Arca-Swiss Schnellverschlusssystem erklärt

Wer sich mit Teleobjektiven, wackeligen Stativfüßen und rutschfreudigen Kameras herumschlägt, landet früher oder später beim Arca-Swiss Schnellwechselsystem. Was auf den ersten Blick nach Alpenurlaub klingt, ist in Wirklichkeit ein genialer Baukasten! Platten, Klemmen und L-Winkel sorgen zusammen für bombenfesten Halt und blitzschnellen Aufbau. In diesem Artikel zeigen wir dir mit einem Augenzwinkern, was es mit diesem System auf sich hat. Und wie es dir das Fotografenleben leichter macht – und deine Nerven schont.

Arca-Swiss Schnellwechselsystem
Das Arca-Swiss Schnellwechselsystem besteht immer aus zwei Komponenten.
Dazu gehört eine Schiene, die an Kamera oder Objektiv befestigt wird sowie eine Aufnahmeeinrichtung, in die das Ganze eingerastet wird.

Viele Fotografen tauchen frisch in die Welt der Superteleobjektive ein. Sodann machen schnell eine ernüchternde Entdeckung: Die Stativfüße der Objektive sind unpassend.Diese Füße, alle Hersteller ihren modernen Teles anschrauben, sind oft nicht Arca-Swiss kompatibel.

Leider liefern die großen Objektivhersteller diese „Einheitsfüße des Grauens“ mit, die mit gängigen Stativköpfen nichts gemeinsam haben.

Diese Hersteller haben bei ihren Teleobjektiven oft Arca-Swiss kompatible Füße:

  • Sigma
  • Tamron
  • Olympus

Diese dagegen leider nicht:

  • Canon
  • Sony
  • Nikon

Für neue Objektivbesitzer ist das Ganze dann eine echte Nervenprobe. Man möchte schließlich nicht, dass ein Objektiv im Wert eines Kleinwagens mit einem dramatischen Plopp Richtung Boden rauscht. Und da die meisten Stativplatten nur einen einzigen winzigen Montagepunkt haben, ist ein schweres Supertele darauf ungefähr so stabil wie eine Bowlingkugel auf einem Zahnstocher! Ja, technisch möglich, aber mit hoher Absturzgefahr und Schweißausbrüchen garantiert.

Hier ist das Nikon 180-400mm. Es hat im Lieferumfang einen Stativfuß, jedoch mit einem Gewinde

Nikon 180-400mm ohne Arca-Swiss Fuß
Nikon 180-400mm ohne Arca-Swiss Fuß

Nachteil: Möchte ich das Objektiv vom Stativ nehmen, muss ich ewig lange das Gewinde drehen, um das schwere Gerät abzunehmen. Mit Arca Swiss ginge das dagegen mit einem Rutsch. Dafür gibt es sogar extra Stativfüße, die sich anstatt des Originals anbringen lassen.

Arca Swiss Ersatzfuß für das Supertele Nikon 180-400mm
Arca Swiss Ersatzfuß für das Supertele Nikon 180-400mm

Was ist das Arca-Swiss-Schnellwechselsystem?

Das Arca-Swiss-Schnellwechselsystem besteht im Prinzip aus zwei Teilen.

Der erste Teil ist die sogenannte Platte. Die wird an die Kamera oder ans Objektiv geschraubt. Diese Platte ist nach einem Standard gefertigt, dem sogenannten Arca-Style: etwa 35 mm breit. Es gibt sie in allen Längen – von „praktisch“ bis „könnte als Lineal durchgehen“. Besonders lange Platten nutzt man zum Beispiel bei riesigen Superteleobjektiven. Diese haben dann gleich zwei Montagepunkte, damit sie nicht wie eine Wippe wackeln.

Der zweite Teil ist die sogenannte Klemme (englisch: Clamp). Sie wohnt in der Regel oben auf dem Stativkopf und ist das Gegenstück zur Platte. Die Klemme kann man komplett öffnen, um die Platte einfach hineinzulegen und festzustellen.

Der größte Vorteil des Arca-Swiss-Systems ist genau dieses „Reinschieben statt Ranschrauben“. Dank der 45°-Form lässt sich die Platte butterweich in der Klemme hin- und herschieben. So kann man alles in Ruhe ausbalancieren. Und dann mit einem Dreh am seitlichen Feststellknopf bombenfest sichern.

Kurz gesagt: weniger Gefummel, mehr Klick – und die Kamera bleibt, wo sie soll.

Bodenplatte als Schnellwechselplatte

Die einfachste aller Arca-Swiss-Platten ist die sogenannte Bodenplatte. Das ist im Grunde ein kleines, aus einem Stück gefrästes Metallteil. Es wird unten an die Kamera geschraubt – quasi wie ein schicker Hightech-Schuh.

Tipp
Ich lasse diese Platte immer an der Kamera, wenn ich mit Stativ unterwegs bin.
So kann ich leicht die Kamera wechseln und habe mit einem Klick eine andere auf dem Stativ. Da mein Teleobjektiv auch eine Arca-Swiss Platte am Fuß hat, kann ich dieses ebenso problemlos mit einem klick auf dem Stativ befestigen.

Es gibt zwar jede Menge universelle Bodenplatten, die auf so ziemlich jede Kamera passen wie Einlegesohlen von der Stange. Aber die besten Platten sind aus Metall. Dabei sind sie nicht für ein bestimmtes Modell gebaut. Diese Platten sitzen wie angegossen und wackeln nicht.

Sie kosten auch nicht viel. Wenn du irgendwann eine neue Ausrüstung hast, passt die alte Platte immer noch.

Mantona AS-70-1 Schnellwechselplatte Arca-Swiss kompatibel 70 x 38 mm Aluminium mit 1/4″ Schraube Gummipuffern
  • [Kompatibilität] – Die Arca-Swiss-kompatible Schnellwechselplatte von Mantona ist passend für Kugelköpfe, Neiger, Slider und weitere Stativköpfe. Dank der universellen Kompatibilität eignet sie sich ideal für Fotografie, Videoaufnahmen und den flexiblen Einsatz mit verschiedenen Stativen und Stativköpfen führender Hersteller.
  • [Materialqualität] – Gefertigt aus einer leichten, hochfesten Aluminiumlegierung und per CNC-Technologie präzise gefräst, überzeugt die Platte durch ihre robuste Bauweise. Dank der schwarz eloxierten Oberfläche bietet sie Kratzfestigkeit und Langlebigkeit, so dass die Schnellwechselplatte für Stativköpfe den hohen Anforderungen im professionellen Fotoalltag gerecht wird
  • [Sicherheit] – Für den sicheren Halt sorgen Anti-Rutsch-Gummipuffer auf der Oberseite sowie integrierte Fallsicherungsstifte. Dank dieser durchdachten Konstruktion bleibt das Kameraequipment zuverlässig fixiert, auch bei intensiver Nutzung. So ist die Schnellwechselplatte eine sichere Ergänzung für Ihr Zubehör

L-Winkel (L-Bracket)

Normale Arca-Swiss Bodenplatten sind zwar ganz nett. Aber sobald man von Quer- auf Hochformat wechseln will, beginnt das große Gefummel am Stativkopf.

Genau hier kommt der L-förmige Winkel, auch „L-Bracket“ genannt, ins Spiel. Der ist wie ein praktischer Eckbügel für die Kamera! Man löst einfach kurz die Platte, steckt sie seitlich wieder ein, fertig. Und schon steht die Knipse hochkant, ohne dass man den ganzen Stativkopf auf den Kopf stellen muss.

Kurz gesagt: Weniger Yoga mit dem Stativ, mehr Zeit fürs Fotografieren.
Nachteil dabei ist jedoch, dass diese Arca-Swiss-Brackets nur für einen bestimmten Kameratyp gefertigt sind.

Objektivfüße

Das Teleobjektiv hat von Haus aus keinen Arca-Swiss kompatiblen Fuß ? Kein Problem! Man könnte nun einfach eine längere Arca-Swiss Platte an den Fuß eines Objektivs schrauben. Aber elegant ist das ungefähr so wie Klebeband an Designer-Schuhen.

Bequemer ist es, gleich einen speziellen Ersatzfuß im Arca-Style zu nehmen, der genau für das jeweilige Objektiv gebaut ist. Manche davon sind sogar untereinander austauschbar. Das gibt es zum Beispiel bei einigen Nikon-Superteles wie 300mm, 400mm und 500mm. Meistens braucht aber jedes Superteleobjektiv sein ganz eigenes Modell.

Am besten besorgt man sich für jedes dieser Objektive direkt den passenden Ersatzfuß.

Hier ist ein Ersatzfuß für das Canon RF 70-200mm f/2.8 USM:

Klemmen für den Stativkopf, der nicht Arca-Swiss hat

Im Lauf der Jahre haben sich die Hersteller immer ausgefallenere Varianten von Arca-Swiss Klemmen ausgedacht. Früher gab’s nur simple Modelle mit Drehknopf. Heute dagegen reicht das Sortiment von “„”macht einfach nur fest” bis “„”kann drehen und schieben”.

Für jeden Fotobedarf ist etwas dabei: von einfachen Schraubklemmen bis zu fortschrittlichen Panorama. Es gibt sogar Makro-Klemmen, die sich drehen und gleiten lassen wie ein gut geölter Tanzpartner.

Arca-Swiss Panorama-Klemmen sind besonders praktisch – egal ob für ganz normale Fotos oder für hochambitionierte Riesenschwenks. Mit so einer Klemme kann man z. B. eine sogenannte Nodal-Schiene nutzen, um perfekte einreihige Panoramen zu erstellen. Wer es richtig krachen lassen will, kann sich sogar eine komplexe Konstruktion mit mehreren Klemmen für horizontale und vertikale Bewegungen aufbauen.

Kurz gesagt: Mit diesen Klemmen kann man seine Kamera fast so elegant kreisen lassen wie ein Balletttänzer.

Stativkopf mit Arca Swiss – die Profilösung

Noch komfortabler wird es, wenn dein Stativ ohne weiteres Zubehör sofort kompatibel mit deiner Platte ist. Genau hier kommen Arca-Swiss-Stativköpfe ins Spiel, die keinen Adapter brauchen.

Diese Arca-Swiss Köpfe sind direkt kompatibel mit den standardisierten Arca-Swiss-Platten. Du schraubst deine Platte ans Objektiv, klickst sie in den Kopf – fertig. Kein Gefummel, kein Adapter, keine verlorenen Schrauben. Einfach Kamera drauf, festziehen, fotografieren.

Und das Beste: Du kannst die Platte seitlich einschieben, hochkant oder quer drehen, ohne dass du den ganzen Kopf neu einstellen musst. Perfekt für Panorama-, Makro- oder Wildlife-Fotografie. Egal ob große Superteles oder leichte Objektive – alles sitzt bombenfest.

Kurz gesagt: Arca-Swiss-Köpfe ohne Adapter sparen Zeit, Nerven und geben eine sichere Bühne.

Fazit

Das Arca-Swiss-Schnellwechselsystem ist so vielseitig, dass es fast alles mitmacht. Das reicht von Panorama- und 3D-Fotografie bis hin zu komplizierten Makro-Aufbauten, bei denen selbst Lego neidisch wird.

Weil sich die Platten in den Klemmen vor- und zurückschieben lassen, sind den kreativen Aufbauideen praktisch keine Grenzen gesetzt. Es gibt daher unzählige Produkte und Zubehörlösungen für wirklich jede Art von Ausrüstung.

Das Beste daran: Man kann wild verschiedene Arca-Swiss Teile miteinander kombinieren. Du musst nicht ständig Angst vor Kompatibilitätschaos zu haben! Denn der Plattenstandard ist bei allen Herstellern gleich. Kurz gesagt: ein System wie ein Lego Baukasten – nur professioneller und teurer, aber mit garantiert weniger verschluckbaren Kleinteilen.

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