Bewegungsunschärfe richtig einsetzen

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Bewegung zeigen in der Fotografie? Das geht ganz einfach mit Bewegungsunschärfe. Dazu brauchst du keine teure Ausrüstung. Wir zeigen dir, wie Du Bewegungen absichtlich verwischt zeigen kannst.

Das Fotografieren von Bewegung ist wichtig, sobald du et was Dynamik in deine Bilder bringen willst. Das mag sich zwar schwierig anhören, ist aber am Ende einfach. Mit ein bisschen Knowhow und deiner Kamera machst du perfekte Fotos wie ein Profi.

Bewegungsunschärfe fotografisch einfangen

Und genau darum geht es in diesem Artikel. Wir zeigen Dir die Werkzeuge und Techniken, die du brauchst, um schöne Ergebnisse zu erzielen!

Beachte, dass Bewegungsunschärfe in jedem Genre der Fotografie toll aussehen kann. Versuche also nicht, dich einzuschränken. Nutze stattdessen die Kraft der Unschärfe! Naja, Unschärfe ist das falsche Wort, aber dazu kommen wir später. Los geht’s.

Bewegungsunschärfe
Bewegungsunschärfe

Nimm eine langsame Verschlusszeit

Hier ist der grundlegende Tipp zur Bewegungsunschärfe:

Verwende eine lange Belichtungszeit.

Das ist ja im Grunde auch einleuchtend. Schließlich willst du Bewegung im Bild zeigen. Und mit einer kurzen Belichtungszeit würdest du jede noch so schnelle Bewegung „einfrieren“. Der Grund für die Bewegungsunschärfe ist einfach, dass der Verschluss deiner Kamera für eine längere Zeit geöffnet bleibt. Mit anderen Worten: Du bekommst Bewegungsunschärfe, wenn die Verschlusszeit lang ist.

Der wichtigste Tipp zum Einfangen von Bewegungen ist also, eine längere Verschlusszeit zu wählen.

Wenn deine Zeit zu kurz ist, z.B. 1 / 4000 s, wirst du folglich nie viel Bewegung einfangen können. Wenn du aber eine längere Verschlusszeit nimmst (z. B. 1 / 2 s), muss sich dein Motiv gar nicht viel bewegen. Trotzdem wird es verwischt aufgenommen.

Wie lang sollte die Verschlusszeit sein? Nun, das kommt ganz auf die Geschwindigkeit deines Motivs an. Eine sich bewegende Schnecke und ein sich bewegendes Rennauto werden bei der gleichen Verschlusszeit also sehr unterschiedliche Ergebnisse liefern. Je langsamer das Motiv ist, desto länger muss die Zeit sein, um den Effekt zu erzeugen.

Ein weiterer Faktor für die Bestimmung der Verschlusszeit ist die Lichtmenge, die da ist. Eine längere Zeit lässt mehr Licht in auf den Sensor. Und sie birgt das Risiko, dass das Bild überbelichtet oder verwackelt wird. Im Folgenden werden wir einige Möglichkeiten aufzeigen, wie du weniger Licht in die Kamera rein lassen kannst. So kannst du dann lange Verschlusszeiten verwenden, ohne dass es zu Überbelichtungen kommt).

Unterm Strich: Es gibt keine pauschale Verschlusszeit für Bewegungsunschärfe. Es hängt von der Geschwindigkeit deines Motivs, der Helligkeit des Motivs und davon ab, wie groß der Effekt werden soll.

Halte deine Kamera ruhig und stabil


Es gibt zwei Möglichkeiten, um ein Gefühl von Bewegung in den Bildern zu erzeugen:

  1. Lasse dein Motiv sich bewegen.
  2. Lasse deine Kamera sich bewegen.

Aber für die Art von Bewegungsunschärfe, die wir heute wollen, wird es das Motiv sein, das sich bewegt. Damit die Bewegung gut im Bild raus kommt, musst du deine Kamera also besonders still halten. Ansonsten nimmst du ein verwischtes Motiv auf – aber auch einen verwischten Hintergrund.

Grand Central mit Bewegungsunschärfe
Motion blur, Photo by David Vives on Unsplash

Ein Stativ ist ideal. Aber du kannst die Kamera auch auf einen stabilen Tisch oder eine Mauer stellen. Ich empfehlen, immer einen Fernauslöser oder einen Selbstauslöser zu verwenden. Denn so kannst du auslösen, ohne den Auslöser zu berühren. Das vermeidet jedes Risiko einer Erschütterung und ergibt perfekte Bilder.

Wähle den richtigen Belichtungsmodus

Wie du weißt, ist die Verschlusszeit von großer Bedeutung, um einen schönen unscharfen Look zu erzielen. Selbst kleine Änderungen haben einen großen Einfluss auf die Aufnahme. Daher solltest du einen Belichtungsmodus verwenden, der dir die volle Kontrolle über die Belichtungszeit gibt.

Du hast zwei Möglichkeiten. Erstens kannst du deine Kamera in den vollständig manuellen Modus (M) schalten. Das funktioniert gut und ist eine gute Idee für erfahrene Fotografen. Aber im manuellen Modus musst du Zeit, Blende und ISO vorwählen. Wenn du dir aber noch nicht sicher bist, im manuellen Modus zu arbeiten, hast du eine weitere Möglichkeit.

Nimm dann den Modus „Verschlusspriorität“ bzw Blendenautomatik (S). Bei der Blendenautomatik wählst du die Belichtungszeit vor. Die Elektronik stellt die Blende dazu so ein, dass die Aufnahme gut belichtet ist. Dies ist ein sehr praktischer Modus für die Fotografie von Bewegungsunschärfe. Denn er stellt sicher, dass du den gewünschten Bewegungs- Effekt bekommst und gleichzeitig allgemein gut belichtete Bilder aufnimmst.

Lies mehr zu den Kameramodi P, S, A, M.

Bewegungsunschärfe
Motion blur – Das Karussell ist bewegt und scharf, so entsheht der Eindruck von schneller Drehung.

Wie man lange Verschlusszeiten bei zu viel Licht meistert

Erinnere dich, was wir über eine lange Belichtungszeit gesagt haben. Je länger die Zeit ist, desto mehr Licht gelangt rein und desto heller werden deine Fotos sein.

Wenn es jetzt noch recht hell ist, kann das zu einem Problem führen. Im Folgenden schlage ich daher drei einfache Methoden vor, um Überbelichtung zu vermeiden.

1. Verwende eine kleine Blende

Hier ist die erste und einfachste Methode, um Überbelichtung zu vermeiden: Verkleinere die Blende. Denn je kleiner sie ist, desto weniger Licht trifft auf den Kamerasensor. Wenn du mit Blendenautomatik (S) fotografierst, wird die Kamera sie automatisch für dich verkleinern. Sobald sie eine lange Verschlusszeit erkennt, schließt sie die Blendenlamellen und so entsteht ein gut belichtetes Bild.

Das Verstellen der Blende wirkt sich nicht nur auf die Helligkeit und Zeit aus. Sie wirkt sich auch auf die Schärfentiefe aus, also auf den Anteil des Motivs, der scharf abgebildet wird. Eine große Blende erzeugt eine begrenzte Schärfentiefe.

Wenn du einen Effekt mit geringer Schärfentiefe willst, musst du der Überbelichtung auf andere Weise entgegen wirken, wie ich im nächsten Abschnitt erkläre:

2. Verringere den ISO-Wert

Bewegungsunschärfe Bahnhof
Bahnhöfe bieten viele Motive rund um die Bewegungsunschärfe: Durch den fahrenden Zug durch fotografiert

Wenn du bereits versucht hast, die Lichtmenge mit Abblenden zu verkleinern, aber immer noch nicht die gewünschten Ergebnisse hast, gibt es eine alternative Methode, um Überbelichtung zu vermeiden: Verringere den ISO Wert.

ISO beeinflusst die Lichtempfindlichkeit des Sensors, wobei eine höhere Zahl eine höhere Empfindlichkeit bedeutet, und damit eine hellere Belichtung. Eine niedrigere Zahl bewirkt eine geringere Empfindlichkeit und damit eine dunklere Belichtung.

Du kannst den ISO Wert im manuellen Modus (M) oder im Modus S einstellen. Wähle also einfach einen niedrigen ISO-Wert (zum Beispiel 50) und beobachte, wie die Belichtung abnimmt. Natürlich gibt es eine Grenze, wie tief du den ISO Wert senken kannst. Aber es lohnt sich immer zu prüfen, ob eine kleinere ISO eine Option ist, da dies eine einfache Möglichkeit ist, Überbelichtung zu vermeiden.

3. Versuche es mit einem Neutraldichtefilter

Angenommen, du willst ein Foto mit Bewegungsunschärfe machen, aber die Belichtung ist einfach nicht dunkel genug. Du hast die Blende verkleinert und den ISO Wert verringert, aber die Aufnahmen sind immer noch überbelichtet.

Hier kommt eine dritte Möglichkeit ins Spiel, der Kamera etwas Licht weg zu nehmen: Ein Neutraldichtefilter.
Dabei handelt es sich um ein Stück Glas, das den Lichteinfall durch das Objektiv blockiert. Ähnlich wie eine Sonnenbrille. Das ermöglicht dir, eine lange Verschlusszeit zu verwenden und gleichzeitig eine Überbelichtung zu vermeiden.

ND Filter Wasser
Wasser mit Neutraldichte Filter (ND Filter / Graufilter). Steine scharf, bewegte Wasserläufe

Willst du eine Landschaft in hellem Sonnenlicht fotografieren und das Wasser verwischen lassen, bekommst du erst mal ein überbelichtetes Bild. Und das selbst bei kleiner Blende und niedrigem ISO-Wert. Jedoch, mit einem ND-Filter über dem Objektiv lässt sich die Verschlusszeit verlängern und gleichzeitig eine perfekte Belichtung erzielen.

Beachte, dass es Neutraldichtefilter in vielen Stärken gibt. Du kannst einen einfachen, subtilen ND-Filter kaufen, der die Szene leicht abdunkelt. Es gibt aber auch ultrastarke ND-Filter mit 10 Blendenstufen, mit demdu die Belichtungszeit selbst bei hellem Sonnenlicht drastisch verlängern kannst. Lies den Artkeil Wasser fotografieren mit ND-Filter.

Langsamer Synchronisationsblitz

Auch ein Blitzgerät kann helfen. Dabei sollte es jedoch ein Blitz zum Aufstecken sein, keiner dieser schwachen kleinen internen Blitze die in manche Kameras eingebaut sind.

Damit kannst du ein relativ scharfes Motiv einfangen und gleichzeitig einen sich bewegenden, unscharfen Hintergrund erzeugen. Es ist eine großartige Möglichkeit, Bewegung einzufrieren und gleichzeitig zu zeigen. Wie das geht? Man nimmt hier einfach eine lange Belichtungszeit, sodass das bewegte Motiv verwischt. Gleichzeitig wird durch die kurze Leuchtzeit des Blitzes das Motiv eingefroren. Der Blitz hat eine Leuchtzeit von 1/40000 Sekunde.

Geschafft! Na, da hast du es. Ein paar einfache Tipps, um Bewegungsunschärfe mit bewegten Objekten einzufangen.

Also merke dir diese Tipps. Und wenn du das nächste Mal auf der Suche nach kreativen Fotos bist, wirst du erstaunliche Ergebnisse erzielen!

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