Wenn du ab und zu mit dem Flugzeug unterwegs bist, weißt du es. Manche Ausblicke aus dem Fenster sind einfach umwerfend. Deine Kamera dabei zu haben, ist nicht nur ein cooler Zeitvertreib, sondern auch deine Chance, echte Hingucker-Fotos zu schießen. Während alle anderen Passagiere fernsehen oder selig vor sich hin dösen, kannst du die Welt von oben fotografieren. Und das Beste: Du kannst dabei spektakuläre Bilder aus dem Flugzeugfenster machen!

Welcher Sitzplatz ist der beste für Fotos aus dem Flugzeugfenster?
Nicht jeder Fensterplatz ist gleich. Manche bieten einfach bessere Aussichten als andere. Wer den besten Blick ohne Hindernisse will, sollte die Notausgangsplätze lieber vergessen. Diese Sitze habe nämlich gar keine Fenster, also wird es dort eher schwierig mit dem nächsten Meisterfoto.
Schon bei der Buchung lohnt es sich, den Flugzeugtyp zu kennen. Jedes Flugzeug hat ein eigenes Sitzlayout. Eine Boeing 737 ist anders aufgeteilt als eine 747 oder ein Airbus A321. Am besten sitzt du ein paar Reihen vor den Tragflächen, so drei bis vier Reihen. Bei der 737 wären das in der Regel die Reihen 6 bis 9. Geht das nicht, klappt es auch am Flugzeugfenster ein paar Reihen hinter den Tragflächen noch gut.

Zu weit hinten kann es dir passieren, dass die Triebwerke mit aufs Bild kommen. Außerdem kann inter den Tragflächen die Abwärme der Triebwerke die Fotos manchmal mit einem Schimmer versauen! Achte später beim Fotografieren darauf!
Um dir bei der Sitzplatzauswahl zu helfen, nutze die Webseite der Fluggesellschaft. Hier lässt sich die Sitzplatzkonfiguration je nach Flugzeugtyp nachsehen. Ein Sitzplatz mit Blick auf die Tragfläche ist kein Weltuntergang, also versuchen dann, ihn als Teil der Bildgestaltung zu nutzen.
Welche Seite des Flugzeugs die besten Fotos liefert
Aber auf welcher Seite solltest du am Flugzeugfenster sitzen? Links oder rechts? Nun, das kommt natürlich auf die Route an.
Es gibt ein paar Wege, um deinen Route herauszufinden. Zuerst: Google Maps. Schau dir an, was zwischen Start- und Zielflughafen liegt – das gibt schon mal einen guten Überblick.
Außerdem gibt es Websites, die den genauen Flugweg zu einer bestimmten Flugnummer zeigen. Zum Beispiel Flightaware.com – ziemlich benutzerfreundlich und super, um Flüge zu verfolgen. Wenn du deinen Flugweg kennst, kannst du gleich die richtige Seite des Flugzeugs wählen, um die besten Fotos zu schießen.
Beachte die Tageszeit
Fotografie lebt von Licht. Daher entscheidet die Uhrzeit deines Flugs oft, ob du die Kamera zücken solltest oder nicht. Bei Nachtflügen ist die Kamera nichts wert, denn lange Belichtungszeiten verhindern gute Fotos am Flugzeugfenster. Also Kamera weg, Film schauen oder schlafen. Ein Flugzeug ist einfach kein stabiler Untergrund für Langzeitbelichtungen, selbst bei hohen ISO Werten.
Eine Ausnahme gibt es: Nachtflüge über den Polarregionen. Vielleicht siehst du Nordlichter!
Wo steht die Sonne?
Bei Tagesflügen solltest du unbedingt wissen, wo die Sonne während deines Flugs steht. Nichts nervt mehr, als dass dir die Sonne direkt ins Gesicht knallt. Spiegelungen im Fenster machen das Fotografieren fast unmöglich.
Wenn dein Fenster zerkratzt ist und du in die Sonne blickst, viel Glück – die Kratzer verstärken die Spiegelungen und machen schöne Bilder fast unmöglich.
Tipp
Ein sauberes Tuch kann Wunder wirken, wenn du dein Fenster zwischendurch mal putzen willst.
Welche Kamera und welches Objektiv eignet sich?
Wir wollen jetzt nicht in die Diskussion über Hersteller oder Objektive einsteigen. Aber ein bisschen gutes Equipment schadet nie, solange es ins Budget passt.

Eine höhere Auflösung bei der Kamera ist praktisch, vor allem beim Bearbeiten und Zuschneiden von Bildern. Es muss aber nicht gleich die High-End Maschine mit 45 Megapixel sein.
Viele kompakte Kameras reichen übrigens völlig fürs Fotografieren am Flugzeugfenster. Ein bisschen manueller Steuerung ist aber Gold wert. Somit kannst du besser auf schwierige Lichtverhältnisse reagieren, sei es Low-Light, starker Kontrast oder die Sonne direkt im Gesicht.
Ein gutes Setup für Fensterplatz-Fotos ist ziemlich simpel: Eine Spiegelreflex oder spiegellose Kamera mit einem 50 mm Objektiv.
Warum? Dieses Objektiv entspricht von seiner Brennweite dem normalen Augeneindruck. Mehr Weitwinkel würde bedeuten dass zuviel auf Bild kommt, z.B. Tragflächen. Ein Tele ist unhandlich, weil der Platz im am Flugzeugfenster knapp ist. Dann Fokus auf unendlich stellen und auslösen. Eine recht offene Blende um die f/2 hält den ISO Wert gering und erlaubt außerdem schnelle Verschlusszeiten. Zudem verschwinden Kratzer oder Schmierer im Fenster fast von selbst, dank der geringen Tiefenschärfe.
Man kann natürlich auch zwei Bilder machen und daraus ein Panorama stitchen – aber das Flugzeug fliegt, also muss man flink sein.
Ein 24–70 mm Zoom funktioniert auch gut, ist aber nicht so kompakt wie ein 50 mm Festbrennweiten-Setup.
Bildgestaltung bei Flugzeugfenster-Fotos
Ähnliche Themen
- Wie man Fotos aus dem Flugzeugfenster macht
- Wasserzeichen in Lightroom erstellen und anwenden
- Foto-Backup in der Cloud mit Amazon Photos – So geht’s
Bildgestaltung ist ein weites Feld, aber am Flugzeugfenster gilt: Die klassischen Regeln funktionieren super. Führende Linien wie Flusstäler und die Drittelregel sind gute Orientierungspunkte – schließlich fotografierst du quasi Landschaften von oben.
Leider hast du nicht viel Kontrolle über die Kameraposition, denn du bist auf dein kleines Flugzeugfenster beschränkt. Es geht eher darum, die Kamera nach oben, unten, rechts oder links zu neigen. Manchmal muss die Komposition hintenanstehen, Hauptsache, du bekommst überhaupt ein brauchbares Bild.
Live View
Am Flugzeugfenster ist das Betrachten über Live-View am Monitor der Kamera hilfreich.
So kannst du das Objektiv direkt an die Scheibe halten und musst dich nicht verrenken, um dein Auge an den Sucher zu bekommen.
Gut ist auch, die Kamera bei Start und Landung griffbereit zu haben. Manchmal entstehen hier besonders interessante Aufnahmen.
Tipp: Schnelle Verschlusszeit (1/250 s oder kürzer), sonst wird der Boden durch die Geschwindigkeit unscharf.
Auch interessant:



