Einfach schöne Fotos!

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Die Fotoschule aus dem Bildner Verlag verspricht „einfach schöne Fotos“. Wir haben das Buch gelesen. Kann das Buch sein Versprechen halten?

Noch eine Fotoschule?

Heute werden so viele Bilder gemacht, wie noch nie. Das liegt sicher auch an der viel einfacher gewordenen Technik. Integrierte Kameras in kleinsten Mobiltelefonen, Belichtungsautomatik und nicht zuletzt die Möglichkeiten der Nachbearbeitung haben die Fotografie populärer gemacht denn je.

Einfach schöne Fotos Buch
Einfach schöne Fotos

Laut Statistik werden inzwischen „dank“ Smartphones mehrere Milliarden Fotos weltweit gemacht. Das digitale Bild kostet nichts, also wird munter drauf los geknipst, was das Zeug hält.

Leider ist die Qualität der Fotos nicht mit der Menge mitgewachsen, sodass es einen offensichtlichen Bedarf an Fotoschulen gibt. Genau hier setzt das Buch „Einfach schöne Fotos“ aus dem Bilder Verlag an.

Zum Buch

Auf über 600 Seiten wollen die Autoren Ronny Behnert und Luca Taukert zeigen, worauf es beim Fotografieren ankommt. Im Gegensatz zu anderen Fotoschulen startet das Buch jedoch nicht mit den verschiedenen Kamerasystemen. Vielmehr geht es im ersten Kapitel um die Idee. Schließlich ist Fotografieren etwas Kreatives, eine Idee sollte also im Vordergrund stehen.

„Fotografie ist mehr als die Kenntnis der technischen Aspekte“ ist somit das Plädoyer im ersten Kapitel. Das gefällt mir gut, denn das Herz des Fotografen sollte die Führung übernehmen, nie die Kamera.

So lautet der Untertitel des Buches auch „Von der Idee zum perfekten Bild“ – ein hehrer Anspruch.

  • Von der Idee zur fertigen Aufnahme
  • Das perfekte Fotolicht erkennen
  • Kreative Bildideen entwickeln
  • Wirkungsvolle Perspektiven
  • Bildharmonien durch Gestaltung und Komposition
  • Herausforderung Schwarz-Weiß
  • Bewusste Unschärfen
  • Architektur-, Landschafts-, Street-, Makro- und Porträtfotografie
  • Das passende Kamerasystem
  • Verschiedene Aufnahmemodi
  • ISO, Belichtungszeit und Blende
  • Wie und was wird scharfgestellt?
  • RAW-Daten entwickeln und organisieren
  • Fotos fürs Internet bearbeiten

Fotoschule für Einsteiger

Neben ein paar Tipps zur Perspektive geht es anschließend um die technischen Hintergründe, die in einer Fotoschule für Einsteiger nicht fehlen dürfen: Kameras, Objektive, Einstellungen. Auch die Abhängigkeiten von Zeit, Blende und ISO behandeln die Autoren in einem eigenen Kapitel. Alle Erklärungen sind mit Beispielen und Bildern illustriert. So lernt auch der Einsteiger schnell, worum es geht und welchen Effekt welche Einstellung aufs spätere Foto hat. Einfach schöne Fotos eben.

Ein eigenes Kapitel zur Schärfe schließt den theoretischen Teil ab. Unterschiede der verschiedenen Autofokus Methoden sind beispielsweise detailliert beschrieben. Ob der Einsteiger in die Fotografie sich allerdings für die Unterschiede von Phasen-AF, Dual-Pixel- AF und Hybrid-AF interessiert, ist sehr fraglich. Diese Details gehen doch etwas an der Zielgruppe vorbei. Einfach schöne Fotos, nur eben nicht so einfach wie versprochen.

Leseprobe
Leseprobe „Einfach schöne Fotos!“

Praxisteil

Das ganze theoretische Wissen möchte natürlich auch angewendet werden. Daher zeigen die Autoren im zweiten Buchteil ein paar Kapitel zur Architektur-, Food- und Makrofotografie. Auch Porträts, Panorama und Langzeitbelichtungen fehlen nicht. Natürlich könnte jedes einzelne dieser Themen ganze Bücher füllen, sodass hier nur wesentliche Punkte angerissen werden.

Die Anordnung der Kapitel scheint mir etwas ungeschickt, zumal Foodfotografie in seiner Komplexität und Beleuchtung sicher nicht unter den ersten Übungen eines Anfängers stehen dürfte. Stattdessen kommt das entscheidende Kapitel, nämlich Bildgestaltung, ganz zum Schluss des Buches. Obwohl Bildgestaltung das Wichtigste für „einfach schöne Fotos“ sein dürfte, findet sich hier nicht mal die Drittelregel. Auch im Stichwortverzeichnis ist sie nicht aufgeführt. Das ist für eine Fotoschule schon merkwürdig.

Beide Autoren sind Fotografen. Da wundert es umso mehr, dass nicht alle Fotos aus der fotografischen Feder der Autoren entstammen. Schon auf dem Umschlagdeckel sind zwei Bilder, die Adobe Stock entnommen sind, wie das Impressum verrät.

Fazit

Das Buch „Einfach schöne Fotos!“ nimmt als Zielgruppe die Einsteiger in die Fotografie ins Visier. Technische Hintergründe werden in allen Facetten erklärt. Dafür leidet der Praxisbezug. Schön wären ein paar Workshops, die den Einsteiger leicht nachvollziehbar abholen. Kleine Praxis-Exkursionen würden den Mehrwert des Buches steigern. Einfachere Kapitel wie etwa zur Landschaftsfotografie fehlen völlig, dafür gibt es welche zur Foodfotografie und anderen Spezialgebieten. Diese Spezialgebiete sind dem Anfänger aber meist schon aufgrund des geforderten Zubehörs (Makroobjektive etc.) verwehrt. Der Praxisteil ist somit wenig praktisch, er geht an der Zielgruppe vorbei.

  • Alle Bilder sind mit Belichtungsdaten versehen.
  • Genaue Koordinaten erleichtern das Arbeiten
  • keine Workshops zum Nachmachen
  • Zu viel Technik, zu wenig Praxis

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Zu den Autoren

Ronny Behnert lebt in Berlin und beschäftigt sich seit 2007 intensiv mit der Fotografie. Er ist für diverse Zeitungen und Magazine tätig, behält seine freien Arbeiten aber stets im Auge. Der preisgekrönte Fotograf verbringt so viel Zeit wie möglich auf Fotoreisen.
Luca Taukert machte gleich mehrere Hobbys zum Beruf: Der passionierte Koch und Reiseliebhaber hat sich auf die Bereiche Food-und Architekturfotografie spezialisiert. Er lebt in Stuttgart, wo er als Auftragsfotograf tätig ist.

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