Fotorecht – Ratgeber für den fotografischen Alltag

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Darf ich das fotografieren? Und wenn nein, was kann passieren, wenn ich es doch fotografiere? In diesem Standardwerk zeigt der Jurist und Fotograf Wolfgang Rau verständlich und rechtssicher, welche Rechte du als Fotograf hast. 

Recht haben und Recht bekommen, sind bekannntermaßen zweierlei. Das Recht ändert sich ständig und macht daher auch vor dem Fotorecht nicht halt. 

Was ist Fotorecht?

Aber was genau ist Fotorecht? Im Grunde ist es eine Oberbezeichnung und beinhaltet das Urheberrecht (UrhG) , das Kunsturhebergesetz (KUG) und die DSGVO. Vor dem Gesetz sind Fotorafen sogenannte Urheber. Da kaum ein Nichtjurist die Gesetze liest und im Kopf hat, hilft dieser Ratgeber aus dem Rheinwerk Verlag gerne weiter. Das Buch ist bereits in 4. Auflage erschienen und darf aufgrund seines Umfangs und seiner Tiefe als Standardwerk bezeichnet werden. Mir ist kein anderes Buch zum Thema bekannt, welches auf alle juristischen Aspekte so eingeht, wie dieses.

Fotorecht
Fotorecht – Ratgeber für den fotografischen Alltag

Fotografen sind praktisch überall. Das gilt umso mehr, nachdem die  Fotografie mit Smartphone das Produzieren von Bildern an praktisch jedem Ort für jedermann erschwinglich gemacht hat. Rein rechtlich spielt es natürlich keine Rolle, ob es sich um einen Amateurknipser vor dem öffentlichen Eiffelturm oder einen Profifotografen in einem Studio handelt. Das Recht macht hier keinen Unterschied. Während es im analogen Zeitalter der Fotografie juristisch wenig Angriffsfläche gab, haben sich die Zeiten in der digitalen Onlinewelt sehr gewandelt. Schließlich möchte sich niemand in sozialen Medien wiederfinden, ohne dass er seine Einwilligung gegeben hat. Der Bedarf nach Reglementierung wird daher immer größer. 

10 Kapitel geballtes Wissen für Fotografen

Dazu kommt, dass zu dem nationalen Fotorecht noch europäisches Fotorecht hinzukommt und der Laie schließlich nicht mehr weiß, welches Recht nun überhaupt anwendbar ist. 

Darf ich den Hund des Nachbarn fotografieren?
Darf ich ohne Einwilligung Bilder von Personen in eine Internet-Galerie einstellen?
Was ist der rechtliche Unterschied bei Einzelpersonen und Gruppenaufnahmen?
Darf ich Bilder publizieren, die Werbelogos von Firmen enthalten? Wer hat eigentlich das Recht am Bild, wenn ich ein Model fotografiere?

  • Was hat die DSGVO verändert?
  • Umgang mit Bildern im Internet
  • Wie du eigene Rechte schützen kannst
  • Was du bei veträgen beachten musst
  • Unterschiede im Recht in D-A-CH

Aufgrund des weiten Themenumfangs gliedert sich das Buch in zehn Kapitel. Nach einem Abriss zum Urheberrecht erklärt Wolfgang Rau gesetzliche Fotografie Verbote, das Hausrecht und den Begriff der Panoramafreiheit. Ein eigenes Kapitel widmet sich dem Fotografieren von Menschen, dem Verwendungszweck der abgebildeten Personen, Nacktaufnahmen und den Fallstricken des Urheberrechts bei der Veröffentlichung. Aber: Da Fotografen nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten haben, gibt es das Kapitel zum Datenschutz und Informationspflichten. Hier kann ein Blick der gewerblichen Fotografen nicht schaden, um Ärger in der Zukunft zu vermeiden.

Ein eigenes Kapitel widmet sich der „unbemannten Luftfahrt“, also der Drohnenfotografie. Gerade hier hat sich die Gesetzeslage von Jahr zu Jahr geändert. Auch die Gesetzeslage in anderen Ländern bechreibt der Autor verständlich. Aufgrund der immer beliebter werden Social Media Plattformen widmet sich ein eigenes Kapitel dem Fotorecht im Internet. Hier geht der Autor sogar auf verschiedene Bildrechte bei Instagram, WhatsApp, Pinterest, YouTube, Twitter, LinkedIn und Flickr ein.

Richtig interessant wird es für Fotografen aber, wenn sie ihre eigenen Rechte an einem Bild schützen möchten und zu ihrem Recht kommen möchten. Leider kommt es oft vor, dass Bilder eines anderen Urhebers im Internet auftauchen, ohne dass hier eine Genehmigung vorliegt. Insbesondere bei abgebildeten Personen gibt es oft doppelten Ärger, bei denen nur ein Rechtsanwalt sichere Hilfe leisten kann: Wann gibt es einen Unterlassungsanspruch? Was ist eine unerlaubte Verwertung? Der Autor gibt ein Beispiel für eine Schadensberechnung, die einen Anwalt sparen kann. Daher hat sich dieses Buch für jeden schon gelohnt, der einmal in dieser Lage war.

Gewerblichen Fotografen ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Gerade für eine freiberufliche Tätigkeit ist das Buch ein unverzichtbarer Tipgeber auf dem Weg in die sichere Selbstständigkeit. Sogar das Thema Steuern und Künstlersozialkasse erklärt Rau auf mehreren Seiten.

Gut gefällt mir, dass Gesetzestexte und Hinweise des Autors in Infoboxen farblich abgesetzt sind. Das erleichtert die Übersicht. Auch Hinweise auf das eine oder andere Urteil erleichtern das Verständnis.

Fotorecht Leseprobe Rheinwerk
Fotorecht Leseprobe: Inklusive Drohnenrecht

Fazit

Das Buch bringt mehr Sicherheit in den fotografischen Alltag. Obwohl es auf den ersten Blick um ein „trockenes Thema“ geht, schafft es der Autor, die Gesetzeslage praxisnah zu erläutern.

Denn wer als „Urheber“ fotografiert, insbesondere wenn er Bilder online stellt, sollte die Rechtslage kennen. UrhG, Panoramafreiheit und sämtliche juristischen Komponenten von Bildern behandelt der Autor in diesem Standardwerk. Auf die deutsche DSGVO ist ein wichtiger Bestandteil des Buches. Besonders hilfreich ist das Kapitel zum Drohnenrecht, welches  in den letzten Jahren immer restriktiver wurde.

Wer kommerziell fotografiert, kommt an diesem Buch nicht vorbei.

Löblich ist auch die genderneutrale Sprache in dem Buch. Das ist auch den einschlägigen Gesetzestexten geschuldet, die 100% mit dem Buch übereinstimmen müssen.

  • Juristische Informationen gut erklärt
  • Aktuelles Drohnenrecht

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Zum Autor

Wolfgang Rau ist Rechtsanwalt sowie ehrenamtlicher Präsident und Justiziar des Deutschen Verbandes für Fotografie.

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