Cropfaktor – das Phänomen der Brennweitenverlängerung

Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt, warum die DX-Kameras wie D1, D2 zumindest in offiziellen Nikon-Publikationen oft mit dem Nikkor AF-S 17-35 mm abgebildet werden, obwohl dieses doch schon aufgrund seines Preises nicht zur Klasse der Normalobjektive zählt !? Was ist die Brennweitenverlängerung und was ist ein Cropfaktor ?

Ein Normalobjektiv mit 35 mm ?

Das hat einen einfachen Grund: Weil es für die D1 das Normalobjektiv ist!
Der CCD-Sensor der D1, also das lichtempfindliche Element, hat eine Fläche von 23,7×15,6 mm, das Kleinbildformat dagegen hat eine Fläche von 24×36 mm. Das APS-Format liegt dazwischen. Die folgende Grafik verdeutlicht das:

Sensorgrößen im Vergleich

Das hat zur Folge, dass ein Teil der aufgenommenen Bildinformation, wäre der Sensor in z.B. einer F5 anstelle des Films, einfach verloren ginge, weil diese Bildteile “überstehen”. Bei der D1 entsteht so eine “Brennweitenverlängerung” um den Faktor 1,5, sodaß ein KB-Normalobjektiv tatsächlich eine Brennweite von 50×1,5= 75 mm hat !
Dabei wird im Sucher gleichzeitig nur das Zentrum eines eigentlich größer gewohnten Bildes (verglichen mit Kleinbild) gezeigt, der Rest wird “abgeschnitten” (cropped), sodass man hier von Cropfaktor 1,5x spricht. Das 17-35 Objektiv ist als an einer DX-Kamera ein 25,5-52,5mm Objektv.

Brennweitenverlängerung

Um also ein “Normal”-Objektiv von 50 mm zu erhalten, ist eine KB-Brennweite aus dem Nikkor-F Programm von 50/1,5= 33mm erforderlich.
Das Nikkor 17-35mm hat somit eine effektive Brennweite von 25,5 – 52,5 mm, und das bei gleichbleibender Lichtstärke und Tiefenschärfe !
Warum das so ist? Ganz einfach: Das 21-35mm bleibt ja wie es ist, es wird lediglich ein bißchen vom Rand abgeschnitten aufgrund des kleineren Sensors. Übrig bleibt das “Filet” in der Mitte – somit bleiben Lichtstärke etc. des Objektives gleich.

Nachteil des kleineren Sensors sind die teureren Objektive, die im Weitwinkelbereich benötigt werden, denn für effektive 20mm braucht man schon ein 14mm Objektiv. Das kostet ca. das Vierfache des 20mm… aber man kann ja auch Objektive gebraucht kaufen oder auf Fremdhersteller zurückgreifen.

Im Telebereich besonders interessant

Dieses Phänomen ist natürlich besonders für Fotografen interessant, die viel im Telebereich arbeiten, denn so wird – immer gleichbleibende Lichtstärke  – aus einem 2.8/300mm ein 2.8 / 450mm und aus einem 2.8 / 70-200 ED ein 2.8 / 140-300 ED !!!
Auf rein optischer Basis wären solche Objektive selbstverständlich nicht konstruierbar. Moose Peterson machte so aus seinem 4,0/600mm IF-ED ein 4,0/900mm IF-ED !

Aber was im Weitwinkelbereich ?

Nikon 14 mm

Was ist nun im Weitwinkelbereich, werden Sie fragen ? Was wird aus meinem 20 mm Nikkor ? Dazu kann man nur sagen: An der D1 wird es zu einem 30 mm Objektiv, welches nicht einmal die Weitwinkel-Wirkung eines 28mm Objektivs hat, leider.

Um den Eindruck eines herkömmlichen 20ers zu bekommen, benötigt man an der D1 (oder einer anderen SLR mit DX-Sensor) ein 14 mm Objektiv, wie es zum Beispiel von Nikon angeboten wird, Preis liegt im Moment bei Amazon bei genau .

Die größten Sensoren in der Digitalfotografie sind die Mittelformatsensoren. Im Unterschied zur Analogfotografie, deren Mittelformat einheitlich die Abmessungen 48 mm × 36 mm auf dem Film hat, gibt es in der Digitalfotografie nicht das eine Mittelformat; sogar innerhalb der Produkte eines Herstellers schwanken deren Abmessungen (beispielsweise Pentax 645Z: 43,8 × 32,8 mm, Pentax 645D: 44,0 × 33,0 mm, Hasselblad H5D-40: 43,8 × 32,9 mm, Hasselblad H5D-50: 49,1 × 36,7 mm, Hasselblad H5D-50: 53,7 × 40,2 mm, Hasselblad H5X: 56,0 × 41,5 mm, Mamiya ZD: 48 × 36 mm).

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