Tipps zum Finden der besten Foto Locations für Familienfotos. Denn fotogene Standorte für Dein perfektes Familienporträt gibt es fast in jedem Ort.

1Der beste Standort für Familienfotos

Wenn ich für Familien oder Nachbarn ein Gruppenfoto machen soll, wird immer die gleiche Frage gestellt: Wohin gehen wir denn? Hast Du einen Ort, an dem Du normalerweise gerne fotografierst?

Einen bestimmten Ort kennen wir natürlich alle. Aber wenn Du jeden Familienfoto – “Kunden” an denselben Ort bringst, wird Dein Portfolio vermutlich langweilig. Denn eine unerwünschte, sich wiederholende Konsistenz kehrt ein. Daher solltest Du Deinen Wohnort und das Umfeld erkunden. Eine Liste der Locations für jeden Zweck ist hilfreich.

Liste der besten Orte machen

Denke an Deine Stadt und erstelle eine Liste der Orte, an denen Du fotografieren kannst:

  • Ein Feld oder eine Küste mit weiten Ausblicken, um die Aura der Dämmerung einzufangen (Wenn Du am Meer wohnst)
  • Ort im Freien mit hohem Gras oder Bäumen als Kulisse
  • Ein Außenbereich mit vollem Schatten, geeignet für die Mittagsaufnahme
  • Überdachter Außenbereich wie ein Pavillon oder eine überdachte Veranda für Aufnahmen bei schlechtem Wetter
  • Ein Innenraum mit hohen Decken und vielen Fenstern für Tageslicht
  • Waldstück oder Park, in dem Kinder sich wohl fühlen

Genehmigungen

Vergewissere Dich schließlich, dass Du ggf. über die erforderlichen Genehmigungen, Berechtigungen und Lizenzen für das Fotografieren an den gewünschten Orten verfügst. Und zwar unabhängig davon, ob diese öffentlich oder privat sind. Viele Gemeinden im Ausland verlangen eine Geschäftslizenz für das Fotografieren an öffentlichen Orten wie Parks und Stränden, insbesondere beim Einsatz von Fotodrohnen.

Sobald Du Deine Liste der Standorte erstellt hast, kannst Du ein Shooting für die Familienfotos mit einem Kunden planen. Hier sind die beiden Szenarien, die sich abspielen könnten:

2Der Kunde hat bereits einen Standort ausgewählt

Familienfoto outdoor Location
Familienfoto outdoor Location © Jessica Rockowitz 

Es ist überraschend selten, dass ein Kunde auf einen Ort beharrt. Aber manchmal gibt es ein Haus oder einen besonderen Ort mit Erinnerungen, an dem er fotografiert werden möchte. Wenn Du für das Urlaubsporträt des nächsten Jahres oder einen anderen besonderen Anlass fotografierst (z.B. Weihnachten), kannst Du auch einen passenden Ort auswählen, z. B. eine verschneite Landschaft.
→ Fotografieren im Winter

Wenn Du mit dem Ort nicht vertraut bist, stelle Fragen dazu. Du wirst vielleicht feststellen, dass Du zusätzliche Ausrüstung wie Beleuchtung mitbringen musst, um Schatten aufzuhellen.

Ebenso können Innenaufnahmen – wie beispielsweise Menschen, die sich am Kamin oder am Weihnachtsbaum versammelt haben – Schwierigkeiten mit der Beleuchtung bereiten. Du möchtest schließlich vor der eigentlichen Aufnahme vorbereitet sein.

3Der Kunde ist offen für Standortvorschläge

Familienbild
Familienbild bei Gegenlicht © Jessica Rockowitz

Dies ist das üblichere Szenario, in dem Du die Liste der Standorte abrufst, die Du bereits erkundet hast, siehe oben.

Mache Dir zunächst ein Bild von dem Gefühl, das die Familie auf ihren Fotos festhalten möchte. Da es sich um ein Familienfoto handelt, ziehen sie möglicherweise ein warmes und rustikales Thema einem hellen und urbanen Thema vor. Oder sie möchten einen Look, der das ganze Jahr über relevant ist. Vielleicht gibt es auch einen Anlass wie Opas 80. Geburtstag oder das Drucken von Weihnachtskarten mit dem Familienporträt.

Das Timing hat auch großen Einfluss auf Deine Entscheidung, wo Du fotografieren möchtest. Plane nach Möglichkeit Sitzungen für eine Stunde bis eineinhalb Stunden vor Sonnenuntergang. Dadurch hast Du Zeit, anzukommen und über Erwartungen zu sprechen dann bereit zu sein, wenn das wechselnde Licht seinen Höhepunkt erreicht.

4Sonnenauf- und -untergang Shooting

Familienporträt
Zur goldenen Stunde ist das Licht weich

Wähle für Sitzungen zur Goldenen Stunde kurz nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang einen Ort, der sowohl einen weiten Blick als auch interessante Objekte bietet. Wenn Du beispielsweise am Strand fotografierst, wähle nicht nur einen Ort mit weitem Strand ohne Häuser und Passanten. Sondern finde auch einen Strandabschnitt mit Sanddünen, hohem Gras, Treibholz oder sogar entfernten Bäumen. Das belebt jedes Familienfoto im Hintergrund.

5Familienfotos in der Mittagssonne

Die Herausforderung beim Fotografieren am Mittag sind die Schatten. Du möchtest aber nicht, dass Deine Motive bei voller Sonne blinzeln. Weiterhin möchtest Du keine Schatten von Ästen oder künstlichen Hindernissen, die Teile des Gesichts bedecken. Wenn Du an einem sonnigen Tag mittags fotografieren möchtest, musst Du Deine Motive vollständig in den Schatten stellen.

Falls ein Kunde für mittags planen möchte, neige ich zu städtischen Gebieten mit architektonischem Interesse. Wenn Deine Stadt eine Altstadt hat, suche nach Gassen, Parks, Kopfsteinpflaster oder Gehsteigen, die zur Mittagszeit im Schatten liegen, aber eine schöne Umgebung für Motive bieten.

6Shootings an bewölkten Tagen

Familienporträt Strand
Schärfe und Unschärfe: Auch bei Familienfotos mal selektive Schärfe wagen!

Es ist ein großer Irrtum, dass bewölkte Tage für Familienfotos schlecht sind.
Kunden mögen von der latenten Bedrohung durch Regen entmutigt sein. Trotzdem hat ein wolkiger bedeckter Tag gewisse Vorteile für Fotografen:

  • kein Blinzeln durch zu starke Sonne
  • keine Schagschatten unter der Nase
  • Kopfbedeckungen sind nicht nötig
  • Aufhellblitze sind nicht nötig

7Fotos bei Kälte oder Regenwetter

Familienfoto indoor © Ann Danilina
Familienfoto indoor © Ann Danilina

Wenn das Wetter keine Außenaufnahmen zulässt, bleibt nur das Familienfoto in geschlossenen Räumen. Das ist immerhin noch besser als gefrorene rote Nasen oder erkältete Kunden.
Also findet das Fotoshooting drinnen statt. Hierbei sollte der Fotograf zum Kunden fahren, damit beim Fotografieren der Kinder diese in ihrer gewohnten Umgebung sind. Das wirkt auf den Fotos später ungezwungen und locker.

Andreas Volz
Gründer von Webdigital und Fotograf seit Jugendzeit. Ich hatte meist Nikon-Kameras. Angefangen mit Nikon F3, F4 und F5 kam ich mit einer D1 ins digitale Fotozeitalter. Es folgten D2H, D3 und D810. DSLR faszinieren mich genau so wie spiegellose Modelle.