Porträts fotografieren – Tipps

Personen sind teilweise recht schwierig zu fotografieren. Denn oft sind sie im Stress, oder haben einfach keine Lust, fotografiert zu werden. Aber schnelle Schnappschüsse sind oft besser als gestellte oder inszenierte Bilder. Wie gelingt ein Porträt ?

Porträt
Portrait im Querformat, nicht im klassischen Hochformat

Es ist vorteilhaft, mit einem leichten Teleobjektiv zu arbeiten, um der Person nicht zu nahe kommen zu müssen. Außerdem erhältst Du so ein schönes Bokeh zu erhalten. Bei Einsatz von Weitwinkelobjektiven kann es zu Verzerrungen im Gesicht kommen, da die Nase viel näher am Objektiv ist als die Ohren. Weitwinkel geben die Gesichtszüge so nur stark verzerrt wieder. Benutzt man dagegen ein Teleobjektiv, kann der Fotograf einen größeren Abstand beim Fotografieren wählen.

Der richtige Abstand

Der Entfernungsunterschied der Nase zu den Ohren spielt dann nur eine untergeordnete Rolle. Denn durch die Wahl einer großen Blendenöffnung wird der Hintergrund unscharf und lenkt die Aufmerksamkeit auf das Gesicht der Person. Die Augen sollte man bei einem Porträt unbedingt scharf abbilden. Soweit möglich und erforderlich, solltest Du den Hintergrund ausgeleuchten, um unerwünschte Schatten (Schlagschatten) zu vermeiden. Im gezeigten Bild ist das nicht der Fall, jedoch bildet der dunkle Hintergrund einen schönen Kontrast zur Person.

Spezielle Porträt-Objektive für Profis

Porträts oder Brustbilder von Menschen sollen besonders natürlich wirken? Dazu fotografiert man sie mit einem Arbeitsabstand etwa im Bereich zwischen einem und drei Metern. Also in einem Abstand, in dem auch die normale, alltägliche Interaktion mit anderen Menschen stattfindet. Für ein formatfüllendes Porträtfoto ergibt sich hieraus ein Bildwinkel zwischen etwa 15 und 30°. Somit ist das deutlich kleiner als der von typischen Normalobjektiven mit etwa 45 bis 55°.

Fotokarten mit den wichtigsten Einstellungen und Tipps als Spickzettel für unterwegs
Fotokarten mit den wichtigsten Einstellungen und Tipps als Spickzettel für unterwegs

Während mit Normalobjektiven durchaus gute Porträtfotos gelingen können, sind Weitwinkelobjektive für klassische Porträtaufnahmen ungeeignet. Denn der Arbeitsabstand für ein formatfüllendes Porträt kann sehr klein sein. Dadurch kommt es zu einer starken Verzeichnung („Mondgesicht“ bzw. große Nase). Insofern ist auch ein Freistellen durch Unschärfe vor unruhigem Hintergrund mit kurzen Brennweiten schwierig oder unmöglich. Daher empfehle ich für das Fotografieren von Porträts eine Brennweite zwischen 85mm und 105mm.

Im Bereich der Kleinbildkameras (mit einem Kleinbildformat (FX) 36 mm × 24 mm) haben typische Porträtobjektive deshalb eine Brennweite zwischen etwa 80 und 135 mm. Es sind sogenannte „leichte“ oder „kleine“ Teleobjektive. Bei diesem Brennweitenbereich wird die Darstellung als angenehm verzerrungsfrei empfunden, aber noch nicht als „flach“, wie bei einem Teleobjektiv längerer Brennweite bzw. kleinerem Bildwinkel.
Dagegen bei Mittelformatkameras verwendet man für Porträtaufnahmen in Abhängigkeit vom größeren Aufnahmeformat längere Brennweiten. Dagegen werden bei den kleineren Sensoren digitaler Spiegelreflexkameras entsprechend dem Formatfaktor kürzere Brennweiten eingesetzt.

Freistellen durch offene Blende bei Porträts

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Das heißt, eine wichtige Gestaltungsmöglichkeit bei Porträtaufnahmen ist das sogenannte Freistellen mittels sehr geringer Schärfentiefe. Hierzu sind große Anfangsblenden erforderlich, weshalb Porträtobjektive im Kleinbildbereich in der Regel Anfangsöffnungen von 1:2,8 oder lichtstärker aufweisen. Verfügbar sind hier Objektive bis zu einer Anfangslichtstärke von 1:1,2. Mit offener Blende kannst Du das Gesicht oder die gesamte Person vom Hintergrund optisch abgesetzen, also “freistellen”. Bei genauer Fokussierung auf die Pupille(n) kannst Du dabei einen besonderen Akzent auf die Augenpartie legen.

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