Ratgeber Makroaufnahmen

Nah- und Makroaufnahmen sind Aufnahmen, bei denen kleine Objekte in natürlicher Größe oder vergrößert dargestellt werden. Mit Makrofotografie werden Details sichtbar, die beim normalen Betrachten der Szene verborgen bleiben.

Sie entstehen dadurch, dass man die Kamera sehr nah an das Objekt heranführt, oft bis auf einen Abstand von wenigen Zentimetern. Die besten Makroaufnahmen entstehen mit speziellen Makroobjektiven, aber auch viele preiswerte Kameras oder Wechselobjektive haben einen Modus, bei dem sie auf sich sehr nah befindende Objekte fokussieren können.

Makrofotografie Makroaufnahmen

Schärfentiefe

Das Hauptproblem bei Makroaufnahmen ist, dass die Schärfentiefe durch die geringe Entfernung zum Objekt sehr eingeschränkt und deshalb außer bei Reproduktionen flacher Gegenstände das Einstellen einer besonders kleine Blende nötig ist.

Diese kleine Blende sorgt jedoch wiederum dafür, dass nur wenig Licht auf den Film oder Sensor fällt, was längere Belichtungszeiten erforderlich macht.

Blitzen bei Makroaufnahmen

Insbesondere bei kleinen, lebenden Tieren sind aber längere Belichtungszeiten nicht möglich, da sonst Bewegungsunschärfen sichtbar wären. Häufig ist die einzige Lösung in der Makrofotografie, ein oder mehrere Blitzgeräte zu verwenden, um trotz weitgehend geschlossener Blende ausreichend kurze Zeiten für die Belichtung zu erreichen.

Abschattungen vermeiden – wie ?

Die in viele Kameras fest eingebauten Blitze sind in aller Regel für Makroaufnahmen nicht geeignet. Warum? Das frontale Licht führt zu störenden Reflexen und harten Schlagschatten. Manche Geräte können ihre Leistung bei der kurzen Aufnahmeentfernung nicht ausreichend herunterregeln, sodass stark überbelichtete (zu helle) Aufnahmen entstehen. Überdies leuchten sie das Objekt wegen der Parallaxe zwischen Blitz und Objektiv oft unzureichend aus, weil sie schlicht daran vorbeiblitzen oder Abschattungen durch das Objektiv auftreten. Jedoch kann man eine technisch optimale Ausleuchtung mit Ringblitzgeräten erreichen. Allerdings sind diese nicht billig und schränken die Möglichkeiten zur Bildgestaltung mittels unterschiedlicher Lichtführung ein.

Technik hilft bei Makroaufnahmen

Nahaufnahmen von Motiven, die nicht weglaufen können, sind auch ohne aufwendige Blitztechnik möglich. Aber Makroaufnahmen erfordern in jedem Fall ein möglichst stabiles Stativ. Ein Fern- oder Drahtauslöser hilft, Verwackeln zu verhindern. Viele moderne Kameras verzichten leider auf einen Anschluss für dieses nützliche Zubehör. Aber in vielen Fällen kann man sich durch die Verwendung des Selbstauslösers behelfen.

Ein weiteres Problem ist, dass man durch die geringe Schärfentiefe selbst bei kleinster Blende nicht alle Motivteile scharf abbilden kann. Deswegen muss man den Fokuspunkt besonders sorgfältig wählen. Der AF ist hier gelegentlich überfordert, sodass eine Kamera mit der Möglichkeit, wahlweise auch von Hand scharfzustellen, zu bevorzugen ist. Auch lässt die allgemeine Schärfe bei sehr kleinen Blenden durch Beugungseffekte nach.

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