten sind auch die Belichtungszeiten international einheitlich festgelegt. Wie weit die Skala nach oben und unten reicht, hängt von der jeweiligen Kamera ab. Auch Zwischenwerte sind möglich. Hochwertige Kameras lassen kürzeste Ver­schlusszeiten bis 1/8000s oder schneller zu. Und sie erlauben bei manueller Steuerung der Belichtungszeit die Wahl von Zwischenwerten in 1/2 oder 1/3 Stufen. Bei elektronischer Steuerung durch die Belichtungsautomatik nutzt die Kamera die Skala stufenlos; oft sogar noch nach unten um mehrere Sekunden erweitert. So offerieren alle aktuellen Kameras Belichtungszeiten bis zu 30 Sekunden.

Da auch bei den Verschlusszeiten ein Sprung von einem Wert zum nächstfolgenden einer Halbierung bzw. Verdoppelung der durchgelassenen Lichtmenge entspricht, lässt sich ein direkter Bezug zwischen Blenden- und Verschlusszeitenveränderung herstellen:

Um die Belichtung zu halbieren, können Sie entweder die Blende um eine Stufe schließen oder die Belichtungszeit um eine Stufe verkürzen. Sinngemäss gleich verhält es sich, wenn Sie die Belichtung verdoppeln wollen. Eine Vergrößerung der Blende um einen Wert wird dasselbe Resultat bringen wie der Sprung auf die nächstlängere Belichtungszeit.

Belichtungspaare für richtige Belichtung

In beiden Fällen verändern Sie die Belichtung um einen Lichtwert (abgekürzt LW, englisch= EV).
Wird eine Blende um einen bestimmten Wert geöffnet und die Verschlusszeit um denselben Wert verkürzt, so bleibt das Resultat bezüglich Bildhelligkeit identisch. Eine Aufnahme, mit Blende 5.8 und 1/250 s fotografiert, ist also genau gleich hell wie eine Aufnahme mit Blende 8 und 1/125s oder Blende 4 und 1/500 entsteht. In allen Fällen bleibt der Lichtwert derselbe.

Belichtungszeit
Belichtungszeit Skala

Da wir das Thema Schärfe anderweitig behandelt haben, sei hier nur darauf hingewiesen, dass die Belichtungszeit auch direkten Einfluss auf die Bewegungsschärfe einer Aufnahme hat. Je kürzer die Belichtungszeit ist, desto schärfer werden bewegte Objekte abgebildet und desto weniger machen sich Eigenbewegungen der Kamera bemerkbar.

Siehe auch: Regel für die längstmögliche Belichtungszeit

Wollen Sie also sicher sein, dass ein bewegtes Objekt scharf aufgezeichnet wird, wählen Sie eine möglichst kurze Verschlusszeit und öffnen entsprechend die Blende. Sie werden also den Vorteil grösstmög­licher Bewegungsschärfe gegen den möglichen Nachteil geringerer Schärfentiefe abwägen müssen.

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Andreas Volz
Gründer von Webdigital und Fotograf seit Jugendzeit. Ich hatte meist Nikon-Kameras. Angefangen mit Nikon F3, F4 und F5 kam ich mit einer D1 ins digitale Fotozeitalter. Es folgten D2H, D3 und D810. DSLR faszinieren mich genau so wie spiegellose Modelle.

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