Einbeinstativ Vergleich (Monopods)

Stative brauchen geringes Gewicht. Einbeinstative sind daher aus Aluminium oder Carbon, sollen eine schwere Kamera halten und auch die Arbeitshöhe soll hoch genug sein. Geht das? Wir vergleichen.

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Einbeinstative bieten in unterschiedlichen Situationen deutliche Vorteile gegenüber Dreibeinstativen. Sportfotografie mit Verwendung schwerer Teleobjektive ist dabei nur ein Themenfeld. Wir vergleichen die besten Einbeinstative (Monopods) und zeigen, worauf Du achten musst.

Die Suche nach dem besten Einbeinstativ

Monopod Einbeinstativ
Sportfotografie mit schweren Teleobjektiven ist ohne Einbeinstativ nicht machbar.

Stative stehen oft in dem Ruf, umständlich zu sein. Sie sind schwer, sperrig und schlecht zu tragen. Außerdem kann es lästig sein, ein Stativ aufzubauen und gerade auszurichten. Im Gegensatz dazu kannst du mit einem Einbeinstativ Deine Kamera jederzeit auflegen, was einerseits Stabilität sowie Gewichtsverlagerung bedeutet.

Einbeinstative werden auch Monopods genannt. Sie bestehen nur aus einem Bein und lassen sich somit schneller ausfahren und zusammenfalten als ein Dreibein. Somit passen sie leichter in eine kleinere Tasche oder einen kleinen Fotorucksack. Dadurch sind Einbeinstative wie gemacht für den Einsatz bei Sport und unterwegs, wenn es auf kurze Belichtungszeiten ankommt. Auch bei Verwendung langer Brennweiten oder Verwendung von Teleobjektiven ab 300mm sind sie sehr hilfreich.

Vor dem Kauf solltest Du die Eigenschaften der einzelnen Einbeinstative vergleichen: Gewicht, Arbeitshöhe und Packmaß sind die wichtigsten Daten. In den Vergleich sollte auch das Material deines Einbeinstativs einfließen. Aluminium ist leicht, Carbon wiederum noch leichter.

Kranich mit 500mm Brennweite
Diesen Kranich habe ich mit meinem 200-500mm fotografiert, natürlich mit EInbeinstativ (Monopod)
Nikon D810 · AF-S 200-500mm 5.6 IF ED · 1/500 s · f/8 · ISO 400

Vorteile eines Einbeinstativs

Wie der Name schon sagt, ist ein Einbeinstativ der einbeinige Cousin des Stativs. Hier sind einige der wichtigen Vorteile, die ein Einbeinstativ bietet, wenn du eine Stabilisierung der Kamera brauchst.

  • Geringeres Gewicht und geringere Größe als ein Dreibeinstativ
    Es gibt einige wirklich unhandliche Stative auf der Welt, die viel Platz wegnehmen. Wenn es dein Wunsch ist, dich nicht über all die Nachteile eines Stativs zu ärgern, wird es dich freuen zu hören, dass Einbeinstative in der Regel nur einen Bruchteil des Gewichts vieler Stative haben. Aufgrund der einbeinigen Konstruktion eines Einbeinstativs musst du dir auch sich keine Sorgen machen, dass es eine Stolperfalle darstellt (wie es oft bei einem Dreibeinstativ der Fall ist). Außerdem kannst du ein Einbeinstativ leicht in deiner Kameratasche verstauen. Stative aus Aluminium oder Carbon sind leichter als Stahlbeine.
  • Einfacher Aufbau
    Bei einem Einbeinstativ musst du nur ein Bein ausfahren und deine Kamera montieren. Das ist auf jeden Fall schneller, als drei Beine auszufahren und eines oder mehrere dieser Beine verstellen zu müssen, wenn du dich auf einer unebenen Fläche befindest. MOderne Monopods tragen auch schwere Kameras und erleichtern Aufnahmen selbst ohne Kugelkopf.
  • Mobilität
    Aufgrund des einfachen Aufbaus und des geringen Gewichts helfen Einbeinstative Outdoor- und Sportfotografen, mobil zu bleiben.
  • Einfache Anpassung an große Objektive
    Schwere Objektive haben meist eine Stativschelle, die dazu dient, das Gewicht des Objektivs auf einem Stativ besser auszugleichen. Eine gute Nachricht! Diese Schelle ist nicht die ausschließliche Domäne von Dreibeinstativen. Denn Einbeinstative nutzen sie genauso effizient und helfen dir, die Auswirkungen der Schwerkraft großer Objektive zu überwinden.
  • Low-Cost Alternative zur Bildstabilisierung
    Keine Kamera oder kein Objektiv mit Bildstabilisierung zu haben, ist keineswegs ein Hindernis, um unter bestimmten Bedingungen fotografieren zu können. Was glaubst du denn, wie all die großen Fotografen früher ohne die Technik ausgekommen sind, die wir so oft als selbstverständlich ansehen? Nun, eine Möglichkeit war die Verwendung eines Einbeinstativs. Lasse dir also nicht von der Technik vorschreiben, was du fotografieren kannst und was nicht.
  • Kosteneffizienz
    Der Kauf eines guten Einbeinstativs kostet dich weniger als der Kauf eines anderen Stativs oder einer bildstabilisierten Ausrüstung.
  • Kreative Flexibilität
    Du kanst ein Monopod auf eine Art und Weise nutzen, die du mit einem Stativ nie erreichen kannst. Zum Beispiel kannst du mit einem Weitwinkelobjektiv deine Kamera an einem Einbeinstativ befestigen und es als eine Art Arm verwenden, um ein Bild aus der Vogelperspektive aufzunehmen. Eine STandspinne erleichtert den Stand am Boden.

Sirui Modell ohne Kugelkopf:

Auf was Du achten musst

Actionfotografie
Sportfotografie mit Einbeinstativ
  1. Stärke und Stabilität
    Ein Einbeinstativ muss in der Lage sein, das Gesamtgewicht Deiner Kamera samt Objektiv und Zubehör zu tragen. Wir haben unten die maximale Tragfähigkeit von Monopods aufgeführt. Überprüfe dies daher immer, bevor Du kaufst.
    Eine Profi-DSLR mit einem 400mm Teleobjektiv bringt schnell zusammen 5kg auf die Waage.
  2. Ausfahrbahre Länge bzw. Arbeitshöhe
    Wie hoch muss Dein Einbeinstativ sein? Wie groß bist Du selbst und welche Arbeitshöhe benötigst du? Ein Monopod nützt Dir nichts, wenn Du 1,70m groß bist und das Stativ kommt nur auf 110cm. Bedenke aber, dass die Kamera noch oben drauf kommt (+15cm). Die Arbeitshöhe ist daher besonders wichtig für den Komfort.
  3. Verriegelungen an den Stativbeinen
    Einbeinstative werden durch Twist- oder Flip-Locks auf und zu gemacht. Ich persönöich habe lieber Drehverschlüsse, weil diese sich intuitiv bedienen lassen, auch im Dunkeln.
  4. Gummifuß oder Spreizfuß (Standspinne)
    hört sich an wie beim Orthopäden. Einige Monopods haben zusätzliche ausklappbare Füße für eine stabilere Unterstützung. Mit dieser Standspinne stehen sie auch fest auf sandigen Oberflächen. Im Vergleich ist ein Gummifuß für 95% aller Situationen universell einsetzbar.
  5. Griff
    Am obersten Bein des Monopods sollte sich ein gummierter Griff befinden. So kannst Du das Stativ auch bei Költe benutzen, ohne das kalte Metall anzufasen. Bei manchen Monopods handelt es sich um Schaum, während bei anderen Modellen Gummi verwendet wird. Eine Handschlaufe erleichtert das Tragen.
  6. Stativkopf
    Zum Stativ, nicht nur zum Dreibeinstativ, gehört ein Stativkopf. Der kann beim Kauf bereits dabei sein oder separat erworben werden. Für ein Einbeinstativ reicht ein einfacher und relativ starrer Stativkopf.
Einbeinstativ bei Sportfotografie
Sportfotografie geht ab 300mm nur mit Einbeinstativ

Die Bestenliste

Aber nun wird es Zeit für die Liste der besten Monopods und den Test der beliebtesten Einbeinstative. Wir haben eine Auswahl von Einbeinstativen ausgewählt, die wir anhand ihrer Kombination aus Stärke, Länge, Funktionalität, Stil und Erschwinglichkeit bewertet haben. Für jedes Bedürfnis und Budget steht Dir hier eine Auswahl an Einbeinstativen zur Verfügung.

Vanguard VEO 2S AM-264TR

Das neueste Dreibein-Einbeinstativ von Vanguard

Beim Monopod von Vanguard handelt es sich gleich um eine Besonderheit: Es ist mit drei Füßen am Boden. Unten spreizt sich das Bein wie eine Hühnerkralle und gibt besseren Halt. Diese Kralle macht das Einbeinstativ zwar etwas sperriger und bietet eine größere Stellfläche, verbessert jedoch die Stabilität erheblich. Das hilft Dir insbesondere bei Aufnahmen in schlechten Lichtverhältnissen oder auch bei Videoaufnahmen.

Wie wir es von Vanguard-Produkten gewohnt sind, ist dieses Monopod gut konstruiert. Es gibt glatte Drehverschlüsse und ein ergonomischen Design. Neben den Standardhalterungen bietet es auch einen universellen Smartphone-Anschluss. Die Hühnerkralle macht es etwas sperriger und schwerer als andere Einbeinstative, aber die Funktionalität macht das wieder wett.

Ausgefahren: 163 cm.

  • sehr stabil
  • Ergonomische Drehverschlüsse
  • Liveview
  • Relativ schwer
  • Relativ langes Packmaß
Reduziert!
VEO 2S AM-264TR
VEO 2S AM-264TR
Leicht und robust; Smartphonehalterung; einziehbare Standfüße; 5 Sektionen
92,61 € −8,97 € 83,64 €

Manfrotto Element Einbeinstativ

Preiswert und gut

Mit einer maximalen Nutzlast von 15 kg (laut Hersteller) macht das Manfrotto eine gute Figur. Allerdings dürfte die realistische Nutzlast bei ca. 5 kg liegen. Es ist preiswert, lässt sich sehr gut verstauen und ist mit 0,45kg erstaunlich leicht. Das macht das Manfrotto perfekt für Reisen und Transport in einem Fotorucksack.

Eine Ummantelung aus Schaumstoff lässt die Finger bei Kälte nicht frieren. Alles in allem ist dieser Vertreter eine günstige Wahl für Einsteiger und Wenignutzer. Im Vergleich hat das Manfrotto ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die Arbeitshöhe beträgt ausgefahren 150 cm.

  • Super günstig
  • Klein und leicht
  • keine Arcaswiss Platte

Gitzo GM2562T Traveler Serie 2 Carbon Einbeinstativ

Nicht nur gut, sondern top: Ein Premium-Einbeinstativ für Profis zum Premium-Preis

Die Verwendung der besonders leichten Carbon Faser von Gitzo für die Konstruktion dieses Traveller-Einbeinstativs macht es so leicht und einfach zu transportieren. Obwohl es sich um einen Giganten mit sechs Abschnitten handelt, kann das Stativ bis zu 142 cm lang werden. Top: Außerdem kann es eine maximale Nutzlast von 12 kg tragen. Das ist mehr als genug, um DSLR Kameras mit langen Objektiven zu handhaben.

Auch top: Es lässt sich dabei auf beeindruckend kurze 36 cm packen. Somit passt es auch ins Handgepäck passt und eignet sich perfekt für die Reise. Preis bei Amazon: 350,99 €

Ausgefahrene Arbeitshöhe: 142 cm.

  • Federleicht, superstark
  • Große Nutzlast
  • Preis
Gitzo GM2562T Traveler Serie 2 Carbon Einbeinstativ, Schwarz
Gitzo GM2562T Traveler Serie 2 Carbon Einbeinstativ, Schwarz
Carbon eXact - starrere Beine; Traveler G-Lock - platzsparend und ergonomisch; Lieferumfang:Gitzo Traveler GM2562T Einbeinstativ
350,99 €

Benro MAD49A Adventure Aluminium

Ein High-End-Modell mit einem einzigartigen Gummifuß

Das Adventure MAD38C von Benro besteht aus strapazierfähigem Aluminium. Es ist außerdem mit einem runden, gummierten Fuß mit variablem Winkel ausgestattet, der die Möglichkeiten des Fotografen oder Videografen für den Aufnahmewinkel erweitert. Gleichzeitig bietet es ein optimales Maß an Stabilität. Dank der schnell umklappbaren Beinschlösser für die vier Beinabschnitte lässt sich das Einbeinstativ kurzum schnell einsetzen und einfach verstauen.

Die maximale Nutzlast beträgt übrigens stolze 16 kg. Somit ist dieses Monopod eine gute Wahl für die Verwendung mit schweren DSLRs und langen schweren Teleobjektiven. Wenn Du Vogelfotografie oder Aufnahmen mit entfernten Motiven planst, ist dieses Einbeinstativ das Richtige für Dich. Sein Gewicht von nur 0,5 kg erleichtert das Tragen und es ist zusammengeklappt nur 52,5 cm lang. Das ist nicht ganz so kurz wie andere Einbeinstative in dieser Zusammenfassung, aber dennoch sehr reisefreundlich.

Die Arbeitshöhe beträgt ca. 159 cm. Preis bei Amazon: 70,09 €

  • Stabiler gummierter Fuß
  • Stark und leicht
  • Packmaß nicht sehr klein
Benro MAD49A Adventure Aluminium-Einbeinstativ Series 4/5 Section schwarz
Benro MAD49A Adventure Aluminium-Einbeinstativ Series 4/5 Section schwarz
Für die Ewigkeit gebaut; Lieferumfang:MAD49A Adventure Series 4 aluminum Monopod
70,09 €

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Ein Einbeinstativ von Sirui ist im Test momentan nicht dabei, kann aber bei Aktualisierung aufgenommen werden.