Foodfotografie perfekt zu Hause selbst machen: 7 Tipps

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Bei der Foodfotografie sind Beleuchtung, Technik und das richtige Foodstyling wichtig. Schießlich sollen die Bilder gut aussehen. Das funktioniert mit frischen Lebensmitteln un der richtigen Herangehensweise. Lies hier unsere Tipps für tolle Fotos zu Hause.

Foodfotografie zu Hause selbst gemacht

Das Fotografieren von Lebensmitteln im eigenen Zuhause ist heute mehr denn je ein beliebtes fotografisches Genre. Unsere Faszination für Lebensmittel ist jedoch nichts Neues. Kunstwerke in der Geschichte, die sogar bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen, zeigen, dass Essen eine Hauptinspirationsquelle war, bei der die Maler versuchten, einen Zeitpunkt in einer möglichst realistischen Perspektive einzufrieren.

Diese Kunstwerke stellten alles dar, von üppigen Festen und Banketten bis hin zu den einfachsten Familienmahlzeiten am Tisch. Letztere verdeutlichen oft die Sparsamkeit und Armut der damaligen Zeit.

Foodfotografie zuhause
Flat Lay Foodfotografie von Gemüsesalat auf Teller; Canon EOS 6D Mark II; 50.0mm ƒ/4.5 ISO 160

Bei der Foodfotografie, also dem Fotografieren von Lebensmitteln geht es darum, dass sie köstlich und zum Anbeißen aussehen. Dazu musst du kein Spitzenkoch mit außergewöhnlichen Fähigkeiten sein. Nein, es geht vielmehr darum, das Bild zu sehen. Einfache Zutaten, die du in der Küche findest, können wunderschöne, köstliche Bilder ergeben. Denk an ein gekochtes Ei mit tropfendem Eigelb, schmelzendes Eis in einer Kugel, frische Beeren oder Tomaten mit einem Spritzer Wasser oder ein kohlensäurehaltiges Getränk/Champagner, das in ein Glas gegossen wird.

Tipps und Tricks für die Foodfotografie mit natürlichem Licht

Die Sonne ist eine ideale Lichtquelle, um deine Lebensmittel zu fotografieren. Aber sie ist auch unglaublich unberechenbar und ändert im Laufe des Tages sowohl ihre Farbe als auch ihre Stärke. Deshalb ziehen es viele professionelle Food-Fotografen vor, mit künstlichem Licht zu fotografieren, um ein einheitliches Aussehen ihrer Bilder zu gewährleisten.

Es gibt aber auch viele professionelle Food-Fotografen, die allein mit der Sonne eine große Karriere gemacht haben. Zu lernen, wie man sie beherrscht und mit ihr arbeitet, kann sehr lohnend und eigentlich ganz einfach sein. Das Geheimnis liegt in der Richtung des Lichts für das jeweilige Essen oder Getränk, das du fotografierst.

Lebensmittel werden fast immer mit gerichtetem Licht aufgenommen, entweder von der Seite oder von hinten. Fotografiere niemals direkt, denn dann fehlt es ihnen an Tiefe und Dimension und sie sehen dann einfach unappetitlich aus. Foodfotografie soll schließlich gut aussehen.

Finde das richtige Licht: Lichtquelle und Intensität

Foodfotografie Schale
Canon EOS 80D; 50.0mm ƒ/2.2 ISO 1600

Der beste Weg, den perfekten Aufstellungsort in deiner Wohnung zu finden, ist, ein weißes Ei zu nehmen und zu den verschiedenen Fenstern zu gehen. Wenn du mit dem Ei auf der Seite stehst, solltest du einen schönen, düsteren, gefiederten Schatten sehen, der näher am Fenster heller wird und in den Schatten fällt. Ideal ist weiches, gefiltertes Licht, entweder mit einem Diffusor oder bei bewölktem Wetter.

An Tagen mit trübem und dunklem Wetter ist es vielleicht am besten, das Licht zu reflektieren, indem du einen Reflektor auf der gegenüberliegenden Seite der Speisen aufstellst. Dadurch wird das Licht auf die Schale zurückgeworfen, was zu einem stärkeren Schatten führt. Schatten sind okay. Aber zu viel Schatten kann das Bild schwer machen. Daher ist es wichtig, eine gute Balance in der Foodfotografie zu finden.

Wähle eine Lichtrichtung

Die Richtung des Lichts hängt ganz von dem Gericht oder Getränk ab, das du fotografieren willst. Und von deinem bevorzugten Stil. Die allgemeine Faustregel lautet: Seitenlicht in eine Richtung. Gegenlicht für klare Getränke wie Cocktails, niedrige Speisen wie Torten mit glänzender Glasur oder Waffeln mit Honig funktioniert wunderbar. Das Schöne an der Digitalfotografie ist, dass Sie, wenn du unsicher bist, in beide Richtungen fotografieren kannst, um herauszufinden, welches Bild besser wird.

Die Einstellugen der Kamera

Das beste Objektiv für die Aufnahme von Lebensmitteln ist das 50mm f/1.8. Es ist das perfekte Objektiv für uns Foodies, und da es preisgünstig ist, kommst du damit auf jeden Fall auf deine Kosten. Zu einem späteren Zeitpunkt kannst du deine Ausrüstung um ein 85mm f/1.8 und ein Makroobjektiv erweitern. Objektive sind zwar wichtig. Aber das Wichtigste in der Foodfotografie ist, dass du weißt, wie du deine Kamera im manuellen Modus benutzen kannst.

ISO

Viele Foodfotografie – Blogs empfehlen, alle Lebensmittel mit einem ISO-Wert von 100 zu fotografieren. Meiner Meinung nach ist das unnötig und macht das Erlernen der anderen Funktionen im Belichtungsdreieck umso schwieriger. Ich empfehle für den Anfang immer einen höheren ISO-Wert, vor allem, wenn du kein stabiles Stativ zur Verfügung hast. Je niedriger der ISO-Wert, desto weniger digitales Rauschen im Bild. Versuche also, ihn so niedrig wie möglich zu halten, aber verzichte nicht auf die Verschlusszeit, wenn du kein Stativ verwendest.

Zitrone splash
Solche Bilder erfordern sehr kurze Verschlusszeiten.

Verschlusszeit

Die Verschlusszeit bei der Foodfotografie ist ein wichtiges Element im Belichtungsdreieck, vor allem wenn du versuchst, die perfekte Aufnahme von etwas Tropfendem zu machen. Versuche, eine Verschlusszeit von mindestens 1/125 Sekunde oder länger einzuhalten, wenn du aus der Hand fotografierst. Alles, was unter 1/125 Sekunde liegt, kann dazu führen, dass die Kamera verwackelt und das Bild unscharf wird. Die Verwendung des Belichtungsmessers in deiner Kamera sollte ein perfekt belichtetes Bild gewährleisten.

Blende

Für die Blende gibt es keine feste Regel, denn sie hängt von der Botschaft ab, die du vermitteln willst. Ich bevorzuge es, eine geradlinige Szene mit einer größeren Blende aufzunehmen, die eine geringe Schärfentiefe erzeugt. Wenn du eine Blende von etwa f/3,5 verwendest und einen Helden oder ein markantes Element als Brennpunkt wählst, lenkst du die Aufmerksamkeit auf den Bereich, den du zeigen möchtest.

Bei einer Overhead- oder Flat-Lay- Foodfotografie soll das ganze Bild scharf sein, daher ist eine kleinere Blende ab etwa f/5,6 ideal.

Weißabgleich

Heutzutage sind die Digitalkameras sehr fortschrittlich, was die Einstellungen für den Weißabgleich angeht, so dass es einfacher denn je ist, eine gute Farbbalance zu erzielen. Wenn du deine Kamera auf automatischen Weißabgleich einstellst und im RAW-Format fotografierst, kannst du eventuelle Probleme beim Weißabgleich in der Nachbearbeitung korrigieren.

Foodstyling

Ich habe das Gefühl, dass Food-Fotografen einen schlechten Ruf für gefälschtes Essen haben. Zugegeben, bei größeren kommerziellen Shootings werden aus Zeitgründen oder weil die Lebensmittel schnell verderben, viele Lebensmittel ersetzt.

Aber wenn du zu Hause bei natürlichem Licht fotografierst, gibt es keinen Grund, etwas vorzutäuschen. Wenn du dir Sorgen machst, dass Lebensmittel verderben könnten, kannst du eine Ersatzzutat verwenden, während du die Szene oder die Kameraeinstellungen einrichtest, bevor du das Gericht hinzufügst.

Tipps für das Styling von Foodfotografie

  • Achte darauf, dass deine Zutaten frisch und saftig sind – die Kamera lügt nie!
  • Iss auf kleineren Tellern, fülle deine Szene mit kleinen Schalen mit frischen Kräutern, Gewürzen oder Früchten.
  • Neutrale Requisiten bringen das Essen erst richtig zur Geltung.
  • Stoffe sorgen für einen tollen visuellen Aspekt, indem sie Textur und eine Hauptlinie hinzufügen.
  • Achte auf Reflektionen, besonders bei glänzendem Besteck.
  • Finde interessante Hintergründe, die für Dramatik sorgen. Vinyloberflächen eignen sich hervorragend zum Abwischen, wenn etwas verschüttet wurde. Auch Holzbretter, Zeitungen, Pergamentpapier, Notenblätter, Tapetenmuster und Keramikfliesen sind fantastische und einzigartige Oberflächen. Vermeide Tischplatten aus Kiefernholz, sie können sehr gelb/orange und etwas aufdringlich wirken.
  • Fühle dich nicht gezwungen, das ganze Bild zu füllen. Negativer Raum kann sehr wirkungsvoll sein.
  • Ungerade Zahlen sorgen für eine bessere Komposition: eins, drei, fünf (Törtchen, Gläser, Teller) sind optisch ansprechender.
  • Im Zweifelsfall solltest du ein Dreieck bilden, indem du entweder drei Teller/Gläser aufstellst oder Popcorn stapelst.
  • Achte immer darauf, dass deine Requisiten zum Gericht passen. Eine Teekanne im Hintergrund eines Currygerichts ist in der Foodfotografie nicht ideal.

Abwechslung in deine Aufnahmen bringen

Pfannkuchen Mit Honig Auf Teller
Pfannkuchen mit Honig auf Teller;
Canon EOS 5D Mark III; 100.0mm ƒ/3.5 1/100s

Wenn du viele verschiedene Gerichte fotografierst, kann es passieren, dass sie nach einer Weile gleich aussehen. Das ist der Moment, in dem du dir ein Familienmitglied schnappst und es in die Aufnahme einbeziehst, indem du entweder seine Hände in die Aufnahme einbeziehst oder indem du ein Gericht hältst- Oder, wenn du kamerascheu bist, einfach im Hintergrund.

Eine Person im Bild zu haben, hilft dem Betrachter der Foodfotografie, sich mit dem Bild zu identifizieren. Wenn du allein bist oder kein williges Familienmitglied hast, solltest du ein Stativ benutzen und den Selbstauslöser deiner Kamera einstellen. Ich habe meine Kamera so programmiert, dass sie zehn Bilder pro Selbstauslöser-Session macht. So kann ich eine perfekte Tropfenszene ohne viel Hin und Her einfangen.

Der Stoff, die Hände und der leichte Sprühnebel des Mehls tragen zum appetitlichen Aussehen des selbst gebackenen Brotes bei.

Ich finde es toll zu sehen, wie andere Fotografen und Köche beeindruckende Bilder machen, indem sie Zutaten und Requisiten im Haus finden und die oben genannten Tipps anwenden. Guten Appetit!

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