Was ist ein Cropfaktor? – einfach erklärt

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Wieso gibt es zwei Sensorformate und was ist ein Cropfaktor? Wann nützt der Cropfaktor mir und was muss ich beachten?

Der 35mm Film hatte eine Bildgröße von 24×36 mm und somit ein Seitenverhältnis von 2:3.

Als die Ära der Filmfotografie in den frühen 2000er Jahren in die Ära der Digitalfotografie überging, wurde die Größe des 35mm Films als Standard in der Welt der Fotografie als „Vollformat“ bekannt. Das ist der Bezugspunkt! An diesem dikutiert man „Crop-Faktor“ der „Crop-Sensoren„.

Woher kommt der Cropfakor ?

Ein 35mm Vollformat- Sensor hat eine Diagonale von 43,3 mm. Mit der digitalen Revolution war die Branche nicht mehr an die Größen der gängigen Filmformate gebunden und die Hersteller brachten Digitalkameras mit einer breiten Palette von Bildsensorgrößen auf den Markt. Einige Kameras sind Vollformatkameras, viele haben Sensoren, die kleiner als Vollformat sind, und eine Handvoll sind größer als Vollformat.

Kleinbildfilm
Kleinbildfilm

Dieser Unterschied wird als Cropfaktor (manchmal auch als „Formatfaktor„) bezeichnet, der diesen Unterschied mathematisch ausdrückt. Es ist eine Zahl, die uns sagt, wie sich ein Objektiv im Verhältnis zur Größe des Bildsensors verhält.

Es ist wichtig zu verstehen, dass der Cropfaktor keinen Einfluss auf die Brennweite oder die Lichtstärke hat, die auf der Größe der Blende basiert. Er ermöglicht es dem Fotografen lediglich, das 35mm Äquivalent als Basis für den Vergleich verschiedener Objektive zu verstehen. In der Welt der Fotografie ist diese Basis immer noch der 35mm Film.

35mm Film, wie er in der Fotografie bekannt war, hatte eine Bildfläche von 24 x 36 mm (2:3). Es ist also länger als 35 mm. Bei der Fotografie war der Film in der horizontalen Ebene platziert, wodurch der Fotograf einen längeren Wert in der Breite erhält.

Sensorgrößen im Vergleich Cropfaktor Formatfaktor

Im Gegensatz ist wird der 35mm Film bei der Kinografie in der Regel vertikal aufgelegt, so dass diese Werte umgedreht sind. Das ergibt ein Verhältnis von 3:2, also etwa 25,1 x 16,7 mm. Das ist natürlich ein kleinerer Bildbereich. Aber das Verhältnis der Abstände bleibt dasselbe, nur gespiegelt. Dieses Verhältnis hat man auf den beliebten APS-C Bildsensor übertragen.

Die Grafik verdeutlicht das.

Digital gibt es keinen Film, den man horizontal oder vertikal einlegen muss. Aber die gleichen Maße sind übernommen und verwendet, um die Crop-Faktoren zwischen den beiden zu berechnen. Wenn ein Fotograf also sowohl mit APS-C als auch mit Vollformat fotografiert, kann er sich schnell ausrechnen, wie jedes Objektiv zwischen den beiden Größen funktioniert.

Gängige Sensorgrößen und Cropfaktoren

Die Kamerahersteller verwenden unterschiedliche Bezeichnungen für ihre Kameras und Objektive mit Crop-Sensor-Format.

  • Nikon DX hat in der Regel einen Cropfaktor von 1,5x.
  • Sony E (nicht-FE) hat einen Crop-Faktor von 1,5x
  • Fujifilm X hat einen Crop-Faktor von 1,5x
  • Pentax DA hat einen Crop-Faktor von 1,5x
  • Samsung NX hat einen Crop-Faktor von 1,5x
  • Canon EF-S/EF-M hat einen Crop-Faktor von 1,6x
  • Sigma Foveon hat einen Crop-Faktor von 1,7x
  • Micro Four Thirds hat einen Crop-Faktor von 2,0x
Eichelhäher
Bei APS-C Sensor gibt es einen kleineren Bildausschnitt bei gleicher Nenn- Brennweite im Vergleich zum Kleinbildformat..
Im Telebereich ist der Crop-Faktor willkommen. Denn lange Brennweiten im Kleinbildformat sind teuer.
Das ermöglicht engen Bildausschnitt (Crop) ohne Superteles oder sehr lange Brennweite. Die Schärfentiefe bleibt übrigens gleich, auch wenn der Bildwinkel einem größeren Tele entspricht.

Wenn du zum Beispiel ein 35mm Objektiv an einer APS-C Kamera verwendest, liegt der Crop-Faktor normalerweise bei etwa 1,5 oder 1,6x. Wenn du rechnest (35 x 1,5 = 52,5 mm), hat das gleiche 35mm-Objektiv ein Sichtfeld, das dem von 50 mm im KB Format entspricht. Während also ein 35mm Objektiv an einer Vollformatkamera als leichtes Weitwinkel gilt, entspricht es an einer Kamera mit APS-C Crop-Sensor im Grunde einem normalen 50mm Objektiv.

Durch diesen Crop (Beschnitt) kommt nur ein Bildausschnitt auf dem Sensor an. Also weniger, als ein Vollformat- Objektiv hergibt. Der Rest wird im Spiegelkasten der Kamera absorbiert.

Cropfaktor Tabelle und Brennweiten Umrechner

Je höher der Cropfaktor, desto höher ist die wirksame Brennweite, denn du hast einen kleineren Bildausschnitt.

BrennweiteNikonCanon
KB-Format1,5x1,6x
14 mm21 mm22 mm
18 mm27 mm29 mm
24 mm36 mm38 mm
35 mm52 mm56 mm
50 mm75 mm80 mm
85 mm128 mm136 mm
105 mm158 mm168 mm
200 mm300 mm320 mm

Brennweitenverlängerung bzw. Cropfaktor

Um also ein „normales“ 50mm zu erhalten, ist eine KB Brennweite aus dem Nikkor-F Programm von 50/1,5 = 33mm erforderlich. Das Nikkor 17-35mm hat somit eine effektive Brennweite von 25,5 – 52,5 mm. Und zwar bei gleicher Lichtstärke und Schärfentiefe!
Warum das so ist? Ganz einfach: Das 21-35mm bleibt ja wie es ist, es wird lediglich ein bisschen vom Rand abgeschnitten aufgrund des kleineren Sensors. Übrig bleibt das „Filet“ in der Mitte – somit bleiben Lichtstärke etc. des Objektives gleich.

Nachteil des kleineren Sensors sind die teureren Optiken, gerade im Bereich der Weitwinkel. Denn für effektive 20mm braucht man schon ein 14mm. Das kostet ca. das Vierfache des 20mm… aber man kann ja auch Objektive gebraucht kaufen oder auf Fremdhersteller zurückgreifen.

Im Telebereich ist der Cropfaktor besonders interessant

Dieses Phänomen ist natürlich besonders für Fotografen interessant, die viel im Telebereich arbeiten. Denn so wird – bei gleicher Lichtstärke  – durch den Formatfaktor aus einem 300mm/2.8 ein 450mm/2.8 und so weiter. So lässt sich künstlich die Brennweite vergrößern, wobei es sich dabei aber nur um einen Wegfall von Randinformationen des Bildes handelt. Denn durch den kleineren Sensor wird der Rand einfach abgeschnitten („crop“). Die Schärfentiefe bleibt gleich.

Die zurzeit besten Teleobjektive ab 300 mm

Die Frage der äquivalenten Brennweiten kommt auch deshalb ins Spiel, weil APS-C Kameras sowohl APS-C Objektive als auch Vollformat Objektive unterstützen. Die Kenntnis des Crop-Faktors hilft dem Fotografen zu verstehen, warum das gleiche Objektiv an Vollformat- und Crop-Sensor-Kameras unterschiedliche Fotos erzeugt.

Wenn du sowohl eine Canon 5D Mark IV im Vollformat als auch eine Canon 90D im APS-C-Format besitzt, ist ein 35-mm-Objektiv an der Vollformatkamera ein Weitwinkelobjektiv und an der Crop-Sensor-Kamera ein Normalobjektiv.

Aber was im Weitwinkelbereich ?

Nikon D850 mit Nikkor 14-24mm
D850 mit Nikkor 14-24mm

Was ist nun im Weitwinkelbereich, werden Sie fragen ? Was wird aus meinem 20 mm Nikkor ? Dazu kann man nur sagen:

An einer Volformatkamera (bei Nikon: „FX“ genannt) wird es zu einem 30 mm Objektiv, welches also nicht einmal die Weitwinkel-Wirkung eines 28mm Objektivs hat, leider.

Hier wirkt sich der Cropfaktor also eher negativ aus, weil er zulasten des Bildwinkels beim Weitwinkel geht.

Ein teures Superweitwinkel mit Brennweite unter 20 mm muss also her, um den Crop-Faktor auszugleichen.

Im Weitwinkelbereich ist der Crop-Faktor also eher hinderlich, weil er den Bildwinkel einschränkt. Er zeigt daher einen kleineren Bildausschnitt. Bei Kleinbildformat ist das circa. die halbe Sensor-Fläche wie bei einem Sensor im Vollformat. Man muss hier beim Kauf des Objektivs also den Faktor berücksichtigen. Ein Faktor von zum Beispiel 1,5 macht ein 14mm nötig, wenn man 20mm (äquiv. Kleinbilformat) benötigt.

Nikon AF-S Nikkor 14-24 mm 1:2.8G ED (inkl. CL-M3)
  • Professionelles Weitwinkel-Nikkor
  • Brennweitenbereich 14 bis 24 mm
  • Nanokristallvergütung verringert Phantombilder und Lichtreflexe

Bildsensor
Unterschied zwischen FX und DX

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