Insekten fotografieren: Tipps für top Insektenfotografie

Ob Bienen, Libellen oder Käfer: Insekten versprechen spannende Bilder. Alles, was man für ein gelungenes Bild braucht, ist Geduld, ein Stativ und eine kurze Belichtungszeit. Am besten 1/250 Sek oder kürzer.

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Insekten gehören zu den verbreitetsten Motiven im Tierreich. Da sie sehr klein sind, muss man Zubehör für die Nahaufnahme einsetzen. Dieses Zubehör für die Insektenfotografie braucht nicht teuer zu sein und ist außerdem leicht zu bedienen. Lies hier, wie du am besten Insekten fotografieren kannst.

Insekten fotografieren
Insekten fotografieren: Fotos kleiner Tiere werden erst recht gut, wenn das Bild noch andere Motive wie Blumen zeigt. Ein Blitz kann zur Aufhellung dienen.

Insektenfotografie als Teilgebiet der Makrofotografie

Was sind denn eigentlich Insekten? Es gibt über eine Million Insektenarten. Dabei leben viele dieser winzigen Lebewesen direkt vor deiner Haustür. In deinem Garten, auf deiner Fensterscheibe, auf deinem Blumenstrauß. Ein Insekt ist übrigens ein Gliederfüßer. Das bedeutet, es muss es einen Körper aus mehreren Segmenten, dazu sechs Beine, Fühler, Facettenaugen und manchmal noch Flügel haben.

Andere Kleinlebewesen wie Spinnen sind zwar ebenfalls Gliederfüßer, werden aber trotzdem nicht als Insekten bezeichnet. Das Fotografieren von Insekten und anderen kleinen Lebewesen kann indes eine Menge Spaß machen. Geh doch einfach mal in deinen Garten, um eine ganz neue Welt der Nah- oder Makrofotografie zu entdecken.

Ausrüstung für bessere Insektenfotografie

Die erste Grundregel der Makrofotografie ist ganz einfach: Geh ganz nah an das Motiv heran.
Diese Regel gilt nicht nur fürs Insekten fotografieren, sondern ist allgemeingültig für viele Bereiche.

Kamera

Jede Digitalkamera, die in den letzten 10 Jahren gebaut wurde und mit (Wechsel-) Ojektiven ausgestattet ist, ist in der Lage, Insekten zu fotografieren. Erst recht, wenn sie mit einem guten Makroobjektiv eingesetzt wird – dazu später. Viele „Bridge“ Kameras ohne Wechselobjektive, aber mit einem Makromodus, sind ebenfalls sehr gut geeignet.

Objektive

Für die Insektenfotografie am besten ist ein Makroobjektiv, mit dem du ganz nah herangehen kannst. Mit einem solchen Makroobjektiv kannst du deine Insekten fast in Lebensgröße fotografieren. Das bedeutet, dass dein Motiv auf dem Sensor genau so groß ist wie in natura.

Wenn du öfter Makros machen möchtest, solltest du die Anschaffung eines Makroobjektivs erwägen. Diese Objektive sind speziell für kurze Abstände korrigiert. Sie lassen sich meist ohne Zubehör bis auf einen Abbildungsmaßstab von 1:1 (natürliche Größe) einstellen. Bei so starker Vergrößerung wird allerdings die Scharfeinstellung sehr kritisch.

Du musst daher mit Stativ arbeiten, um optimale Schärfe zu erzielen. Du brauchst ein Stativ, um die Kamera zu stabilisieren. Das gilt erst recht, wenn du ein Tele oder eine lange Verschlusszeit verwendest. Wenn du mit deiner Kamera auf einem Stativ fotografierst, ist ein Fernauslöser folglich die ideale Methode. Manche Fotografen gehen noch einen Schritt weiter und verriegeln den Spiegel ihrer DSLR, bevor sie den Auslöser betätigen. Dadurch wird die Möglichkeit von Bewegungen weiter reduziert. Wenn du keinen Fernauslöser hast, kannst du stattdessen den Selbstauslöser der Kamera verwenden.

Je nachdem, wie nah du heran kommst, kannst du den ganzen Körper des Insekts oder nur einen Teil davon, wie z. B. den Kopf und die Fühler, ins Bild setzen. Sei vorsichtig, damit du nicht gestochen wirst 🙂

Sieh Dir hier die besten Makroobjektive verschiedener Hersteller an:

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  • 1X-Vergrößerung: Das TTartisan 40mm f/2.8 bietet eine maximale Vergrößerung von 1:1 in Lebensgröße zusammen mit einer minimalen Fokussierentfernung von 17 cm. Das manuelle Fokusdesign hilft zusammen mit der Fokusentfernung und der Schärfentiefeskala bei der präzisen Fokussierung.
  • Optisches Design: Sein optisches System besteht aus 8 Elementen in 7 Gruppen. Die helle maximale Blendenöffnung von f/2.8 eignet sich für die Arbeit bei einer Vielzahl von Lichtverhältnissen und trägt auch zum schlanken Formfaktor bei. Eine 11-Blatt-Membran trägt zu einer glatten und angenehmen Bokeh-Qualität bei.
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Zwischenringe

Um tolle Makro Bilder zu machen, musst du bis auf wenige Zentimeter an deine Motive heran gehen können. Die kürzeste Entfernung eines Objektivs mit 50 oder 55 mm Brennweite liegt jedoch bei etwa 45 cm. Also einer Entfernung, aus der etwa ein normaler Schmetterling noch sehr klein erscheint. Eine einfache Möglichkeit für kürzere Abstände und damit größere Maßstäbe bieten Zwischenringe. Man setzt sie nur zwischen Objektiv und Kamera. Das geht schnell und einfach.

Sie werden meist als Dreiersatz verkauft. Mit dem längsten davon kannst du so nahe heran gehen, dass der Schmetterling fast das Format füllt. Noch größere Maßstäbe erzielt man durch die Kombination mehrerer Zwischenringe. Je länger der Auszug, desto größer ist der Abbildungsmaßstab.

Probiere aus, welche Kombination von Zwischenringen den gewünschten Maßstab ergibt. Am besten geeignet ist ein leichtes Tele (80-100mm). Mit ihm erzielst du Vergrößerungen wie mit einem Normalobjektiv schon aus der doppelten Entfernung, was gerade beim Fotografieren von Insekten recht praktisch ist.

Makro Ringblitz zum Insekten fotografieren

Oft wird nur ein Blitzgerät genügend Licht liefern können. Ein kleines Modell reicht aus. Aber um keine störenden Schatten zu bekommen, solltest du es mit einer Schiene seitlich vom Objektiv anbringen. Noch besser ist ein Ringblitz. Mache ein paar Tests, um bei einer bestimmten Entfernung die richtige Kombination von Blende und Blitzleistung zu ermitteln. Verwende Sie diese Einstellung dann für alle Aufnahmen aus diesem Abstand.

Ringblitze erzeugen ein rundes Licht ums Objektiv herum und leuchten daher schattenfrei. Sie werden verwendet, um ein Motiv auf die gleiche Weise zu beleuchten wie ein Blitz. Sie sind preiswert und werden in der Regel mit zwei oder vier AA Batterien betrieben. Meist verwenden sie heute LEDs und können für Makroaufnahmen auch bei Tag ganz nützlich sein.

Insekten fotografieren mit RAW oder JPG?

Ich empfehle, dass du alle Bilder im RAW-Format oder zumindest im RAW- und JPG-Format aufnimmst. Mit JPGs erhältst du sofort eine gute Wiedergabe deines Fotos. Wenn du jedoch deine Insektenfotos verbessern möchtest, indem du Schatten entfernst, Lichter abdunkelst oder ein Foto in Lightroom oder einer ähnlichen Software weiter verarbeitest, erzielst du mit einer RAW Version deines Fotos viel bessere Ergebnisse.

Bildgestaltung und Einstellungen

Insekten haben Körper, die sich nicht nur in ihrer Größe von anderen Tieren unterscheiden. Das macht sie so faszinierend. Eines der Ziele der Insektenfotografie in Nahaufnahme ist es, die Farben und Details des Insektenlebens hervorzuheben. Insekten fotografieren bedeutet, Makro zu fotografieren. Ein gutes Makro legt den Fokus der Kamera dabei immer auf die Augen. Alternativ auf Beine und Körper dieser Insekten und ihre winzige Welt. Wenn du zum Beispiel eine Spinne in ihrem Netz fotografierst, erzählt sie eine Geschichte.

Fliegende Tiere wie Bienen, Libellen und Käfer erfordern eine kurze Belichtungszeit. Hier empfiehlt sich 1/250 Sek als Zeit oder kürzer. Bei längeren Zeiten wie 1/60 Sek kann es sonst zu Bewegungsunschärfe kommen. Die Tiere werden somit nicht scharf abgebildet! Libellen und Bienen können im Gegensatz zum Käfer auch in der Luft schweben.

Insektenfotografie
Insektenfotografie mit neutralem Hintergrund

Die Farbe des Hintergrunds spielt eine wichtige Rolle bei der Komposition. Wenn das Motiv dunkel gefärbt ist, wie es bei vielen Insekten der Fall ist, hebt ein heller, unscharfer Hintergrund das Tier von seiner Umgebung ab. Und lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters darauf.
Die Technik, mit der sich ein Insekt vom Hintergrund abhebt, ist die Verwendung einer geringen Schärfentiefe. Als Schärfentiefe bezeichnet man den Bereich vor und hinter dem Motiv, der scharf abgebildet wird. Diese wird übrigens durch die Blende bestimmt. Eine niedrige Zahl wie f/2,8 ergibt eine geringe Schärfentiefe, bei der das Motiv scharf abgebildet wird, während der Hintergrund unscharf bleibt.

Eine andere Technik der Naturfotografen ist, dass ein helles Motiv vor einem dunklen Hintergrund fotografiert wird. Wenn du ein gut beleuchtetes Insekt hast, zum Beispiel bei Tag oder mit einem Aufhellblitz, wird dein dunkler Hintergrund unterbelichtet. Er erscheint fast schwarz. Durch diesen Effekt entsteht ein dunkler Hintergrund, der das Motiv hervorhebt.

Wenn aber sowohl das Insekt als auch der Hintergrund hell sind, kann es schwierig sein, das Insekt von seiner Umgebung zu unterscheiden. Ein Stück Stoff oder Papier hinter dem Motiv kann als Hintergrund dienen. Damit wird das Insekt isoliert und von seiner Umgebung abgehoben.

Insekten sind bei warmem Wetter übrigens mobiler: Fotografiere sie am frühen Morgen oder am Abend, wenn es kühler ist, und sie sich langsamer bewegen. Das verfügbare Licht ist zu diesen Tageszeiten auch schöner.

Schmetterling Insektenfotografie und Insekten fotografieren
Insekten fotografieren mit Makroobjektiv

Schärfentiefe beim Fotografieren von Insekten

Die Schärfentiefe ist bei Nahaufnahmen grundsätzlich sehr klein. Um dieses Problem zu lösen, solltest du möglichst stark abblenden. Selbst bei Blende 22 wird ein Objekt oft nicht von vorne bis hinten scharf. Abhilfe schafft hier die Technik über Focus Stacking, die wir an anderer Stelle erklärt haben.

Bei Tageslicht bedeutet die kleine Blende, dass du Licht wegnimmst. Und dass du sehr helle Sonne brauchst, um noch kurze Zeiten in der Insektenfotografie zu erzielen. Wenn die kleinste Blende (f/22) eingestellt und das Objektiv auf den gewünschten Maßstab gebracht ist, solltest du die Schärfe nicht mehr mit dem Entfernungsring, sondern nur noch durch Veränderung des Abstands einstellen. Nähere dazu die Kamera langsam dem Objekt an, bis die wichtigen Teile scharf erscheinen.

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Canon Makro-Objektiv Vergleich

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