Foodfotografie Tipps: Top Fotos zu Hause selbst machen

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Bei der Foodfotografie sind Licht, Technik und das richtige Foodstyling wichtig. Schießlich sollen die Fotos gut aussehen. Das funktioniert mit frischen Lebensmitteln und dem richtigen Setting. Lies hier unsere Tipps für tolle Fotos zu Hause.

Foodfotografie zu Hause selbst gemacht

Das Fotografieren von Lebensmitteln im eigenen Zuhause ist heute mehr denn je ein beliebtes fotografisches Genre. Unsere Faszination für Essen ist jedoch nichts Neues. Kunstwerke in der Geschichte zeigen, dass Essen als Motiv nichts Neues ist. Diese Kunstwerke stellten alles dar, von üppigen Festen und Banketten bis hin zu den einfachsten Mahlzeiten am Tisch. Letztere zeigen oft die Armut der damaligen Zeit.

Foodfotografie zuhause Tipps
Flat Lay Foodfotografie von Gemüsesalat auf Teller; Canon EOS 6D Mark II; 50.0mm ƒ/4.5 ISO 160

Bei der Foodfotografie, also dem Fotografieren von Lebensmitteln geht es darum, dass sie köstlich und zum Anbeißen aussehen. Dazu musst du kein Spitzenkoch mit top Fähigkeiten sein. Nein, es geht vielmehr darum, das Bild zu sehen. Einfache Zutaten, die du in der Küche findest, können wunderschöne, köstliche Fotos ergeben. Denk an ein gekochtes Ei mit tropfendem Eigelb, schmelzendes Eis oder frische Beeren oder Tomaten mit einem Spritzer Wasser. Oder ein Getränk wie Champagner, das in ein Glas gegossen wird.

Tipps und Tricks für die Foodfotografie mit natürlichem Licht

Die Sonne ist eine ideale Lichtquelle, um deine Lebensmittel zu fotografieren. Aber sie ist auch unberechenbar und ändert im Laufe des Tages sowohl ihre Farbe als auch ihre Stärke. Deshalb ziehen es viele professionelle Food-Fotografen vor, mit künstlichem Licht zu arbeiten, um ein einheitliches Aussehen ihrer Fotos zu gewährleisten.

Es gibt aber auch viele Food-Fotografen, die allein mit der Sonne eine große Karriere gemacht haben. Zu lernen, wie man sie beherrscht und mit ihr arbeitet, kann sehr lohnend und eigentlich ganz einfach sein. Das Geheimnis dieses Tipps liegt in der Richtung des Lichts für das jeweilige Essen oder Getränk, das du fotografierst.

Lebensmittel werden fast immer mit gerichtetem Licht aufgenommen, entweder von der Seite oder von hinten. Fotografiere niemals direkt, denn dann fehlt es ihnen an Tiefe und Dimension und sie sehen dann einfach unappetitlich aus. Foodfotografie soll schließlich gut aussehen.

Finde das richtige Licht: Lichtquelle und Intensität

Foodfotografie Schale
Canon EOS 80D; 50.0mm ƒ/2.2 ISO 1600

Der beste Weg, den perfekten Ort in deiner Wohnung zu finden, ist einfach. Nimm ein weißes Ei und gehe zu allen Fenstern. Wenn du mit dem Ei auf der Seite stehst, solltest du einen schönen Schatten sehen, der näher am Fenster heller wird. Ideal ist weiches, gefiltertes Licht, entweder mit einem Diffusor oder bei bewölktem Wetter. Suche dir das beste Fenster aus.

An Tagen mit trübem Wetter ist es vielleicht am besten, das Licht zu reflektieren, indem du einen Reflektor auf der Seite gegenüber der Speisen aufstellst. Dadurch wird das Licht auf die Schale zurück geworfen, was zu einem stärkeren Schatten führt. Schatten sind okay. Aber zu viel Schatten kann das Bild schwer machen. Daher ist es wichtig, eine gute Balance in der Foodfotografie zu finden. Du weißt selbst am besten, wie du den Tipp zu Hause umsetzen kannst, du kennst ja die Richtung der Sonne.

Wähle eine Lichtrichtung

Die Richtung des Lichts hängt ganz von dem Gericht oder Getränk ab, das du fotografieren willst. Und von deinem bevorzugten Stil. Die allgemeine Faustregel lautet: Seitenlicht in eine Richtung. Gegenlicht für klare Getränke wie Cocktails, niedrige Speisen wie Torten mit glänzender Glasur oder Waffeln mit Honig funktioniert wunderbar. Das Schöne an der Digitalfotografie ist, dass du alle Tipps zu Hause ausprobieren kannst. Sieh, was am besten klappt und welches Foto besser wird.

Die Einstellugen der Kamera

Das beste Objektiv für die Aufnahme von Lebensmitteln ist ein 50mm f/1.8. Warum? Es ist das perfekte Objektiv für uns Foodies, und da es günstig ist, kommst du damit auf jeden Fall auf deine Kosten. Zu einem späteren Zeitpunkt kannst du deine Ausrüstung um ein 85mm f/1.8 und ein Makroobjektiv erweitern. Objektive sind zwar wichtig. Aber das Wichtigste in der Foodfotografie ist, dass du weißt, wie du deine Kamera im manuellen Modus (M) benutzen kannst. Lies dazu unsere Tipps.

ISO

Viele Foodfotografie – Blogs empfehlen, alle Lebensmittel mit einem ISO-Wert von 100 zu fotografieren. Meiner Meinung nach ist das unnötig und macht das Erlernen der anderen Funktionen im Belichtungsdreieck umso schwerer. Ich empfehle für den Anfang immer einen höheren ISO-Wert, vor allem, wenn du kein stabiles Stativ zur Verfügung hast. Als Tipp empfehle ich ein Maximum von 1600 ISO.

Je niedriger der ISO-Wert, desto weniger digitales Rauschen im Foto. Versuche also, ihn so niedrig wie möglich zu halten, aber verzichte nicht auf die Verschlusszeit, wenn du kein Stativ verwendest.

Zitrone splash Foodfotografie zu Hause Tipps
Solche Bilder erfordern sehr kurze Verschlusszeiten.

Verschlusszeit

Die Verschlusszeit bei der Foodfotografie ist ein wichtiges Element im Belichtungsdreieck. Vor allem wenn du versuchst, die perfekte Aufnahme von etwas Tropfendem zu machen. Versuche, mindestens 1/125 Sekunde oder kürzer einzuhalten, wenn du aus der Hand fotografierst. Alles, was über 1/125 Sekunde liegt, kann dazu führen, dass die Kamera verwackelt und das Foto unscharf wird.

Blende

Für die Blende gibt es keine feste Regel, denn sie hängt von der Botschaft ab, die du vermitteln willst. Ich bevorzuge es, eine Szene zu Hause mit einer größeren Blende aufzunehmen, die eine geringe Schärfentiefe erzeugt. Tipp: Wenn du Blende f/4 verwendest und ein markantes Element als Motiv wählst, lenkst du die Aufmerksamkeit auf den Bereich, den du zeigen möchtest.

Bei einer Overhead- oder Flat-Lay- Foodfotografie soll dagegen das ganze Bild scharf sein. Daher ist eine kleinere Blende ab etwa f/8 ideal.

Weißabgleich

Heute sind die Kameras sehr fortschrittlich, was die Einstellungen für den Weißabgleich angeht. Deshalb ist es einfacher denn je, eine gute Farbbalance zu erzielen. Wenn du deine Kamera auf Auto Weißabgleich (AWB) stellst und in RAW fotografierst, kannst du Probleme später besser korrigieren.

Foodstyling

Ich habe das Gefühl, dass Food-Fotografen einen schlechten Ruf für gefälschtes Essen haben. Zugegeben, bei größeren kommerziellen Shootings werden aus Zeitgründen oder weil die Lebensmittel schnell verderben, viele Lebensmittel ersetzt.

Aber wenn du zu Hause bei natürlichem Licht fotografierst, gibt es keinen Grund, etwas vorzutäuschen.

Foodstyling Foodfotografie zu Hause Tipps
Foodstyling kann einfach sein

Tipps für das Styling von Foodfotografie

  • Achte darauf, dass deine Zutaten frisch und saftig sind – die Kamera lügt nie!
  • Iss auf kleineren Tellern, fülle deine Szene mit kleinen Schalen mit frischen Kräutern, Gewürzen oder Früchten.
  • Neutrale Requisiten bringen das Essen erst richtig zur Geltung.
  • Stoffe sorgen für einen tollen visuellen Aspekt, indem sie Textur und eine Hauptlinie hinzufügen.
  • Achte auf Reflektionen, besonders bei glänzendem Besteck.
  • Finde interessante Hintergründe, die für Dramatik sorgen. Vinyl eignet sich hervorragend zum Abwischen, wenn etwas verschüttet wurde. Auch Holzbretter, Zeitungen, Pergamentpapier, Notenblätter, Tapetenmuster und Keramikfliesen sind fantastische Oberflächen. Tipp: Vermeide Tischplatten aus Kiefernholz, sie können sehr gelb/orange und etwas aufdringlich wirken.
  • Fühle dich nicht gezwungen, das ganze Bild zu füllen. Negativer Raum kann sehr wirkungsvoll sein.
  • Ungerade Zahlen sorgen für eine bessere Komposition: eins, drei, fünf (Törtchen, Gläser, Teller) sind optisch ansprechender.
  • Im Zweifelsfall solltest du ein Dreieck bilden, indem du entweder drei Teller/Gläser aufstellst oder Popcorn stapelst.
  • Achte immer darauf, dass deine Requisiten zum Gericht passen. Eine Teekanne im Hintergrund eines Currygerichts ist in der Foodfotografie nicht ideal.

Abwechslung in deine Aufnahmen bringen

Foodfotografie zu Hause Tipps
Pfannkuchen mit Honig auf Teller;
Canon EOS 5D Mark III; 100.0mm ƒ/3.5 1/100s

Wenn du viele verschiedene Gerichte fotografierst, kann es passieren, dass sie nach einer Weile gleich aussehen. Das ist der Moment, in dem du dir ein Familienmitglied schnappst und es in die Aufnahme einbeziehst. Einfach, indem du entweder seine Hände in die Aufnahme einbeziehst oder indem du ein Gericht hältst. Oder, wenn du kamerascheu bist, einfach im Hintergrund.

Eine Person im Foto zu haben, hilft dem Betrachter, sich mit dem Bild zu identifizieren. Wenn du zu Hause allein bist oder kein williges Model hast, solltest du ein Stativ benutzen, den Selbstauslöser stellen und dich selbst fotografieren. Ich habe meine Kamera so eingestellt, dass sie zehn Bilder pro Auslösung in festem Abstand macht. So kann ich eine perfekte Szene ohne viel Hin und Her einfangen.

Der Stoff, die Hände und der leichte Sprühnebel des Mehls tragen zum appetitlichen Aussehen des selbst gebackenen Brotes bei.

Ich finde es toll zu sehen, wie andere Fotografen und Köche beeindruckende Bilder zu Hause machen, indem sie Zutaten und Requisiten im Haus finden. Und natürlich die oben genannten Tipps anwenden. Guten Appetit!

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