Reisestativ Ratgeber: Test und Vergleich

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Reisestative sollen leicht, handlich und trotzdem stabil sein. Zudem soll die maximale Arbeitshöhe ausreichend sein. Auch Traglast, Packmaß und Preis spielen eine Rolle. Wir vergleichen die typischen Modelle verschiedener Hersteller im Test.

Wir betrachten in diesem Ratgeber nur Reisestative. Das sind Exemplare, die sich klein zusammen legen lassen. Für normale Stative siehe unseren separaten Artikel. Auch einen Artikel zum Einbeinstativ (Monopod) haben wir an anderer Stelle.
Es geht hier also speziell ums Dreibeinstativ für Reisen.

Reisestative im Test

Ein Reisestativ muss eine etwas andere Aufgabe erfüllen als ein Standard-Stativ. Sie müssen immer noch stabil, verstellbar, schnell aufzustellen und einfach zu bedienen sein. Aber es gibt ein paar zusätzliche Punkte:

Reisestativ
Reisestativ

Ein Reisestativ muss

  • klein genug sein, um in oder auf einer Tasche (und im Koffer) Platz zu finden.
  • leicht genug sein, um es den ganzen Tag mit sich herumzuschleppen.
  • Stabilität bringen, damit es bei der Fotografie gut eingesetzt werden kann.

Verständlich, dass man dann etwas Kompromisse machen muss. Selbst die besten Reisestative erreichen möglicherweise nicht die gleiche maximale Höhe wie “normale” Stative. Und sie erreichen oft nicht die gleiche Stabilität. Außerdem sind sie in der Regel teurer, da ihre Konstruktion oft aus Kohlefaser und einer größeren Anzahl von Beinsegmenten besteht. Das macht sie leicht und besser tragbar.

Was für den einen Fotografen der perfekte Kompromiss zwischen Größe und Stabilität ist, kann sich von der Meinung eines anderen Fotografen stark unterscheiden. Deshalb wird das beste Stativ nicht für jeden das gleiche sein. Und genau deshalb stellen wir mehrere Vertreter im Ratgeber vor.

Was ist das Besondere an Reisestativen?

Ratgeber Reisestativ
Reisestative im Test

Reisestative gibt es in allen möglichen Größen, Ausführungen und Preisen. Aber sie haben ein wesentliches gemeinsames Merkmal: Die Beine klappen nach oben, wenn Du es weg packst, um die Mittelsäule und den Stativkopf zu umschließen. Dies sorgt für eine kürzere Länge im zusammengeklappten Zustand. Außerdem hat es so eine kleinere Form beim Packen im Koffer.

Tipp: Die kleinen Reisehelfer erreichen ausgefahren fast die gleiche Standhöhe wie ein normales Stativ. Aber Du musst auch die Anzahl der Beinsegmente und die verwendeten Materialien berücksichtigen. Stative mit mehr Beinsegmenten lassen sich kleiner zusammenlegen, brauchen aber etwas länger zum Aufstellen. Und Exemplare aus Kohlefaser kosten mehr als Aluminiumstative, sind aber leichter zu tragen.

Alternativ gibt es Ministative und Tischstative, die immer noch die Kamera (oder ein Smartphone) tragen und sich im Winkel verstellen lassen. Sie sind aber kleinund leicht genug, um in eine Jackentasche zu passen. Sie müssen diese z.B. auf einem Tisch oder an einer Wand verwenden, aber sie ermöglichen Ihnen trotzdem Aufnahmen, die sonst unmöglich wären. Leider halten diese kleinen Ministative meist keine schwere Kamera, ohne vornüber zu fallen.

Das Bessere ist der Feind des Guten

Wir haben verschiedene Modelle im Test verglichen und den aktuellen Preis bei Amazon angegeben. Vom kleinen Reisestativ für die leichte Kamera bis zum Profi mit hoher Tragkraft und maximaler Arbeitshöhe ist alles dabei. Übrigens, ein Einbeinstativ ist nicht dabei. Wir haben an anderer Stelle Einbeinstativ Modelle (Monopods) getestet. Jedoch lässt sich bei manchen Modellen die Mittelsäule herausnehmen, sodass man sie dann als Einbeinstativ nutzen kann. Das ist jedoch nichts Halbes und nichts Ganzes.

Zuerst sollten wir aber die Kriterien für den Ratgeber festlegen, die das Stativ erfüllen sollte. Denn neben einem festen Stand sollte es die Kamera problemlos tragen können. Und sich hoch genug ausziehen lassen und natürlich transportabel sein, was Packmaß und Gewicht angeht.

Ratgeber: Worauf Du beim Kauf achten musst:

Während man bei einem Stativ zuerst Wert auf sicheren Stand und die Auswahl bestimmter Stativköpfe legt, ist das bei einem Reisestativ etwas anders. Denn dieses muss vor allem in den Koffer passen und ein kleines Packmaß haben. Das Reisestativ soll dabei möglichst eine DSLR tragen, eine maximale Arbeitshöhe über 1,50m haben und günstig sein. Das sind eine ganze Menge an Anforderungen.

Arbeitshöhe

Stativ maximale Arbeitshöhe Gewicht Preis Test

Ein großer Fotograf braucht grundsätzlich ein höheres Reisestativ, will er denn damit maximal bequem arbeiten. Für eine Körpergröße ab 1,75m gibt es allerdings kaum noch Modelle, die bei einem aufrechten Stand einen Blick durch den Sucher ohne Bücken zulassen. Denn der Vorteil der kleinen Helfer sind die Portabilität durch die Möglichkeit des Zusammenklappens. Dadurch sind die Reisestative oftmals nicht größer als ein großes Teleobjektiv. So weit, so gut.

Gut und komfortabel ist ein Stativ, wenn der maximale Auszug mindestens auf Brusthöhe liegt.

Packmaß

Die Größe im zusammengeklappten Zustand nennt man übrigens Packmaß. Das macht das Reisestativ einerseits klein und handlich, aber andererseits ist seine maximale Auszugshöhe dadurch begrenzt. Meistens reicht ein ausgefahrenes Stativ daher nur bis zur Brust.

Wer aber eins mit mehr Höhe benötigt, muss entweder auf ein kleines Packmaß verzichten oder zu klassischen Stativen greifen.
Große Menschen müssen sich bei einem Reisestativ also zwangsläufig runterbeugen. Wer es dagegen höher braucht, der sollte auf ein Modell mit besonders hoher Standhöhe achten.

Gewicht

kompakt zusammengelegt
Test und Vergleich

Für Stative gilt: Je kleiner, desto besser – zumindest, wenn es die Portabilität angeht.
Die meisten Reisestative sind folglich auch leicht und handlich. Außerdem passen sie in jeden handelsüblichen Reisekoffer und können oft noch in Rucksäcken transportiert werden. Manches Stativ bringt sogar seine eigene Tasche mit, die im Lieferumfang enthalten ist.

Beim Gewicht kommt es dabei im Wesentlichen auf das verbaute Material an. Standardmäßig sind Reisestative aus Aluminium, Profimodelle dagegen sind heute aus Carbon. Die Verwendung von Carbon erlaubt leichtere Bauweise mit zudem gleicher oder besserer Standfestigkeit bei gleichzeitig geringerem Gewicht. Das Wichtigste bleibt jedoch, dass die Reisebegleiter eine schwere Kamera tragen können.

Bei Amazon gibt es entsprechende Dreibeiner schon ab circa 100 Euro.

Belastbarkeit

Fotograf mit Reisestativ
Reisestative sind auf Reisen unerlässlich

Wenn das Stativ auf Reisen eine schwere Spiegelreflexkamera tragen soll, benötigst Du folglich ein stabileres Modell als bei einer kleinen Systemkamera. Nichts ist ärgerlicher, als wenn Deine Stativbeine die Grätsche machen, weil sie fürs Gewicht nicht ausreichend stabil sind.

Beachte also den Einsatzzweck und plane im Zweifel zukunftssicher den Kauf Deines Reisestativs.

Wir haben hier im Test daher die typischen Vertreter verschiedener Preisgruppen, Aluminium und Carbon. Die Liste ist immer up to date und zeigt die aktuellen Preise bei Amazon. Gute leichte Modelle gibt es schon unter 200 Euro, manche sogar unter 100 Euro.

Grundsätzlich beachte immer die Abhängigkeiten von Preis, Gewicht, maximalem Auszug und die Kamera, mit der Du das Reisestativ benutzen möchtest. Der Preis sollte daher zweitrangig sein.

Die Bestenliste der Reisestative

Hier zeigen wir die besten Reisestativ Modelle im Vergleich:

1. Rollei Compact Traveler No. 1 Aluminium

Ein leichtes Reusestativ zum günstigen Preis

Der Klassiker von Rollei ist das ideale Stativ für unterwegs. Mit einem Packmaß von nur 31.5 cm passt es in jede Fototasche. Die 1170 g Gewicht inkl. dem Panorama Kugelkopf mit Arca Swiss kompatibler Schnellwechselplatte sind ideal, um auf jeder Reise dabei zu sein.
Mit der maximalen Arbeitshöhe von 134 cm und einer minimalen Höhe von 32 cm ist die Nachtfotografie genau so problemlos möglich wie die Macro-Fotografie. Das Rollei Reisestativ ist mit 5 kg Tragkraft auch für DSLR-Kameras geeignet und bei Amazon für unter 100 Euro zu kaufen.

Lieferumfang: Reisestativ mit Kugelkopf, Arca Swiss Schnellwechselplatte, Stativtasche und Bedienungsanleitung


2. Rollei Compact Traveler No. 1 Carbon

Das kompakte Reisestativ unter 1000g Gewicht

Die Carbon-Variante des Reisestativs von Rollei dagegen hat ein Packmaß von33 cm, jedoch nur 980g Gewicht, inkl. dem Panorama Kugelkopf mit Arca Swiss kompatibler Wechselplatte.

Die Liste der Ausstattung kann sich ebenfalls sehen lassen. Jedes der drei Stativbeine ist ummantelt. Ein Stativbein kann gemeinsam mit der umkehrbaren Mittelsäule zu einem Einbeinstativ umgebaut werden. Bei der Carbon Variante ist die max Höhe 142cm, die min. Höhe von 34cm kann sich ebenfalls sehen lassen.
Das Rollei Carbonstativ ist speziell für die Reise- und Outdoor-Fotografie konzipiert und mit 8kg Tragkraft auch für schwerste DSLR-Kameras geeignet.

Ein 360° Panoramakopf gehört zum Stativ ebenfalls dazu.
Preis-Leistungs-Empfehlung und dazu günstig: bei Amazon!


3. K&F Concept® TM2324 Kamerastativ aus Alu inkl. Kugelkopf Schnellwechselplatte und Stativtasche 156cm

Preiswert, gut und leicht: Das Stativ für die Reise unter 100 Euro

Für den kleinen Geldbeutel bietet sich das K&F Concept als Reisestativ an: Hergestellt aus Rohren mit Alu-Legierung und umweltfreundlichem ABS-Kunststoff.

Mit ca. 1,36 kg Gewicht ist das Stativ leicht und hat eine Länge von 41,5 cm im zusammengeklappten Zustand. Auseinander gefahren ist es mit 156 cm Höhe eher klein. Es ist mit einer Tragetasche ausgestattet und ist eher für leichtere Kameras sowie Smartphones konzipiert.

Mit dabei ist auch die Schnellwechselplatte, die einen schnellen Kamerawechsel ermöglicht.


4. SIRUI NT-1005X/E-10 Universal Traveler Reisestativ mit E-10 Kopf 

Leicht und universell auf Reisen, mit hoher Traglast

Das Sirui Traveler Reisestativ kommt komplett mit Stativkopf daher. Es ist ein Dreibeinstativ aus Aluminium mit integriertem Einbeinstativ und Kugelkopf. Mit einer Höhe von 148cm und einem dabei kleinen Packmaß ist es der perfekte Begleiter auf deiner Reise.

Die Höhe des Einbeins beträgt maximal 154cm.

Trotz seines relativ geringen Gewichts von 1,44kg bietet das Sirui Reisestativ eine Belastbarkeit von 8 kg. Somit trägt es auch Spiegelreflexkameras mit schweren Teleobjektiven mühelos.

Die Teleskopmittelsäule besitzt einen zweifachen Auszug.

Lieferumfang : SIRUI NT-1005X Dreibeinstativ Alu, SIRUI E-10 Kugelkopf mit TY-50E Wechselplatte, Transportbeutel


5. Manfrotto MKBFRLA4BK-BH Befree Advanced Alu QPL (Klemmverschluss) mit Kugelkopf

Stabiles Reisestativ für den gehobenen Anspruch

Für Semipros gibt es indes bei Manfrotto ein semiprofessionelles Reisestativ für den größeren Geldbeutel. Manfrotto baut seit Jahrzehnten gute Stative.

Mit einer Höhe von 151cm liegt das Manfrottto im Test im unteren Rahmen der Stative für die Reise, was die Höhe betrifft. Die Beine haben einen Schnellverschluss als Klemmverschluss und lassen sich somit schnell ausziehen. Das ist gut wenn es schnell gehen muss oder bei Verwendung von Handschuhen.

Das Manfrotto hat dabei ein gutes Packmaß von nur 40cm und ein Gewicht von 1,59kg. Nicht mehr ganz leicht, aber dafür sehr stabil. Du kannst das Manfrotto Befree schon für 137,99 € Euro bei Amazon kaufen.


6. Gitzo Traveler Kit Series 1, 4-Segmente mit Kopf

Mehr als nur gut: Profi Reisestativ mit hoher Tragfähigkeit und Stabilität

Für Profis hat der Premiumhersteller Gitzo einen Leckerbissen unter den Stativen im Programm: Das Carbonstativ mit 4 Segmenten mit Gitzos Carbon eXact – es bietet starrere Beine und perfekten Halt.
Es ist mit 32 cm Länge platzsparend und ausgefahren mit 163 cm Höhe sehr ergonomisch. Das Gewicht bei diesem Reisestativ beträgt 1,45 kg. Der professionelle Kopf ermöglicht im Test weiche, äußerst präzise Bewegungen. Außerdem passt es perfekt zwischen die zusammengeklappten Stativbeine. Die maximale Tragfähigkeit beträgt mind. 10 kg, damit trägt das Gitzo Stativ auch schwerste Kameras.

Kurze umsteckbare Mittelsäule und die legendäre Gitzo-Qualität sind enthalten, es ist ein Stativ fürs Leben. Aber gute Qualität hat ihren Preis, so ist das Modell bei Amazon für 629,00 € Euro zu kaufen.


Aktuelle Bestsellerliste Reisestative:

(bei Amazon, Preise in Euro incl. MwSt)

Thematisch hierzu passende Beiträge:

Die besten Canon Reisezooms Objektive
→ Einbeinstativ Kaufberatung


Andreas Volz
Gründer von Webdigital und Fotograf seit Jugendzeit. Angefangen mit Nikon F3, F4 und F5 kam ich mit einer D1 ins digitale Fotozeitalter. Es folgten D2H, D2Xs, D3 und D810. DSLR faszinieren mich genau so wie spiegellose Modelle.

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