Bildgestaltung in der Fotografie: Der umfassende Ratgeber

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Was ist es, was ein Foto gut macht? Bildgestaltung und Stimmung kannst du aktiv steuern. So gelingen dir perfekte Fotos.

Bildgestaltung ist keine Geschmackssache

Bilder sind weitgehend Geschmackssache. Für den einen können sie die Elemente eines Fotos zu einem Ganzen zusammenfügen, das ihn interessiert oder bewegt, während das gleiche Bild einem anderen nichts bedeutet.

Abgesehen von der Wirkung des Motivs selbst, sind die wichtigsten Elemente eines Fotos sein Bildaufbau und die Beleuchtung. Es sollte also nicht nicht nur gut gestaltet, sondern auch stim­mungsvoll sein. Auch Räumlichkeit oder Perspektive sind nur zwei der wichtigen Teile der Bildkomposition.

Das nebenstehende Buch zur Bildgestaltung zeigt dir, wie dir das in der Praxis zu besseren Bildern verhelfen kann. Indem du zunächst die Grund­regeln befolgst, lernst du, diese Bildelemente intuitiv zu erkennen und einzusetzen.

Hier liest du Schritt für Schritt, wie du die verschiedenen Teile eines Motivs ordnen und beeinflussen kannst. Wenn du diese Techniken anwendest, kann die Bildkomposition schließlich zu einem fast automatisch ablaufenden Prozess des Sehens und Gestaltens werden. 

Bildaufbau

Die problemlose Handhabung moderner Kameras kann auch ein Hindernis für gutes Fotografieren sein. Zumindest, solange du dir nicht darüber klar bist, dass der größte Teil der Arbeit erledigt sein sollte, wenn du den Auslöser gedrückt hast.

Denn nachträgliche Bearbeitung macht aus einem Schrottfoto selten ein Meisterbild. Regelmäßig wirkungsvolle Bilder zu machen gelingt dagegen, wenn du die Grundsätze der Bildgestaltung anwendest. Die sind allgemeingültig und werden dir bei jedem Bild helfen.

Bevor du ein Bild machst, solltest du dein Motiv immer lange genug und gründlich betrachten. So entgeht dir keine Einzelheit. Analysiere , was du siehst. Uberlege, was der Blickfang ist, also durch welches Detail du überhaupt auf das Motiv aufmerksam wurdest. Wie kannst du dieses Element fotografisch hervorheben? Welche anderen Elemente ergänzen den Hauptgegenstand und wie sollten sie angeordnet und dargestellt werden, damit sich eine ausgewogene Bildgestaltung ergibt oder das Bild insgesamt wirkungsvoller wird?

Die persönliche Sehweise

Reiher über Wasser
Reiher mit Spiegelung im Bild, Brennweite 500mm

Bitte mehrere Leute, ein und dieselbe Szene zu beschreiben, und du wirst von jedem eine andere Schilderung bekommen. Das ist ganz normal. Ebenso werden mehrere Fotografen, die man bittet, ein und dasselbe Motiv aufzunehmen, völlig verschiedene Bilder liefern.

Owohl ein Motiv viele fotografische Möglichkeiten bietet, sind Fotos oft ähnlich bis gleich. Unterschiede in Motivwahl und Darstellungsweise treten erst dann auf, wenn die Bildgestaltung ins Spiel kommt. Jeder sieht die Welt mit anderen Augen. Und wenn man auch mei­nen könnte, eine Kamera halte die Wirklichkeit objektiv fest, trifft der Fotograf letzten Endes doch immer eine ganz subjektive Entscheidung.

Um gut gestaltete Bilder machen zu können, solltest du Emotionen wecken. Versuche, dir vor der Aufnahme darüber klar zu werden, was dein Interesse an dem Motiv geweckt hat. Sodann kannst du die einzelnen Elemente der Szene analysieren. Und dir überlegen, wie du sie darstellen möchtest.

Der beste Blickwinkel

Die Entscheidung für einen bestimmten Blickwinkel ist das wichtigste Mittel der Bildgestaltung des Fotografen. Sehr oft kann sich der ganze Bildaufbau ändern, wenn ein anderer Blickwinkel gewählt wird. Es ist eine der einfachsten Möglichkeiten, bessere Bilder zu erzielen, den Aufnahmegegenstand von allen Seiten zu betrachten, sobald man ein lohnendes Motiv gefunden hat.

Nur wenn du dir vor der Aufnahme ein paar Gedanken zum Blickwinkel machst, wirst du den besten finden. Natürlich gibt es bei verschiedenen Motiven auch verschiedene Perspektiven, die alle zu einem guten Bild führen können. In diesem Fall musst du dich danach richten, welchen Aspekt des Motivs du am interessantesten findest.

Bildgestaltung: Tiefer Standpunkt
Bildgestaltung: Tiefer Standpunkt und dadurch steile Perspektive

Bei üblicher Kamerahaltung in Augenhöhe bestehen die meisten Motive aus Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund. Die relative Lage der Objekte in diesen Ebenen lässt sich durch Verlagerung des Blickwinkels grundlegend verändern.

Blickwinkel und Perspektive lassen sich am einfachsten mit der Brennweite des verwendeten Objektivs beeinflussen. Während ein Teleobjektiv Bildelemnte verschiedener Entfernungen zusammenstaucht, bringt ein Weítwinkelobjektiv eine weite Perspektive. Und es betont den Vordergrund. Weitwinkelobjektive schaffen eine steilere Perspektive und geben mehr Raumgefühl. Perfekt ist eine Brennweite unterhalb von 24mm. Bei Teleobjektiven ist die Wirkung ab 200mm typisch.

Wahl des Bildformats

Zu den wichtigsten Entscheidungen, die der Fotograf bei den meisten Aufnahmen treffen muss, gehört die Wahl zwischen Hoch- und Querformat. Bei Kameras mit quadratischem Aufnahmeformat bleibt ihm diese Entscheidung erspart. Das Kleinbildformat (3:2) ist jedoch rechteckig, und es ist oft von entscheidender Bedeutung für Bildwirkung und Bildinhalt, ob dieses Rechteck waagrecht oder senkrecht steht. Gleiches gilt für MFT Formate, die 4:3 abbilden.

Weil sich die Kamera „normal“, also für Querformat-Aufnahmen, bequemer halten läßt, machen Anfänger oft nur Querformatbilder. Beim Handy ist es komischerweise umgekehrt. Es wird zu wenig über das Endformat und Bildgestaltung nachgedacht. Manche Motive verlangen aber geradezu das Hochformat – beispielsweise stehende Personen, Türme oder hohe Gebäude. Aber selbst bei solchen Motiven gibt es Situationen, in denen man durchaus zwischen Hoch- und Querformat wählen kann.

Nebel
Landschaft im Querformat mit natürlichen Linien für die Fotografie.
Die Staffelung gibt Tiefe. Ein Stativ erleichtert die Bildgestaltung

Querformatbilder wirken im allgemeinen ruhiger und statischer als Hochformataufnahmen, die einen dynamischeren Eindruck vermitteln, weil sie die Überwindung der Schwerkraft suggerieren. Oft sind gerade die Bilder am eindrucksvollsten, die unseren Erwartungen widersprechen. So bezeichnet man das Querformat auch als Landschaftsformat und das Hochformat auch als Porträtformat. Doch wenn man Landschaften im Hochformat aufnimmt, kann man interessante Vorder- und Hintergrunddetails mit einbeziehen, und querformatige Porträts können so wirkungsvoll sein wie die Aufnahme unten, die durch die leichte seitliche Verschiebung weniger starr wirkt als bei einer streng symmetrischen Komposition.

Ein Stativ erleichtert übrigens die Bildgestaltung. Denn mit einem Fotostativ lässt sich der Bildausschnitt viel unaufgeregter ermitteln und die Bildgestaltung somit einfacher vornehmen.
Stativ Kaufberatung

Das Hauptelement

Kranich mit 500mm Brennweite
Das Auge als Blickfang: Diesen Kranich habe ich mit meinem 200-500mm fotografiert, natürlich mit Monopod

Im allgemeinen wirkt jedes Foto, gleichgültig, welches Motiv es darstellt, interessanter, wenn es einen Blickfang enthält, also einen Gegenstand, der sofort als wichtigstes Bildelement ins Auge springt. Oft wird der Hauptgegenstand von vornherein feststehen. Beispielsweise dominiert bei einem Porträt im allgemeinen das Gesicht, während bei einer Landschaft ein Baum, ein Berg oder eine Wasserfläche im Mittelpunkt stehen kann. Wenn ein Motiv keinen optischen Schwerpunkt hat, solltest du einen anderen Standpunkt wählen oder anders einen Blickfang schaffen.

Sobald du eine klare Vorstellung davon hast, was im Mittelpunkt des Interesses stehen soll, solltest du überlegen, wie du dieses Element hervorheben kannst. Denn du willst dafür sorgen, dass keine anderen Details zuviel Gewicht bekommen. Denn das würde ablenken.

Das kannst du auf dreierlei Art erreichen.

Erstens kannst du den Ausschnitt so wählen, dass keine störenden Details mit aufs Bild kommen. Bei dem Bild vom Kranich habe ich den Hintergrund in Unschärfe aufgelöst und das farbige Auge springt dem Betrachter somit entgegen.

Zweitens kannst du das Hauptmotiv durch Farb- oder Helligkeitskontraste hervorheben.

Und drittens kannst du die Schärfentiefe begrenzen, indem du eine große Blende einstellst und nahe an das Objekt herangehst. Das klappt mit einer größeren Brennweite umso besser.

Ergänzung des Hauptelements

Fotos, die nur ein einziges gut plaziertes Hauptelement zeigen, wirken klar und direkt. Sie bieten allerdings auch nur begrenzte Gestaltungsmöglichkeiten. Wenn du mehr über das Hauptmotiv aussagen möchtest, kannst du Nebenmotive mit einbeziehen, die das Motiv ergänzen.

Bei Kombination mehrerer Objekte in einem Bild achte auf die Anordnung. Versuche, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den verschiedenen Elementen herzustellen. Es kommt darauf an, dass der Betrachter sofort auf den Hauptgegenstand hingeführt und dann dazu gebracht wird, auch die anderen Bildteile wahrzunehmen. Wenn ein Motiv Objekte von ähnlicher Größe oder Form enthält, kann man das Hauptmotiv mit perspektivischen Mitteln hervorheben. So könntest du einen Standpunkt wählen, bei dem die weniger wichtigen Bildelemente etwas seitlich und hinter dem Hauptgegenstand angeordnet sind. Um ein sekundäres Element im Vordergrund etwas zu unterdrücken, kannst du es „anschneiden“.

Sportfoto Baseball Bildgestaltung
Das Hauptmotiv ist klar, der Rest gibt allenfalls Zusatzinformationen. Eine Grundregel guter Bildgestaltung.

Elemente mit ähnlichem optischem Gewicht konkurrieren miteinander, wenn sie einfach nebeneinander gestellt werden. Oft werden Ihnen jedoch Unterschiede in Größe oder Aussehen erlauben, zwei oder mehr Objekte in derselben Ebene unterzubringen, ohne dass ein Konflikt entsteht, wie es bei dem Bild rechts gelang.

Selektive Schärfe

Frau an Brücke
Selektive Schärfe: Nikon D4s 105.0 mm f/1.4 105.0mm · ƒ/1.4 · 1/800s · ISO 50 ↯

Die selektive Fokussierung ist eine großartige Möglichkeit, den Blick des Betrachters aufs Hauptmotiv zu lenken. Der Hintergrund dagegen wird in Unschärfe aufgelöst. Insbesondere leichte Teleobjektive mit einer Brennweite zwischen 85mm und 105mm mit einer großen Lichtstärke sind perfekt dafür geeignet. Indem man ein Motiv scharf und das andere unscharf stellt, kann man einem Motiv mehr Bedeutung beimessen als dem anderen. Dies geschieht in der Regel durch das Experimentieren mit der Schärfentiefe und kann dazu beitragen, die Bildgestaltung prägnanter und interessanter zu gestalten.

Natürlich eignet sich diese Technik hervorragend für die Tier- und Porträtfotografie.

Harmonie und Ausgewogenheit

Die Prinzipien der Bildgestaltung, die den meisten guten Fotos zugrunde liegen, sind keine Regeln, die man sklavisch befolgen muss. Aber ihre Beherrschung wird helfen, eindrucksvolle Bilder zu gestalten.

Drittelregel
Top: Bildgestaltung nach der Drittelregel.
Eine Teilung des Bildes durch Linien erzeugt eine harmonische Fotografie, ähnlich wie beim goldenen Schnitt

Eine Grundregel ist, dass der Hauptgegenstand wirkungsvoll innerhalb des Bildfeldes angeordnet sein sollte. Eine Möglichkeit, diese Position ausfindig zu machen, besteht darin, daß man das ganze Bildfeld waagrecht und senkrecht drittelt. Damit kommen wir zur Drittelregel, die wir woanders beschrieben haben.

Die vier Schnittpunkte der Teilungslinien sind beherrschende Punkte innerhalb des Bildes, und es empfiehlt sich oft, den Hauptgegenstand auf eine der Linien zu legen. Vorausgesetzt, es sind andere Elemente vorhanden, die für ein Gegengewicht sorgen. Bei Bildern mit einem einzigen Gegenstand ist auch der „Goldene Schnitt“ ein gutes Richtmaß. Bilder also nie genau in der Bildmitte anordnen, das ist langweilig!

Ein weiterer Kunstgriff besteht darin, dass man mit Linien oder Tonwerten den Blick des Betrachters auf den Hauptgegenstand lenkt. Etwa der Übergang von einem dunklen Vordergrund zu helleren Tönen in der Nähe des Hauptmotivs.

Auch Farbwirkungen lassen sich sehr gut zum Ausbalancieren eines Fotos einsetzen. So könnte ein Streifen einer leuchtenden Farbe auf einer Drittellinie beispielsweise dafür sorgen, daß das Auge des Betrachters sich nicht nur auf den Hauptgegenstand in einem anderen Drittel des Bildfeldes konzentriert. Umgekehrt aber können kräftige Farben oder Lichter am Bildrand die Komposition verderben, weil sie nämlich den Betrachter vom eigentlichen Bildgegenstand ablenken.

Drittelregel

Die Drittelregel verwendet wichtige Schnittpunkte und unterteilt die Szene in vertikale und horizontale Drittel. In dem Raster, in dem sich diese Linien schneiden, sind die Punkte, an denen du versuchen solltest, deine Haupt-Bildelemente zu platzieren.

Lies hier alles zur Drittelregel.

Spannung und Dramatik

Eine Möglichkeit ist die Stellung des Hauptmotivs am Bildrand anstatt auf einer Drittellinie. Wenn du die Aufmerksamkeit des Betrachters auf eine Bildecke lenkst und seinen Blick gleichzeitig durch untergeordnete Elemente zur Bildmitte führst, kannst du einem eher statischen Bild visuelle Dynamik verleihen.

Linien, die mehr oder weniger parallel zu den Bildrändern verlaufen, erwecken den Eindruck von Ruhe und Harmonie, eine starke Diagonale erzeugt dagegen Spannung. Kommt noch eine zweite Diagonale hinzu, verstärkt sich der Effekt. Auch Farben können zur bewußten Kontraststeigerung eingesetzt werden. Bevor du eine dieser Techniken anwendest, überlege, ob sie dem Motiv angemessen ist. Kontraste, die nichts zur Bildaussage beitragen, können ein Foto auch verderben.

Linien und Symmetrie

Bei Szenen, die sehr symmetrisch sein können, ist es wichtig, dass sie in eine Linie gebracht werden. Wenn dies vor Ort nicht möglich ist, kannst du es vielleicht später mit der Bildbearbeitung richten, um dies zu erreichen.

Wenn ich vor Ort bin, fotografiere ich manchmal absichtlich etwas breiter, als nötig. Das gibt mir die Möglichkeit, bei der Bearbeitung ein wenig zuzuschneiden. Ich bin immer wieder überrascht, welche Kleinigkeiten ich an den Rändern eines Bildes übersehen habe oder wie schief Horizont ist. Wenn du aus der Hand und ohne Stativ fotografierst, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass du in der Nachbearbeitung das Bild begradigen musst, um die Bildgestaltung zu verbessern.

Du solltest nicht gegen die Symmetrie verstoßen, wenn es sich vermeiden lässt.. Wenn die Symmetrie nur ein kleines bisschen abweicht, kann das deine Bildgestaltung nachlässig konstruiert aussehen lassen.

Wenn es darum geht, die Aufmerksamkeit auf bestimmte Teile eines Bildes zu lenken, sind Linien eines der besten Mittel dafür. Gibt es etwas Besseres als eine schöne, starke Linie, die auf das Motiv zeigt, um das Auge des Betrachters zu fangen? Besser und einfacher kann Bildgestaltung nicht sein, sofern das Motiv das zulässt.

Linien in der Bildgestaltung
Linien in der Bildgestaltung

Führende Linien sind genau das. Linien, die den Blick in das Bild hinein und auf das Motiv lenken.

Flüsse und Bäche sind großartige Möglichkeiten, um führende Linien, Bewegung und Farbe in ein Bild einzubringen. „Konvergierende Linien“ können die Kanten von zahlreichen Gebäuden oder Bäumen sein, oder eine beliebige Gruppe von Kanten, die von allen Seiten auf die Mitte des Bildes zeigen.

Raum und negativer Raum

Aktfotografie
Silhouette

Die Art und Weise, Formen und Umrisse zu komponieren, nimmt Raum innerhalb eines Bildes ein. Diese Anordnung ist die Komposition und lässt auch leeren oder „negativen Raum“ zu. Dieser negative Raum kann ebenfalls ein interessantes kompositorisches Element sein. Negativer Raum eignet sich außerdem zur Anbringung von Text. Das ist wichtig, wenn du deine Bilder verkaufen möchtest oder sie als Stockfoto anbieten willst.

Vor allem in städtischen Gebieten oder bei Porträtaufnahmen sind nicht nur die Formen wichtig, sondern auch der negative Raum, der nicht von diesen Formen eingenommen wird. Er kann ebenso aussagekräftig sein. Denke daran, dass diese „Formen“ bei der Verwendung von Silhouetten eher wie Gestalten aussehen können. Und das Spiel mit Formen, um die Dinge zweidimensional erscheinen zu lassen, kann ebenfalls ein wirkungsvolles Werkzeug bei der Bildgestaltung sein.

Der richtige Zeitpunkt und das richtige Licht

Für ein perfektes Foto ist auch das richtige Licht entscheidend.

Daher ist es wesentlich, bei der Planung aufch die Jahreszeit, Tageszeit und den richtigen Augenbick zu berücksichtigen.

Die beste Jahreszeit

Je nach Jahreszeit trifft man als Fotograf auf weiches gedämpftes Wintericht oder auf die knallige Mittagssonne in südlichen Urlaubsgefilden. Von schattenfreier Ausleuchtung des Motivs bis zu langen schwarzen Schatten ist also hier alles dabei, was der Wettergott im petto hat. Aber welches Licht ist das beste für Fotos?

Nun, eine beste Jahreszeit gibt es nicht. Jedes Licht hat seinen eigenen Charakter. Daher eignet sich die Fotografie ja auch als ganzjähriges Hobby. Jedoch musst du verschiedene Lichtintensität, Farbtemperatur und Lichtrichtung der jeweiligen Jahreszeit berücksichtigen. Lies unseren separaten Beiträge zum Fotografieren im Winter sowie Fotografieren im Herbst.

Bewölkte Tage sind ideal für Wildlifefotografie und Fotos im Wald. Dieses Wetter ist außerdem perfekt, um tolle Details und schöne Landschaften zu fotografieren. Bewölkte Tage sind besonders gut für Porträtaufnahmen geeignet! Durch die Wolken werden die Schatten weicher, sodass du mehr natürliches Licht und weniger Blitzlicht verwenden kannst.

An hellen Sonnentagen ist für schattenfreie Ausleuchtung ein Aufhellblitz erforderlich. Ansonsten gibt es in der Mittagssonne unschöne Schlagschatten unter der Nase, wenn Du Porträts fotografierst. Diese Schatten lassen sich einfach wegblitzen. Für mehr Infos lies unseren Beitrag zum Aufhellblitzen.

Wann ist die beste Tageszeit zum Fotografieren?

Goldene Stunde

Viele Fotografen schwören auf die goldene Stunde als beste Zeit zum Fotografieren.

In der Fotografie ist die goldene Stunde der Zeitraum des Tages kurz nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang. Dann ist das Tageslicht rötlicher und weicher ist als bei höher stehender Sonne. Die goldene Stunde wird manchmal auch als „magische Stunde“ bezeichnet, insbesondere von Filmemachern.

Blaue Stunde

Fotogen ist auch die blaue Stunde. Die blaue Stunde ist morgens kurz vor Sonnenaufgang oder kurz nach Sonnenuntergang. Also dann, wenn die Sonne kurz unter dem Horizont steht. Die Sonne ist morgens noch nicht aufgegangen, aber du kannst schon die Details einer Landschaft klar erkennen. Die Vögel fangen wieder an zu singen, und es ist immer noch verdammt kalt, obwohl das erste Tageslicht durchscheint.

Fotografisch gesehen kann man nun endlich damit beginnen, die Verschlusszeit und den ISO-Wert ein wenig zu verringern und vielleicht auch die Blende zu schließen, um ein wenig Tiefenschärfe zu gewinnen. Jede Aufnahme muss jedoch gut vorbereitet werden, da sich das Licht jede Minute ändert, sonst stimmt die Belichtung nicht. Ein Stativ ist obligatorisch.

Fotos, die während der blauen Stunde aufgenommen wurden, sind leicht zu erkennen. Sie weisen in der Regel einen starken Blaustich in der gesamten Aufnahme auf. Und zwar unabhängig davon, wo das Foto aufgenommen wurde.

Beim Fotografieren von Stadtansichten hast duwahrscheinlich einen schönen dunkelblauen Himmel, wenn die ersten Lichter der Stadt angehen. Auch wenn du Landschaften fotografierst, wirst du wahrscheinlich einen Blaustich in der ganzen Szene haben. Das kann der Bildgestaltung durch Farbe aber auch einen positiven Kick geben.

Grelle Mittagssonne

Wenn du unbedingt ein Foto, insbesondere ein Porträt in der prallen Mittagssonne aufnehmen musst und das Ergebnis nicht so toll ist, gibt es einen effektiven Trick. Du solltest das Foto in Schwarzweiß umwandeln. Vor dem leichtfertigen Löschen solcher Fotos solltest du eine Konvertierung in schwarzweiß ausprobieren. Gerade lange Schattten und hohe Kontraste machen sich auf Schwarzweißfotos besonders gut. So lassen sich manche zu kontrastreichen Bilder elegant retten.

Jede Fotobearbeitungssoftware verfügt über Optionen zur Umwandlung von Schwarzweißfotos. Alternativ kannst du auch den Sättigungsregler in der Bildbearbeitung suchen und die Sättigung auf „0“ reduzieren.

Der entscheidende Augenblick

Bei vielen Fotos entscheidet die Anordnung der einzelnen Elemente im Bildfeld über Erfolg oder Mißerfolg der Bildgestaltung. Wenn sich jedoch die Elemente einer Szene ständig ändern, hängt das Gelingen der Aufnahme weitgehend davon ab, ob du im richtigen Moment den Finger am Auslöser hast. Wenngleich das bei Actionfotos etwas Glückssache ist, hat der Moment großen Einfluss auf gute Bildgestaltung.

Actionfotografie
Action am Kulminationspunkt. Auch Horizont und Himmel sind wichtig bei der Bildgestaltung.

Das gilt vor allem für dynamische Abläufe wie bei Sportfotografie. Der richtige Zeitpunkt kann aber auch bei Motiven wie Landschaften entscheidend sein, bei denen die Veränderungen zwar nicht ganz so auffällig sind, die Bildwirkung aber trotzdem stark beeinflussen können.

Oft wirst du das Motiv eine zeitlang beobachten und abwarten müssen, bis alle Bildelemente genau stimmen. Dann musst du nur noch im richtigen Moment schussbereit sein. Dazu braucht man Geduld und Wachsamkeit. Wenn Du die Regeln guter Bildgestaltung bei deiner Fotografie anwendest, werden deine Werke definitiv besser.

Farben

Ein wesentlicher Teil der Bildgestaltung und Bildwirkung besteht in dem richtigen Einsatz von Farben.Teil des Lernens über Fotografie ist das Studium der Farbe. Farbe setzt sich aus drei Teilen zusammen: Farbton, Wert und Intensität.

Farben Fotografie
Farbe als Element der Bildgestaltung

Kinder verwenden als „Farbton“ einfach den Namen der Farbe (z. B. Rot, Blau, Grün usw.). Die „Intensität“ bezieht sich auf die Sättigung, also wie hell und rein die Farbe ist. Ein schwaches Rot ist rosa, ein starkes Rot ist feuerwehrrot. Der „Wert“ bezieht sich auf die Leuchtkraft.

Es gibt einige grundlegende Farbschemata, die gut miteinander funktionieren. Sie werden täglich von Künstlern, Grafikdesignern und anderen Fotografen angewandt. Diese einfachen Farbtheorien können sehr hilfreich sein, wenn du auf der Suche nach gelungenen Kompositionen bist.

Denke daran, von Zeit zu Zeit einen Blick auf den Farbkreis zu werfen. Studiere die verschiedenen Farbtheorien. Komplementärfarben, analoge Farben, Primär-, Sekundär- und Tertiärfarben usw.

Fazit

So anspruchsvoll die Bildgestaltung auch sein mag, die Kreativität in der Fotografie kommt erst dadurch zustande. Jeder von uns kann zur gleichen Tageszeit an den gleichen Ort gehen, aber das, was wir mit der Kamera machen, ist was uns von anderen unterscheidet.

Jetzt, wo du etwas Hintergrundwissen über Bildgestaltung, kompositorische Konzepte, Prinzipien und Techniken hast, kannst du beim Fotografieren auf diese Elemente achten und sie auf deine Bilder anwenden. Wenn du dir andere Fotos ansiehst, versuche, diese Kompositionselemente in ihnen zu finden. Sieh dir an wie andere Fotografen die Bildgestaltung einsetzen. Erfolgreiche Kompositionen enthalten oft viele der oben genannten Strategien, die in einer harmonischen und ästhetisch ansprechenden Weise eingesetzt werden.

Die Beherrschung der Bildgestaltung wird nicht an einem Wochenende gelingen. Es braucht Zeit. Sei also geduldig mit dir selbst. Lasse Sie sich von anderen inspirieren und achte darauf, wie deren Fotos kompositorisch funktionieren könnten. Und das Wichtigste: Gehe raus und fange an zu üben! Nachfolgende Bücher helfen dir dabei.

Bücher zum Thema Bildgestaltung:



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