FX und DX bei Nikon Kameras – Was ist das?

Nikon stellt DSLR-Kameras mit zwei unterschiedlichen Sensorgrößen her, die als FX-Format und DX-Format bezeichnet werden. Was ist was ?

Was ist FX Format ?

Sensor Größenvergleich
Bei FX und DX geht es um die Sensorgröße

FX-Format-Kameras enthalten einen Bildsensor mit einer Größe von ca. 36 mm x 24 mm. Dieses Format wird auch als Vollformat bezeichnet, weil der Sensor die Größe des traditionellen Kleinbildformats (auch als 35-mm-Format bezeichnet) hat. Dank seiner Größe besitzt der FX-Sensor eine höhere Empfindlichkeit und weist weniger Rauschen auf. 

Was ist DX Format ?

Dagegen hat ein DX-Sensor nur 2/3 der Größe eines FX-Sensors und misst 24 mm x 16 mm. Mit dem DX-Sensor können leichtere und kleinere Kameras gebaut werden, die trotzdem sehr hohe Bildqualität liefern

Kleiner Ausflug in die Nikon Geschichte:
Im August 2007 stellte Nikon mit der D3 die erste digitale Nikon mit einem Sensor in der Größe 36 mm × 24 mm vor. Diese von Nikon „FX“ getaufte Sensorgröße entspricht der des analogen Kleinbildfilms. Dies bedeutete eine Abkehr vom bisherigen Standpunkt Nikons zu den Vollformat-Sensoren. Nikon vertrat bisher die Ansicht, dass kleinere Sensoren im DX-Format (24 mm × 16 mm) mehr Vorteile als Nachteile in der Digitalfotografie hätten. Der Vollformatsensor mit seinem im Verhältnis zur Auflösung größeren Pixelpitch (Abstand der einzelnen Fotopixel auf dem Sensor) erreicht eine bessere Bildqualität, weil die Lichtmenge, die auf die einzelnen Pixel trifft, erhöht ist, womit die kameraeigene Signalverstärkung geringer ausfallen kann. Dies führt im Ergebnis zu geringerem Bildrauschen. Im Dezember 2008 stellte das Unternehmen die Nikon D3X mit 24,5 Megapixeln vor, die eine doppelt so hohe Auflösung wie die D3 hat und vor allem Studio- und Landschaftsfotografen ansprechen soll. Neuere FX-Modelle von Nikon tragen die Bezeichnungen D610, D750, D810, D5 und Df.

Wozu zwei Formate ?

Nikon-Objektive können grundsätzlich für beide Bildformate verwendet werden. Mit »DX« gekennzeichnete Objektive wurden jedoch für das DX-Format optimiert. DX- und FX-Objektive können mit Kameras beider Formate eingesetzt werden. Der Bildwinkel des Objektivs ändert sich aber in Abhängigkeit vom Kameraformat.

Objektive sind rund und projizieren ein rundes Bild auf den Bildsensor der Kamera. Das kreisförmige Bild eines FX-Objektivs entspricht in seiner Größe dem Vollformat-Sensor. Da dieser rechteckig ist, ist auch das resultierende Bild rechteckig.

Ein FX-Objektiv mit 200 mm liefert an einer ebensolchen Kamera also erwartungsgemäß einen Bildwinkel wie 200 mm.

Verwendung eines FX-Format-Objektivs an einer DX-Format-Kamera

Wenn das kreisförmige Bild eines FX-Objektivs auf einen DX-Sensor projiziert wird, wird das Bild um ca. 1/3 beschnitten. Der Effekt dieses Beschnitts entspricht einer Vergrößerung des Bilds um das ca. 1,5-fache. Im Ergebnis liefert ein FX-Objektiv mit 24 mm Brennweite an einer DX-Format-Kamera also einen Bildwinkel, der dem eines 36-mm-Objektivs an einer FX-Kamera entspricht. Dies wird als 1,5-facher →Formatfaktor bzw. Cropfaktor bezeichnet.

Bei einem sogenannten Cropfaktor von 1,5 wird aus einem 200mm Objektiv an einer DX-Kamera ein 300mm Objektiv – mit gleicher Lichtstärke.

Vorteile der Verwendung der Formate FX und DX

Wenn Sie von einer DX-Kamera zu einer FX-Kamera aufsteigen, können Sie vorhandene DX-Objektive weiter verwenden, weil die Kamera automatisch kompensiert. Und wenn Sie von einer FX-Kamera auf eine DSLR im DX-Format umsteigen, können Sie alle FX-Vollformatobjektive weiter nutzen, müssen aber den 1,5-fachen Formatfaktor berücksichtigen.

Als Profistandard und bei den gehobenen Modellen hat sich inzwischen das Vollformat, also FX, als Standard durchgesetzt. Vollformat-Sensoren sind rauschärmer und einfacher in der Handhabung bei Verwendung von Weitwinkel Objektiven, weil der Faktor wegfällt.

FX und DX Einstellung

FX-Format-Kameras ermöglichen die Auswahl unterschiedlicher Bildfeld-Optionen im Aufnahmemenü.

Spiegellose Kameras

Zur Photokina 2018 stellte Nikon die Z6 und Z7 als spiegellose Kameras mit Vollformat-Sensor vor. Die Kameras verfügen über ein neues Bajonett mit 55 mm Durchmesser, dem damit größten Bajonett. Ebenfalls werden die NIKKOR-Z-Objektive der Serie S passend zu diesen Kameras vorgestellt. Ein Adapter um die bisherigen FX-Objektive nutzen zu können ist verfügbar.

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