Die Top 10 Fehler, die zu unscharfen Fotos führen (und wie man sie vermeidet)

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“Warum sind meine Bilder unscharf?” Das ist eine oft gestellte Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt. Fakt ist, dass unscharfe Bilder durch viele Faktoren verursacht werden. Wenn deine Fotos also unscharf sind, ist es oft schwierig, das genaue Problem zu lokalisieren.

Unscharfe Fotos

Wir sehen uns hier die 10 Hauptgründe an, warum du unscharfe Fotos hast. Wenn die Schärfe in deinen Fotos nicht optimal ist, gibt es dafür einen Grund. Daher sieh dir diese Liste sorgfältig an. Sieh nach, ob einer der Gründe heraus sticht.

Und dann nehmen wir die notwendigen Änderungen vor! Die Chancen stehen gut, dass du in Kürze gestochen scharfe Bilder machen wirst. Du musst nur das Problem angehen.

unscharf
Unscharf, bewegt oder verwackelt?

Fangen wir gleich mit dem Hauptgrund für unscharfe Fotos an:

1Deine Verschlusszeit ist zu lang

Schreckhafte Tiere erfordern besonders kurze Belichtungszeiten

Eine zu lange Verschlusszeit ist nun mal die Hauptursache für unscharfe Fotos. Mit Unschärfe ist hier sogar mehr as Verwackeln gemeint.

Du denkst vielleicht, dass du eine halbe Sekunde lang perfekt stillhalten kannst. Aber ich versichere dir, dass es nur sehr wenige Menschen auf der Welt gibt, die das können. Und eine halbe Sekunde ist in der Fotografie eine Ewigkeit. Tatsächlich können die meisten Leute eine Kamera nur im Bereich von 1/60s in der Hand halten, ohne zu verwackeln. Und das ist keine allgemeine Regel, denn es kommt auf die Brennweite des Objektivs an.

Merke dir am besten einfach diese Faustregel, um Unschärfe durch Verwackeln zu vermeiden:

Deine Verschlusszeit sollte dem Kehrwert der Brennweite Ihres Objektivs entsprechen.

Beispiel:
Wenn du ein 60 mm Objektiv verwendest, sollte deine Verschlusszeit 1/ 60 s oder kürzer sein.
Bei einem 200 mm Tele solltest du maximal 1 / 200 s verwenden.

Du siehst also: Je länger das Objektiv ist, desto stärker wird das Verwackeln der Kamera. Teleobjektive erfordern daher viel kürzere Verschlusszeiten. Mit einem 500mm kannst du nur mit 1/500 s oder länger aus der Hand fotografieren, was deine Möglichkeiten also auf helle Tage in praller Sonne beschränkt.

Einige Objektive und Kameras verfügen über eine Technik zur Bildstabilisierung. Nun, die Bildstabilisierung ermöglicht es normalerweise, die Verschlusszeit um etwa 3 – 5 Blendenstufen zu verlängern. In unserem Beispiel könntest du also ein 60 mm Objektiv über den 1 / 8 s Bereich hinaus halten. Man sollte sich aber nie komplett auf die Technik verlassen, denn auch die besten Gimmicks in den heutigen Kameras knnen die Grenzen der Physik nicht sprengen.

Was ist deine persönliche maximale Verschlusszeit?
Wir alle verwackeln mehr oder weniger. Daher ist es gut zu wissen, ab welchem Punkt das Verwackeln der Kamera für dich zu einem Problem wird. Versuche diese Übung: Stelle deine Kamera in den Modus S, also Blendenautomatik, und mache ein Foto mit 1 / 500 s. Verringere dann die Verschlusszeit und mache ein weiteres Bild. Mach so weiter, bis du ganz runter auf 1 s kommst. Rufe dann die Bilder auf deinem Computer auf. Frage dich selbst: Wann wird die Unschärfe zu einem Problem?
Ich persönlich gehe selten unter 1 / 125 s, wenn ich meine Kamera in der Hand halte.

2Kein Stativ verwendet

Es gibt Situationen, in denen die Kamera verwackeln wird und du keine kürzere Verschlusszeit verwenden kannst. Zum Beispiel aufgrund schlechter Lichtverhältnisse. Dann musst du deine Kamera auf andere Weise stabilisieren.

Ich empfehle dringend die Verwendung eines Stativs. Jeder ernsthafte Fotograf braucht das, weil es oft für tolle Bilder nicht anders geht. Es hält deine Kamera absolut ruhig, selbst bei Belichtungszeiten von einer Sekunde oder länger. Wenn ein Stativ zu unbequem ist, solltest du ein Einbeinstativ in Betracht ziehen, das eine kompaktere und flexiblere Option ist. EIn Einbein nützt natürlich nichts bei Belichtungszeiten von mehreren Sekunden.

Außerdem ist die Bildstabilisierung bei der Verwendung eines Stativs nicht notwendig und kann sogar kontraproduktiv sein. Daher stelle den IS (Canon) oder VR (Nikon) aus, wenn du ein Stativ verwendest

3Schlechtes Halten der Kamera

Kamera für Einsteiger
Richtige Haltung ist wichtig

Um die beste Stabilität zu erreichen, solltest du die offizielle Fotografenposition einnehmen:

Stelle dich mit leicht gespreizten, nach vorne versetzten Füßen auf, um deinen Körper von rechts nach links und von hinten nach vorne zu festigen. Stütze die Kamera mit der linken Hand ab, indem du das Objektiv von unten hältst. Fasse mit der rechten Hand den Griff und drücke sanft den Auslöser. Ziehe die Ellbogen eng an die Brust und verwende den Sucher statt des Live-View Bildschirms.

Manche Fotografen gehen sogar so weit, dass sie auf ihre Atmung und ihren Herzschlag hören. Und darauf achten, die Aufnahme zwischen den Atemzügen und Schlägen auszulösen, um maximale Stabilität zu erreichen.

4Ihre Blende ist zu groß

Landschaftsfotografie mit Teleobjektiv
Scharf von vorne bis hinten, dank kleiner Blende

Die Größe der Blende bestimmt die Schärfentiefe, also wie viel des Bildes im Fokus ist. Und das hat eine direkte Auswirkung auf die Schärfe deines Fotos.

Wenn ein Objektiv den Fokus findet, stellt es auf eine bestimmte Entfernung ein, die als Schärfeebene bezeichnet wird. Wenn du also bei 5 Meter fokussierst, wird alles, was 5 Meter von der Kamera entfernt ist, maximale Schärfe haben. Und alles vor oder hinter dieser Ebene wird anfangen zu verschwimmen. Die Stärke dieses Unschärfeeffekts – also die Geschwindigkeit, mit der die Schärfe abnimmt – hängt von der Blende ab. Man nennt das Schärfentiefe.

Bei einer großen Blende (kleine Blendenzahl) wie z. B. f/2,8 ist die Schärfentiefe sehr gering. Dieser Effekt wird durch Objektive mit längerer Brennweite noch verstärkt. Wenn du also ein Teleobjektiv mit einer Blende von f/2,8 verwendest, kann es sein, dass nur ein hauchdünner Teil des Bildes scharf abgebildet wird. Wenn du jedoch eine kleine Blende wie f/11 oder f/22 verwendest, ist die Schärfentiefe größer. Ein größerer Teil des Bildes wird scharf sein.

Die Wahl der richtigen Blende hängt von der Art des Bildes ab, das du machen willst. Beachte, dass eine kleine Blende weniger Licht durchlässt, so dass du eine längere Verschlusszeit verwenden musst, um dies auszugleichen. Und damit wären wir wieder beim ersten Problem auf dieser Liste!

5Keinen Autofokus verwenden

Heute sind die Kameras sehr ausgereift. Insbesondere die automatische Scharfstellung klappt bestens und ist super schnell. Meist sogar jenseits menschlichen Vermögens. Lasse deine Kamera also tun, was sie gut kann! Kameras leisten fantastische Arbeit beim Scharfstellen, sowohl bei unbewegten als auch bei bewegten Motiven.

Ist der Autofokus perfekt? Nein, und später in diesem Artikel werde ich ein paar Fälle besprechen, in denen der manuelle Fokus tatsächlich hilfreich ist. Aber im Allgemeinen ist der Autofokus der richtige Weg.

6Nicht an der richtigen Stelle fokussieren

Selbst wenn du die perfekte Handhaltung oder ein felsenfestes Stativ verwendest, kommt ein Fehler immer wieder gerne vor. Wenn du an der falschen Stelle fokussierst wirst, wirst du am Ende unscharfe Bilder haben.

Besonders bei großen Blendenöffnungen ist es wichtig, sorgfältig zu fokussieren. Warum? Weil die Schärfentiefe sehr gering ist! Ein kleiner Fehler bei der Fokussierung kann dazu führen, dass das Motiv komplett aus der Schärfeebene herausfällt. Oder dass du ein Motiv mit perfekt scharfen Ohrläppchen und verschwommenen Augen erhalten.
Deshalb: Stelle immer auf die Augen scharf. Das ist die Grundregel für jedes Porträt!

Fotografen lassen ihre Kameras oft auf einen automatischen AF-Bereichsmodus eingestellt – einen Modus, der die Kamera automatisch entscheiden lässt, welcher Teil des Bildes scharf gestellt werden soll. Das ist großer Blödsinn, wenig individuell und man gibt die Kontrolle aus der Hand. Die meiste Zeit sind moderne Kameras zwar ziemlich gut darin, besonders wenn das Motiv prominent im Bild ist. Bei komplexeren Kompositionen kann die Kamera jedoch verwirrt werden und versuchen, auf das Falsche scharfzustellen. Um den Fokuspunkt selbst festzulegen, schalte auf einen Einpunkt-AF um.

So wählst du den Fokuspunkt richtig:
Um der Kamera mitzuteilen, dass sie fokussieren soll, drückst du den Auslöser halb. Die Kamera stellt nun dort scharf, wo sich der Fokuspunkt befindet (meist in der Bildmitte). Dann hältst du den Auslöser halb gedrückt und wählst den Bildausschnitt. Erst dann drückst du ganz durch.

Das funktioniert ziemlich gut, aber Kameras können übermäßig empfindlich sein. Bei zu leichtem Drücken kann es sein, dass sich der Auslöser löst und versucht, neu scharf zu stellen, nachdem du den Fokuspunkt bereits gefunden hast. Wenn du zu fest drückst, löst du bereits die Aufnahme aus, bevor der Fokus bereit ist. Alles eine Sache der Übung!

7Verwendung des falschen Autofokus-Modus

Bewegungsunschärfe
Bewegungsunschärfe ist keine Unschärfe, sondern gewollt. Nur die bewegten Objekte sind unscharf.

Es gibt drei Haupt-Autofokus-Modi, die von den meisten Kameras angeboten werden. Du solltest jedes Mal zwischen diesen Modi wechseln, wenn du mit einer neuen Aufnahmesituation konfrontiert wirst. Andernfalls wirst du zwangsläufig Aufnahmen verpassen, die du normalerweise hättest machen können.

  • Der Einzelbild-Autofokus, AF-S oder One-Shot AF genannt, ist für unbewegte Motive gedacht.
  • Der kontinuierliche Autofokus, AF-C oder AI Servo AF genannt, wurde entwickelt, um Bewegungen durch das Bild zu verfolgen und funktioniert daher am besten, wenn sich Ihr Motiv bewegt.
  • Schließlich gibt es noch einen automatischen Modus, genannt AF-A oder AI Focus AF. Dies ist vielleicht die Standardeinstellung an deiner Kamera. Er liest die Szene und bestimmt, welchen der ersten beiden Modi er verwenden soll.
    ACHTUNG: AF-A funktioniert nicht imemr perfekt, daher wähle am besten einen der anderen Modi vor.

Nicht mit manuellem Fokus arbeiten

Zusätzlich zu den automatischen Optionen gibt es noch die manuelle Fokussierung, Modus M. HIer stellst du die Schärfe von Hand ein. Das hat den Vorteil, dass der Fokus garantiert da liegt, wo er liegen soll. Das ist sehr präzise und du musst dich nict auf die Elektrnik der Kamera verlassen.

Es gibt verschiedene Situationen, in denen das hilfreich sein kann. Zum Beispiel, wenn deine Kamera auf einem Stativ steht und du eine große Blende verwendest, um eine sehr geringe Schärfentiefe zu erreichen.

Verwende die Zoomfunktion im Monitor der Kamera, um die Anzeige 5- oder 10-fach zu vergrößern. Und nimm winzige Anpassungen an der Schärfe vor, bis sie genau richtig eingestellt ist. Du solltest die manuelle Fokussierung auch bei der Aufnahme von Makro oder beim Fotografieren von Landschaften in der Dunkelheit ausprobieren.

Auf oder vor dem Objektiv befindet sich Schmutz

Nur etwas Schnutz auf dem Objektiv wird die Klarheit des Bildes beeinträchtigen. Und wenn du einen billigen Plastikfilter vor das Objektiv setzt, verschlechtert das ebenfalls die Bildqualität.

Stelle daher sicher, dass dein Objektiv sauber ist. Das gilt insbesondere für die Frontlinse. Achte drauf, dass alle Filter von hoher Qualität sind. Wenn du immer mit einem UV-Filter fotografierst und deine Bilder nicht 100% scharf sind, versuche es mal ohne Filter. SO kannst du leicht sehen, ob die Qualität des Glases deine Bilder negativ beeinflusst.

Schlechte Objektivqualität

Es muss aber gar kein Filter sein, der minderwertiges Glas hat. Denn auch das verwendete Objektiv sollte einer gewissen Anforderung an Qualität genügen. Obwohl ein schlechtes Objektiv seltener das Problem ist.

Dennoch kann die Qualität des Objektivs einen Unterschied machen. Du wirst selten Objektive finden, die wirklich weich sind. Und einige Objektive können in der Mitte scharf sein, aber in den Ecken und an den Rändern des Bildes unscharf werden. Das trifft bei minderwertigen Weitwinkelobjektiven oft auf. Oder sie sind bei bestimmten Blenden scharf, aber bei anderen leicht unscharf. Jedes Objektiv hat einen eigenen Charakter. Spare nicht an der falschen Stelle.

Es ist auch erwähnenswert, dass jedes Objektiv eine bestimmte Blende hat, bei der es die beste Leistung bringt. Diese liegt normalerweise in der Mitte des Blendenbereichs, etwa bei f/5,6 oder f/8.

Objektive mit fester Brennweite sind in der Regel am schärfsten. Zooms, besonders billige Exemplare, haben nie die gleiche Schärfe, weil sie ein optischer Kompromiss zwischen Leistung und Vielseitigkeit sind.

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