Belichtungsreihe (Bracketing) einfach nutzen

Anzahl und Schrittweite wählen und fertig ist die Belichtungsreihe. Und was sind Weißabgleichsreihe und Blitzbelichtungsreihe?

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Durch eine Belichtungsreihe (Bracketing) lassen sich automatisch über- und unterbelichtete Fotos machen. Wozu eine Belichtungsreihe gut ist und wie man sie einstellt, liest Du hier.

In diesem Artikel liest Du alles über Belichtungsreihen, und wie Du eine HDR Aufnahme in Lightroom erstellen bzw. vorbereiten kannst.

Was ist Bracketing?

Belichtungsreihe Bracketing
Belichtungsreihe automatisch fotografieren: mit der Bracketing Funktion deiner Kamera

Moderne DSLR Kameras und einige Kompaktkameras der Spitzenklasse bieten die Möglichkeit, eine Reihe von Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungen zu erstellen. Diese Automatik bezeichnet man als Belichtungsreihe. In diesem Artikel geht es also um die Bracketing-Technik, wie Du mit mehreren Aufnahmen und verschiedenen Einstellungen pro Bild eine Reihe erstellst, bei denen verschieden belichtete Aufnahmen entstehen.

Meist handelt es sich dabei um eine Dreierreihe: Eine Auslösung mit der richtigen Belichtung , eine mit einer Blende darunter und eine Fotografie mit einer Blende darüber. Diese Einstellungen gelten dann für die nächsten drei aufgenommenen Aufnahmen. Die erste Aufnahme ist die „richtige“ Belichtung, gefolgt von der Unterbelichtung und der Überbelichtung. Somit lassen sich automatisch Bilder mit verschiedenen Einstellungen fotografieren.

Belichtungsreihe bei Nikon
Belichtungsreihe bei Nikon mit der BKT (Bracketing) Funktion:
3F 2.0 bedeutet: 3 Bilder mit je 2 Blendenstufen Unterschied

Eingestellt wird das Bracketing an der Kamera meist mit einem Knopf namens BKT, zumindest bei Nikon. Bei Canon gibt es einen Knopf an der Rückseite der Kamera. Anschließend wählt man, wieviele Bilder die Serie haben soll und welchen Belichtungs -„Abstand“ die Bilder voneinander haben sollen. Möglich sind beispielsweise auch 5 Bilder oder 7 Bilder mit Abständen von 1/3 bis 2 vollen Blendenstufen.

Somit kannst du leicht eine HDR Aufnahme in Lightroom erstellen.

Was ist der Vorteil? Erstens lassen sich durch eine solche Belichtungsreihe falsche Belichtungen leichtaussortieren, zum Beispiel in Lightroom. Noch wichtiger ist aber der Vorteil, in Lightroom ein HDR Bild aus der Reihe zu erstellen. In einer HDR Aufnahme werden Kontraste und Helligkeiten der verschiedenen Einzelfotos zu einer Aufnahme kombiniert. Die Anzahl kannst Du übrigens vorwählen.

Wie man Belichtungsreihen erstellt

Verwende die Belichtungsreihe am besten immer in Verbindung mit dem Serienbildmodus. In diesem Modus fotografiert die Kamera nicht nur ein Bild, sondern löst hintereinander aus, solange Du den Auslöser gedrückt hältst.

Während die automatische Belichtungsreihe aktiviert bleibt, durchläuft die Kamera nun die eingestellten drei Belichtungs- einstellungen mit der Schrittweite. Wenn dagegen der Modus auf Einzelbild festgelegt ist, musst Du daran denken, drei einzelne Aufnahmen von Deinem Motiv zu machen.

Somit werden bei „Serienbild“ Einstellung drei Fotos mit unterschiedlichen Belichtungen gemacht und dann gestoppt.
Ich kann also drei Belichtungen schnell hintereinander aufnehmen, sodass die Aufnahmen fast identisch sind und ich mich nicht daran erinnern muss, wie viele Aufnahmen ich gemacht habe.

Bei Verwendung eines Statives beitet sich ein Fernauslöser an, der sogar noch Intervall Funktionen und mehr bietet. Wir haben den Pixelpro TW-283 bereits hier getestet.

Beispiel einer Belichtungsreihe mit Schrittweite 1:

Belichtungsreihe
korrekt: Bracketing 0
Bracketing
Unterbelichtet: Bracketing -1
Bracketing
Überbelichtet: Bracketing +1

Kontraste mindern durch Bracketing

Belichtungsreihe bei Nikon
Belichtungsreihe: Anzahl und Schrittweite vorgeben und fotografieren, fertig.
3 Bilder mit je 2 Stufen Unterschied von Foto zu Foto

Eine Belichtungsreihe ist sehr nützlich, wenn die Beleuchtung schwierig ist oder zu viel Kontrast vorhanden ist. Du hast dadurch dann eine Reihe von Bildern zur Auswahl. Die Anzahl beträgt meist 3, 5 oder 7 Bilder mit einer bestimmten Schrittweite um einen voreingestellten Wert herum, beispielsweise -1, 0, +1.

Jeder hat viele (ansonsten gute) Fotos, die durch ein ausgefessenes Spitzlicht im Gesicht suboptimal beichtet sind. Diese hätten von einer kürzeren Belichtung profitiert. Ebenso habe ich Bilder, die zu dunkel sind. Und obwohl sie durch langwierige Bearbeitung in Lightroom oder Photoshop teilweise korrigiert werden können, fehlen ihnen die Farbtöne, die Sie auf einem richtig belichteten Foto erhalten hätten.

Obwohl die automatische Messung in den meisten Fällen sehr gut ist, gibt es häufig Situationen, die die Messung täuschen können. Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob die Kamera die richtige Belichtung liefert, versuche eine Belichtungsreihe. Dann hast Du eine Auswahl an Belichtungen und kannst später die passende auswählen. Außerdem entfällt eine langwierige Nachbearbeitung in Lightroom oder Photoshop.

Wie groß sollen die Abstände sein?

Wenn du in RAW fotografierst, ist eine volle Blende eine gute Lücke für eine Belichtungsreihe.
Wenn Du dagegen in JPEG / JPG aufnimmst, sollte die Lücke zwischen den Belichtungen enger sein. Denn es gibt bei JPG weniger Möglichkeiten, Probleme bei der Nachbearbeitung, z.B. in Lightroom, zu beheben.

Belichtungsreihe und Belichtungskorrektur zusammen verwenden

Die Mitte der Belichtungsreihe muss sich nicht unbedingt bei +-0 (Null) befinden. Es ist möglich, gleichzeitig eine Belichtungskorrektur anzuwenden und eine Belichtungsreihe hinzuzufügen. Vorgegeben wird die Schrittwheite und die Anzahl.

Du könntest also eine Unterbelichtung auf der Mittellinie der Skala einstellen.
Dies würde Dir eine „korrekte“ Belichtung (0) geben, dazu ein Bild mit -1 Blende darunter und eins mit -2. Oder Du kannst die „Unterbelichtung“ quasi auf der Mittellinie einstellen und eine und zwei Zwischenstopps einlegen. Beim Fotografieren im Winter oder im Schnee sollten alle Fotos wegen des hellen Schneehintergrunds um mindestens eine Blende überbelichtet sein.

Weißabgleichs-Belichtungsreihe

Manche Kameras verfügen außerdem über die Funktion einer Weißabgleichsreihe. Bei einer solchen Weißabgleichsreihe werden unter Beibehaltung der gleichen Belichtungszeit mehrere Fotos mit einem Abgleich auf unterschiedliche Farbtemperaturen aufgenommen. Der englische Ausdruck dafür ist White Balance Bracketing, kurz WBB. Beim Fotografieren in RAW ist eine Weißabgleichsreihe aber nebensächlich, da in Lightroom der richtige Weißabgleich später gesetzt werden kann..

Unter einer Blitzbelichtungsreihe, engl. FEB (Flash Exposure Bracketing) versteht man Abstufungen hinsichtlich der Blitzintensität. Ähnlich wie bei der Belichtungszeit lassen sich mit der Blitzbelichtungsreihe höherwertigen Kameras und Blitzgeräten Korrekturen vornehmen.

Somit bietet Bracketing viele Vorteile durch die automatische Änderung der Belichtung von Bild zu Bild. Außerdem lässt sich somit leicht eine HDR Aufnahme in Lightroom erstellen. Mehr zu Lightroom.

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