Zoom oder Festbrennweite ? – Ratgeber

Bei der Wahl eines Objektivs – ob Zoom oder Festbrennweite – sollten Sie sich vor allem darüber Gedanken machen, was Sie fotografieren möchten, und welcher Art von Fotografie Sie sich widmen möchten.

Die Qual der Wahl

Denn je genauer Sie den beabsichtigten Verwendungszweck des Objektivs eingrenzen können, desto spezieller kann Ihre Objektivwahl ausfallen. Dadurch erzielen Sie letztendlich bessere Bildergebnisse und reduzieren das Risiko, ein Objektiv zu erwerben, das nicht Ihren Anforderungen entspricht. Denn die Entscheidung, ob es Zoom oder Festbrenweite werden soll, ist ganz wesentlich für bestimmte Aufgabenbereiche beim Fotografieren.

Kurzum, die nachfolgenden Überlegungen sollen Ihnen die Auswahl Ihres Objektivs erleichtern und kurz darstellen, welche Objektive für bestimmte Gebiete der Fotografie gerne verwendet werden.

Flexibel oder schnell ?

Kurz gesagt ist der Vorteil bei der Verwendung eines Zoomobjektivs die Flexibilität, die es dem Fotografen verleiht. Insofern ist diese Vielseitigkeit in den verschiedensten Aufnahmesituationen von großem Nutzen. Seit es Zooms gibt, ist das Verändern des Bildausschnitts ohne Objektivwechsel möglich.

Zoomobjektive sind ideal, wenn Sie im Voraus nicht die Bedingungen kennen, unter denen Sie fotografieren werden. Und wenn Sie flexibel sein müssen, wenn Sie zum Beispiel unterschiedliche Motive wie Landschaften und Porträts aufnehmen und für beide Situationen nur ein Objektiv verwenden möchten. Mit einem Zoomobjektiv müssen Sie nicht so oft einen Objektivwechsel durchführen. Damit ist die Wahrscheinlichkeit eindringenden Staubs, der sich im Spiegelkasten oder auf dem Bildsensor festsetzt, geringer.

Auf die Verwendung kommt es an

Bild: Nikon 1,4 / 105mm
mehr zum Objektiv hier

Aber zu den Hauptvorteilen von Festbrennweite-Objektiven zählen ihre Größe und ihr Gewicht. Festbrennweiten sind bei gleicher Lichtstärke kompakter und leichter. Sie sind auf einen bestimmten Verwendungszweck ausgelegt und besitzen daher weniger Linsen. Dadurch sind sie leichter als Zooms, die einen größeren Einsatzbereich abdecken und demzufolge über aufwändigere Linsengruppen verfügen. Festbrennweitenobjektive sind außerdem in der Regel lichtstärker (größte Blende 1:1,4 bis 1:2,8). Dies ist vorteilhaft beim Fotografieren mit geringem Umgebungslicht, da Freihandaufnahmen besser gelingen, und zum »Einfrieren« von Motiven ohne Verwacklungs- und Bewegungsunschärfe aufgrund von langen Belichtungszeiten.

Wenn Lichtstärke wichtig ist

Mit lichtstarken Festbrennweitenobjektiven zu fotografieren bedeutet außerdem, dass Sie mit geringer Tiefenschärfe arbeiten können. Dies ist bei Porträtaufnahmen hilfreich, wo Sie den Hintergrund in Unschärfe verschwimmen lassen können, um die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die fotografierte Person zu lenken. Aufgrund der großen Lichtstärke von Festbrennweiten Objektiven gelangt außerdem mehr Licht durch das Objektiv. Dadurch ist das Motiv bei der Fokussierung im Sucher deutlicher zu erkennen. Das macht es einfacher, scharfe Bilder aufzunehmen. Dagegen sind Zooms verhältnismäßig lichtschwach.

Verwenden Sie den »Nikon Objektivsimulator« (englischsprachig), um die Auswirkungen des Kameramodells und des eingesetzten Objektivs auf das Foto zu betrachten. Verwenden Sie die »Nikkor-Objektivübersicht« , um schnell das (Zoom-) Objektiv zu finden, das Sie suchen. Um Vergleiche zwischen verschiedenen Modellen anzustellen, besuchen Sie Tests.de.

FX oder DX ?

Das Sensorformat Ihres Kameragehäuses ist auch ein wesentlicher Faktor bei der Wahl des Objektivs. Denn der auf dem Bildsensor aufgezeichnete Bildwinkel hängt davon ab, ob Ihre Kamera das DX- oder FX-Format verwendet. Bildsensoren im FX-Format produzieren einen Bildwinkel, der beinahe identisch mit dem des Kleinbildformats ist.
DX-Objektive vergrößern das Bild im Vergleich zum Kleinbildformat um den Faktor 1,5. Ein 50-mm-Objektiv an einer digitalen Spiegelreflexkamera mit Bildsensor im DX-Format bietet also den Bildwinkel eines 75-mm-Objektivs an einem Kleinbildkameragehäuse (50 mm x 1,5 = 75 mm). Dieser Formatfaktor hat auch bei Zoomobjektiven seine Wirkung, nicht nur bei Festbrennweiten.

Dieses Phänomen der “Brennweitenverlängerung” haben wir bereits ausführlich beschrieben.