Auto fotografieren: Tipps für bessere Autobilder

Auto fotografieren ganz einfach: Tipps zum Fotografieren Deines Autos, so kommt Dein Wagen ganz groß raus. Auch vor dem Verkauf Deines Kfz solltest du vernünftige Fotos machen. Lies diese Tipps zur Autofotografie, wie Du Location und Hintergrund richtig auswählst.

Heute möchte ich Dir einige grundlegende Richtlinien an die Hand geben, damit Du mit der Autofotografie beginnen kannst. Das Fotografieren von Autos ist nicht so schwer, wenn man einige Tipps am Anfang beachtet.

Das Schöne daran ist, dass Autos überall verfügbar sind. Außerdem laufen sie nicht weg, lassen sich geduldig ablichten und meistens sehen sie noch gut aus. Dabei muss es kein Mercedes oder Ferrari sein, den Du fotografierst. Es ist egal, ob es sich um einen Fiat, BMW oder Audi handelt, wichtig ist, wie Du ihn beim Fotoshooting fotografierst.

1 Richte das Fahrzeug für die Autofotografie her

Niemand mag schmutzige Autos. Gerade wenn Du die Bilder für den Verkauf des Wagens planst, solltest Du ihn vorher entweder durch die Waschanlage fahren oder alternativ mit einem Kärcher und Carshampoo behandeln.

Auch den Innenraum solltest Du saugen und säubern, insbesondere bei einem Cabrio.

2 Auto fotografieren zur richtigen Tageszeit

Autofotografie
Autofotografie in richtiger Location zur richtigen Tageszeit: Das Bild mit dem Oldtimer strahlt Ruhe und Gemütlichkeit aus.

Auch die richtige Tageszeit ist wichtig, denn Fotografieren heißt, mit Licht zu malen. Die beste Zeit für Autofotografie ist zur goldenen Stunde, also ein paar Minuten vor Sonnenuntergang oder ein paar Minuten nach Sonnenaufgang. Verwende ein Stativ und sorge für das perfekte weiche goldene Licht auf dem Lack.

Ein Stativ vermeidet Verwacklungen und hilft Dir bei der Bildgestaltung.

3 Achte auf Reflexionen

Fotografieren Autos
Spiegelung des Himmels im Autolack

Sieh Dir genau an, was sich im Auto spiegelt. Schaue Dich um, dann siehst Du Dir das Auto genau an und achtest darauf, was von seiner Oberfläche reflektiert wird.

Ein Auto ist wie ein Spiegel, besonders wenn es gewaschen ist und der Lack reflektiert. Versuche also, einen offenen Raum hinter Dir zu haben, z. B. ein Feld. Versuche außerdem, Aufnahmen mit Gebäuden oder Bäumen vor dem Auto zu vermeiden. Schließlich willst Du Designlinien und Formen bei deiem Auto zeigen. Aber Reflexionen können diese Linien sehr schnell verderben.

Achte auch sehr darauf, dass Du nicht Deine eigene Reflexion in das Foto einbeziehst. Wenn Du Dein eigenes Spiegelbild nicht vermeiden kannst, ist es am besten, die Kamera auf ein Stativ zu setzen. Dann den Selbstauslöser einstellen oder einen Funkauslöser benutzen und bewege Dich dann selbst aus dem Bild.

Sieh Dir das Bild vom Mustang an: Es spiegelt sich nur der Himmel.

4 Fotografiere beim Fahren

Auto in Fahrt
Auto in Fahrt

Eine sehr einfache Möglichkeit, ein cooles Bild zu bekommen, ist, das Auto aus einem anderen fahrenden Auto heraus zu fotografieren. Bitte sei dabei vorsichtig!

Versuche zum Beispiel, das Auto aus dem Fenster zu fotografieren, beispielsweise aus einem zweiten Fahrzeug, während beide mit einer Geschwindigkeit von 60 km/h fahren. Benutze eine Verschlusszeit von 1/30s bis 1/100s, um Bewegung zu visualisieren. Auf diese Weise erhältst Du eine schöne Bewegung auf der Straße und auf den Rädern. Du können die Verschlusszeit sogar noch länger machen, allerdings erhöht sich dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass Du unscharfe Fotos erhältst. Beachte dabei die Regel für die längstmögliche Verschlusszeit.

5 Schwenke für Bewegungsunschärfe

Auto in Bewegung
Auto in Bewegung

Du könntest neben der Straße stehen und das Auto im Vorbeifahren fotografieren. Folge dem dem Auto mit Deinem Objektiv in einer gleichmäßigen Bewegung und stelle die Verschlusszeit auf ca. 1/60s. Das ist die Perfekte Belichtungszeit für Autos in Bewegung. Du wirst sehen, wie einfach das ist! Das Auto wird scharf sein, der Rest verwischt, und die Räder drehen sich im Bild.

Die Räderbewegung bringt Dynamik ins Bild und lässt das Auto weniger statisch erscheinen.

6 Achte auf die Farbe des Autos

BMW Detail
BMW: Fotografie von Details im richtigen Licht

Alle Farbtypen reagieren zu verschiedenen Tageszeiten unterschiedlich auf das Licht. Metallic-Lack funkelt je nach Lichtintensität anders. Die meisten Farben mögen kein direktes Sonnenlicht. Auch hier gilt der Tipp der richtigen Tageszeit zur goldenen Stunde.

Sieh Dir dieses Bild des Details aus einem BMW an. Verschiedene Grüntöne kontrastieren mit dem Scheinwerfer.
Grundsätzlich kommen Bilder mit Details gut an, wenn sie im richtigen List gemacht werden.

7 Location: Wähle den Hintergrund sorgfältig aus

Fiat 500
Fiat 500 unter Allee: Das Fahrzeug mit dem Picknickkrb passt gut in die Umgebung.

Achte immer darauf, dass der Hintergrund nicht ablenkt und zum Auto passt. Ein Supersportwagen vor einem Altersheim passt genau so wenig wie ein VW-Bus mit Surfbrett oben drauf vor einem Supermarkt. Vermeide es daher, erkennbare Objekte und Personen im Hintergrund zu haben, die das Auge vom Hauptmotiv ablenken. Dinge wie Mülltonnen, Stromleitungen und andere Autos können ein Bild zerstören. Je weniger ablenkt, desto besser. Eine gleichmäßige Fläche wie Wald ist perfekt. Eine Skyline oder ähniches sind in Ordnung, solange sie in Unschärfe aufgelöst sind. Benutze dazu eine offene Blende bis max. f/5.6.

Ein teures Auto kannst Du gut vor einem Schloss fotografieren, einen Jeep im Wald und einen SUV im Gelände. Es kommt immer auf den Zweck an, den das Foto später haben soll. Ähnlich wie bei Tieren solltest du das Auto in seiner typischen Umgebung zeigen. Hintergrund und Location sind für die perfekte Autofotografie entscheidend!

8 Lasse den Wagen mit der Natur interagieren

SUV fotografieren
Location gut, alles gut: Fotografie eines SUV im Gelände

Hier ist eine weitere ansprechende Möglichkeit, ein Foto aufzunehmen: Lasse das Auto mit seiner Umgebung interagieren.
Beispiele hierfür könnte ein Auto sein, dass Staub aufwirbelt oder ein SUV, das über ein Hindernis fährt. Gerade bei Spezielfahrzeugen wie SUVs, Geländewagen oder Cabrios wähle die Location für die Autofotografie richtig aus. Der fotografische Kontext sollte stimmen.

Ein Auto muss man schießlich nicht nur auf der Straße fotografieren. Es gibt besseren Untergrund für actionreiche Bilder.

9 Fotografiere dein Fahrzeug bei Nacht

Auto Mercedes
Richtige Location und Präsentation für den Wagen

Autos fotografieren bei Nacht? Das mag abschreckend klingen, aber Du wirst erstaunt sein, wie einfach es ist! Das größte Geheimnis dabei ist, einen Ort zu finden, an dem es komplett dunkel ist; jegliche Straßenlaternen oder sogar der Vollmond könnten das Leben schwer machen.

Wenn Du die richtige Stelle gefunden haben, baue die Kamera auf einem Stativ auf. Stelle den ISO-Wert auf 100, die Verschlusszeit auf 30 Sekunden und die Blende auf f/8. Wenn sich der Verschluss öffnet, nimmst Du eine starke, konstante Lichtquelle und gehst damit um das Auto herum und malst es mit Licht an. Dazu eignet sich eine normale Haushaltstaschenlampe.

Hier gibt es keine Regeln. Bemale das Auto auf unterschiedliche Weise, um verschiedene Effekte zu erzielen. Wenn Du verschiedene Lichtfarben verwendest, kommst du dem Lightpainting schon sehr nah.

Im Grunde ist das Fotografieren von Autos nicht anders als bei anderen Motiven. Denke immer zuerst nach, was du mit dem Bild für eine Information transportieren willst. Wer ist der Betrachter? Soll das Bild einem Käufer Lust auf deine Auto machen? Oder willst du nur ein paar Erinnerungsfotos für dich selbst?

10 Die Wahl von Kamera und Objektiv

Grundsätzich gibt es keine schlechte Kamera für die Autofotografie. Selbst mit der kleinsten Spiegelreflexkamera für Einsteiger kannst Du aussagekräftige Fotos vom Wagen produzieren. Deine Kamera sollte allerdings die Möglichkeit haben, Wechselobjektive anzusetzen. So kannst Du den Bildwinkel, die Perspektive und somit die Bildwirkung eindrucksvoll ändern.

Als Objektiv genügt ein Standardzoom mit einer Brennweite zwischen 24 und 135mm. Damit hast Du gleich mehrere Objektive in einem in der Tasche. Das kann auch ein Kit-Objektiv sein. Solltest Du “nur” ein festes 50mm haben, ist das auch vollkommen in Ordnung, denn es entspricht dem normalen Augeneindruck.

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Andreas Volz
Gründer von Webdigital und Fotograf seit Jugendzeit. Ich hatte meist Nikon-Kameras. Angefangen mit Nikon F3, F4 und F5 kam ich mit einer D1 ins digitale Fotozeitalter. Es folgten D2H, D3 und D810. DSLR faszinieren mich genau so wie spiegellose Modelle.

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