Portrait fotografieren – 5 Tipps für bessere Portraitfotos

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Personen und Portraits sind teilweise recht schwierig zu fotografieren. Denn oft sind sie im Stress, oder haben einfach keine Lust, fotografiert zu werden. Sind schnelle Schnappschüsse besser als gestellte oder inszenierte Bilder? Wie gelingt ein Porträt? Lies hier unsere Tips für bessere Portraitfotos und Porträtfotografie.

Portraitfotografie ist einfach. Man nehme ein Modell (besser natürlich ein Model), stelle es ins rechte Licht und mache ein Bild. Fertig ist das Portrait, wenn nur die Kamera gut genug ist. So ist leider allzu oft die landläufige Meinung.

Schön wär’s, denn so einfach ist die Portraitfotografie leider nicht. Nicht umsonst wird speziell für ein natürliches Portrait meist ein professioneller Fotograf aufgesucht.

Porträt Portrait Porträtfoto
Portraits fotografieren geht auch im Querformat, nicht nur im klassischen Hochformat

Tipp 1: Der richtige Bildausschnitt

In der Portraitfotografie geht es um das Bild vom Menschen. Das kann ein professionelles Model sein oder auch die Oma auf dem Campingstuhl. Hauptsache, es zeigt den Menschen authentisch. Jedoch konzentriert sich der Bildausschnitt auf das Gesicht des Modells, nicht auf den Rest des Körpers. Unschöner ablenkender Hintergrund sollte bei Porträts daher genau so vermieden werden wie zu viel Drumherum.
Erster Tipp ist daher, immer nah genug ans das zu fotografierende Modell heran zu gehen. Portraitfotografie muss die Seele zeigen.

Tipp 2: Der richtige Abstand

Der Abstand zum Model ist wichtig. Bei zu kleinem Abstand verzerren die Gesichtszüge. Insbesondere, wenn man ein Weitwinkelobjektiv einsetzt. Bei zu großem Abstand wirkt ein Porträt schnell voyeuristisch. Perfekt ist ein Objektiv mit einer Brennweite um die 85-105mm. Darauf werden wir später noch eingehen.

Die Augen solltest du unbedingt scharf abbilden. Achte darauf, unerwünschte Schatten (Schlagschatten) zu vermeiden. Im gezeigten Bild ganz oben ist das nicht der Fall, jedoch bildet der dunkle Hintergrund einen schönen Kontrast zur Person. So hebt sich das Portrait schön vom Rest des Fotos ab.

Beim Fotografieren mit Blitz benutze einen indirekten Blitz. Das bringt schattenfreie Ausleuchtung und sieht professionell aus.

Mädchen
Portraitfotografie mit Fokus auf die Augen

Tipp 3: Das richtige Licht zum Portrait fotografieren

Das richtige Licht ist wichtig bei fast jeder Art von Fotografie. In der Portraitfotografie ist es aber wesentlich.Wie wir wissen, wird das beste Foto kurz nach Sonnenaufgang sowie kurz vor Sonnenuntergang gemacht. Zur goldenen Stunde wirft die Sonne ein schmeichelhaftes weiches Licht. Selbst wenn das Modell im Schatten steht, ist eine tolle Beleuchtung möglich. Keinesfalls solltest du zur prallen Mittagssonne fotografieren. Denn dann sind die Schlagschatten lang und schwarz, die Sonne steht hoch am Himmel. Das gibt bei Porträts unschöne Schlagschatten unter der Nase und unter dem Kinn.

Für ein Portraitfotografie-Shooting brauchst Du neben einem guten Auge eigentlich nicht viel. Ein Reflektor ist allerdings sehr hilfreich. Mit einem goldenen Reflektor lässt sich zudem besonders warmes Licht erzeugen, auch wenn die Sonne mal nicht so mitspielen will.

Goldene Stunde Portrait
Porträt am besten zur goldenen Stunde fotografieren

Tipp 4: Spezielle Portraitobjektive für Profis

Porträts oder Brustbilder von Menschen sollen besonders natürlich wirken. Dazu fotografiert man sie mit einem Arbeitsabstand etwa im Bereich zwischen einem und drei Metern. Also in einem Abstand, in dem auch die normale, alltägliche Interaktion mit anderen Menschen stattfindet. Für ein formatfüllendes Portraitfoto ergibt sich hieraus ein Bildwinkel zwischen etwa 15 und 30°. Somit ist das deutlich kleiner als der von typischen Normalobjektiven mit etwa 45 bis 55°.

Es ist vorteilhaft, bei Porträts mit einem leichten Teleobjektiv zu arbeiten. Dadurch musst du der fotografierten Person nicht zu nahe kommen. Außerdem erhältst Du so ein schönes Bokeh. Bei Einsatz von Weitwinkelobjektiven kann es dagegen zu Verzerrungen im Gesicht kommen. Denn die Nase ist dann viel näher am Objektiv ist als beispielsweise die Ohren. Weitwinkel geben die Gesichtszüge verzerrt wieder und sind daher nicht für die Porträtfotografie geeignet. Willst du dagegen mit leichtem Teleobjektiv fotografieren, kannst du einen größeren Abstand beim Fotografieren wählen. Objektive mit einer Brennweite um die 85mm bis 105mm sind hier perfekt.

Es sind sogenannte „leichte“ oder „kleine“ Teleobjektive speziell für die Portraitfotografie. Bei diesem Bereich wird die Darstellung als angenehm verzerrungsfrei empfunden, aber noch nicht als „flach“, wie bei einem Teleobjektiv ab 200mm.
Bei Mittelformatkameras verwendet man dagegen für Porträtaufnahmen in Abhängigkeit vom größeren Aufnahmeformat längere Brennweiten.

Daher heißen diese leichten Teleobjektive auch Porträtobjektive. Diese Objektive sind lichtstark, hochwertig und trotzdem bezahlbar. Eine große Blendenöffnung ist wichtig für die Bildgestaltung. Denn durch die Wahl einer großen Blendenöffnung wird der Hintergrund unscharf. Das lenkt die Aufmerksamkeit auf das Gesicht der Person.

Tipp 5: Lichtstarke Objektive wählen

Wichtig bei der Porträtfotografie ist aber auch die Lichtstärke. Daher stellt sich die Frage nach Festbrennweite oder Zoom meist nicht, weil Zooms keine Lichtstärken über 2,8 haben. Für perfekte Portraits sollte die Möglichkeit einer Maximalblende von 1,4 oder 1,8 bestehen. Mit einem solchen Objektiv kannst du perfekt jedes Portrait fotografieren.

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Die besten Nikon Portraitobjektive

Der Unterschied zwischen Blende f/1.4 und f/1.8 beträgt nur eine halbe Stufe beträgt. Trotzdem macht der Preisunterschied oft mehrere hundert Euro aus. Das kann sich bei häufigem Einsatz jedoch durchaus lohnen. Denn die selektive Schärfe lässt sich bei f/1.4 viel besser einstellen.

Gelistet sind 85mm Objektive mit Nikon Anschluss.

Nikon 1.4/105mm Portraits
Profiobjektiv für Porträts:
Nikon 1,4 / 105mm für 2.189,88 €

Merke: Eine wichtige Gestaltungsmöglichkeit bei Porträtaufnahmen ist das sogenannte Freistellen mittels sehr geringer Schärfentiefe. Hierzu sind große Anfangsblenden erforderlich. Deshalb weisen Porträtobjektive im Kleinbildbereich in der Regel Anfangsblenden von f/2 oder lichtstärker auf.

Verfügbar sind hier Objektive bis zu einer Anfangslichtstärke von 1:1,2. Mit offener Blende kannst Du das Gesicht oder die gesamte Person vom Hintergrund optisch abgesetzen, also „freistellen“. Bei genauem Fokus auf die Pupillen kannst Du dabei einen besonderen Akzent auf die Augenpartie legen.

Gut wäre, Du machst ein paar eigene Erfahrungen und fotografierst Dein Model einfach bei natürlichem Licht. Für ein gutes Portrait brauchst Du keine besonders gute Kamera! Das Objektiv ist viel wichtiger. Gute Portraitfotografie lebt von geringer Schärfentiefe und einem Model, welches natürlich in die Kamera sieht.

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