Objektive: Ratgeber und kompletter Leitfaden

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Objektive sind die Augen der Kamera. Hier ist ein Blick auf einige Optionen, mit denen Ihre Kamera perfekt funktioniert. Alles vom Weitwinkel bis zum Tele und von Festbrennweite bis Zoom.

Um Ihre Kamera zu vervollständigen, brauchen Sie schließlich ein Qualitäts-Objektiv. Denn Kit-Objektive sind schön für den Anfang, aber weder qualitativ hochwertig, noch lichtstark. Hier ist ein Blick auf einige Optionen, mit denen Ihre Kamera besser funktioniert.

Verschiedene Arten und Brennweiten

Objektive

Nehmen wir an, Ihre neue Kamera wurde ohne Objektive geliefert. Sie brauchen eins, was zu Ihrem Fotostil passt. Als Erstes müssen Sie daher herausfinden, welche Brennweite für die Art der Fotografie, die Sie machen wollen, am wichtigsten ist.

Nikon 50mm f/1.4
50mm f/1.4 für 415,99 €

Normalobjektiv

Ein “normales” Kameraauge an einer Vollformat-DSLR ist übrigens 50mm. Jahrzehntelang war dies die Standard-Kit-Beigabe, das mit einer neuen Spiegelreflexkamera geliefert wurde. Der Bildwinkel, so sagt man, kommt dem menschlichen Sehen sehr nahe. Tatsächlich ist er etwas breiter, aber er ist immer noch der Standard für ein normales Universalobjektiv mit normalem Bildwinkel.

Weitwinkelobjektiv

Exemplare, die kürzer sind, sind Weitwinkel – typischerweise im Bereich von 24-35 mm. Diese erweitern eine Szene, ähnlich wie ein Rückspiegel im Auto. Weitwinkelobjektive sind für alles Mögliche nützlich – vor allem, wenn der Kontext wichtig ist. Das kann für Schnappschüsse, Landschaften, Immobilien, Streetfotografie sein. Alle Arten von Motiven (außer Menschen) können folglich mit Weitwinkeln im Bereich von 24-35 mm fotografiert werden.

Die 5 besten Nikon Weitwinkel Objektive

Immobilie fotografieren innen
Weitwinkel in der Immobilienfotografie

Superweitwinkelobjektiv

Objektive, die noch kürzer sind, werden als Superweitwinkel oder Ultraweitwinkel bezeichnet, die bis zur 8mm-Marke heruntergehen können. In der Praxis bietet selbst ein 15mm Ultraweitwinkel ein extrem weites Sichtfeld – 100 Grad und mehr. Einige Superweitwinkelobjektive sind Fischaugen (Fisheye).

Fisheye

Fisheye New York
Fisheye New York: Durchgebogene Linien

Diese Fisheyes können vollformatig oder kreisförmig sein und erzeugen dabei ein verzerrtes, ultraweites Sichtfeld auch jenseits von 180 Grad. In der Praxis handelt es sich bei Fisheyes um Spezial-Ausrüstung, die für den Alltagsgebrauch nicht universell geeignet sind. Wenn Sie Motive fotografieren, die einen extrem weiten Bildwinkel erfordern (z. B. Innenarchitektur), sind herkömmliche Ultraweitwinkel in der Größenordnung von 20 mm oder 24 mm wesentlich vielseitiger.

Leichte Teleobjektive

Exemplare, die länger als ein Normalobjektiv sind, werden als Teleobjektive bezeichnet. Diese Exemplare komprimieren eine Szene und bringen entfernte Motive näher heran. Mittlere Teles reichen typischerweise von etwa 70 mm bis 135 mm. Sie sind ideale Porträtobjektive, da sie die Szene komprimieren und eine geringere Schärfentiefe ermöglichen. Das ist nötig, um das Motiv vom Hintergrund zu trennen. Außerdem können sie die Verzerrungen von Weitwinkeln minimieren, die bei menschlichen Gesichtern unschön sind.
Die besten Nikon Porträtobjektive

Nikon Telezoom
Teles in der Sportfotografie

Teleobjektive

Längere Teles, ab 150mm bis 300mm, sind vor allem für das Fotografieren von weiter entfernten Motiven wie Wildtieren und Sport nützlich. Gerade in der Sportfotografie sitzt man als Fotograf meist am Rasenrand des Geschehens. Teleobjektive bringen die Aktion auf dem Spielfeld formatfüllend in die Kamera. Sie schaffen es auch, den Torwart am anderen Ende des Spielfeldes nah genug heran zu holen.

200-600mm Supertele Objektiv
Sony 150-600mm

Superteleobjektive

Professionelle Sport- und Outdoor-Fotografen greifen manchmal auf Superteles im Bereich von 600 mm bis 800 mm zurück. Diese “langen Tüten” sind sehr groß und für alle außer den engagiertesten Profis fast unerschwinglich. Aber sie leisten gute Arbeit, wenn es darum geht, weit entfernte Motive für Nahaufnahmen heranzuholen. Insbesondere für die Vogelfotografie sind 600mm bis 800mm Brennweiten sehr nützlich.
Wer eine solche Brennweite braucht, kann auch ein 400mm mit einem → Telekonverter benutzen.

Zoomobjektive und Superzoom-Objektive

Teleobjektiv
Ein Zoom wie das Nikon 200-400mm 4.0 VR sind perfekt, jedoch teuer.

Zooms haben einen veränderlichen Bildwinkel. Durch die veränderbare Brennweite bieten Zooms daher mehrere Brennweiten in einem. Allerdings wird dieser Vorteil durch einen Nachteil erkauft, wie wir sehen werden.

Superzooms: Einige Zoomobjektive decken einen extremen Brennweitenbereich ab, vom Weitwinkel bis zum Supertele. Ein 30-300-mm-Superzoom zum Beispiel kann ein schöner Kompromiss sein, mit dem man überall hin kommt und alles machen kann. Der typische Nachteil eines Superzoom-Objektivs ist ein leichter Mangel an Feinschärfe im Vergleich zu den hochwertigen Festbrennweiten. Dazu kommt eine geringere maximale Blendenöffnung. Superzooms haben in der Regel variable maximale Blendenöffnungen, die nicht so weit geöffnet werden können wie die meisten Festbrennweiten. Das bedeutet, dass ihre Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen vergleichsweise leiden kann. Man spricht auch von fehlender Lichtstärke.

Apropos Blende: Einer der Vorteile von Festbrennweiten gegenüber Zooms ist, dass sie nicht nur optisch einfacher und daher oft sehr scharf sind, sondern auch eine sehr große maximale Blendenöffnung haben. Das macht ein Objektiv “lichtstark”, weil es in der Lage ist, auch bei schlechten Lichtverhältnissen eine kürzere Verschlusszeit zu liefern. Ein weiterer Vorteil von lichtstarken Exemplaren (mit Blenden größer als ƒ/2,8 ist, dass sie eine extrem geringe Schärfentiefe erzeugen können. Dieser Look ist besonders bei Porträtfotografen beliebt. Und die Kombination eines mittleren Teles mit einer schnellen ƒ/2-Maximalblende macht es zu einem idealen Porträtobjektiv.

Unterschied von Zooms und Festbrennweiten

Makroobjektiv

Nikon Makroobjektiv
Makro 105mm

Eine weitere Spezialität, die für das Fotografieren von winzigen Objekten unglaublich nützlich ist, ist das Makroobjektiv. Ja, manchmal sieht man das Makro-Logo (ein kleines Blumensymbol) auf Standard-Telezooms oder sogar auf Point-and-Shoot-Kameras. Aber alles, was das Symbol in diesem Fall wirklich anzeigt, ist die Möglichkeit, etwas näher an das Motiv heranzufahren, was die Chancen für ein erfolgreiches Makro-Foto erhöht.

Tatsächlich bietet ein echtes Makro-Objektiv für Fotografen, die sich ganz der Makro-Fotografie verschrieben haben, eine viel engere Fokussierung. Zudem die Möglichkeit, Objekte in tatsächlicher Lebensgröße oder noch größer zu fotografieren.

Die besten Nikon Makroobjektive
→ Die besten Canon Makroobjektive

Bildstabilisierung (IS, VR)

Einige Namen tragen den Zusatz IS, was für “Image Stabilization” bei Canon steht, oder VR für “Vibration Reduction” bei Nikon. Dies ist ein großartiges Hilfsmittel für das Halten von Teleobjektiven bei längeren Verschlusszeiten. Ein optisch stabilisiertes Exemplar kann volle zwei bis fünf Blendenstufen mehr Handlichkeit bieten. Das heißt, wenn Sie normalerweise in der Lage sind, mit einer 100mm Brennweite bei 1/125 Sekunde scharfe Bilder zu machen, können Sie mit aktiviertem IS die gleichen Ergebnisse bei 1/30 Sekunde erzielen. Auch das macht den IS besonders nützlich für Fotografen, die bei wenig Licht arbeiten.

Abkürzungen: EF-S, DX, DC usw.

Die Abkürzungen EF-S, DX und DC beziehen sich auf Formate mit kleinerem als dem Vollformat-Sensor, wie z.B. APS-C. Das ist eine wichtige Information. Denn ein EF-S-Objektiv, das für einen kleineren Bildkreis ausgelegt ist wird an einer Vollformatkamera nicht korrekt funktionieren. Der umgekehrte Fall funktioniert jedoch.

Bei der Verwendung einer Vollformat-Beennweite an einem APS-C-Sensor gibt es jedoch einen Cropfaktor, der dafür sorgt, dass Brennweiten einen “Verlängerungsfaktor” bekommen. Mit einem Cropfaktor von 1,6x verhält sich ein 100mm beispielsweise wie ein 160mm-Tele. Das mag keine große Sache sein; aber wenn man ein 24mm vergleicht, das sich wie ein 37mm verhält, ist der Unterschied dramatisch.

85mm Objektivgravur

Wie Sie sich vielleicht vorstellen können, können Sport- und Naturfotografen den Cropfaktor als Vorteil betrachten. Denn dadurch verhält sich ein 300mm wie ein 480mm Objektiv. Das ist besser für das Heranzoomen an entfernte Tiere oder Sportler. So oder so, es ist wichtig, dass Fotografen, die APS-C-Sensoren verwenden, Linsen kaufen, die für das Format ausgelegt sind. Und sich auf “äquivalente” Brennweiten verlassen, um zu bestimmen, ob es Weitwinkel, Normal oder Teleobjektiv ist. Ein Weitwinkelobjektiv für Nikons DX-Format (APS-C) kann ein Brennweite von 10 mm haben, obwohl es auf dem kleineren Sensor die gleiche Leistung erbringt wie ein 15-mm-Objektiv auf einem Vollformatsensor.

Beispiele

Canon Objektiv

Standardzoom

Canon EF-M 18-150mm ƒ/3.5-6.3 IS STM
Das neue kompakte Extrem-Zoom für die spiegellosen Canon Kameras M3 und M5. Mit einem äquivalenten Brennweitenbereich von 29mm bis 240mm. Die optische Bildstabilisierung erleichtert das Halten bei langen Verschlusszeiten und ein Schrittmotor ermöglicht einen leisen Autofokus bei Videoaufnahmen.
Preis: 409,04 €

Normal-Festbrennweite

Normalobjektiv

Fujifilm FUJINON XF50MMF2 R WR
Fujifilms neues Fujinon XF50mmF2 R WR ist ein lichtstarkes 50mm für das Fuji X-Kamerasystem. Das WR im Namen steht für “weather resistant”, also wetterfest. Denn es ist für den Einsatz unter schmutzigen und nassen Bedingungen ausgelegt.

Es ist auch in der Lage, bei Temperaturen von bis zu -25ºC zu arbeiten. An einer Kamera im APS-C-Format bietet das 50mm das Äquivalent eines Bildwinkels von 76 mm. In Verbindung mit der schnellen ƒ/2-Blende ist das Teil ideal für Porträtfotografen und Fotografen, die bei wenig Licht arbeiten wollen.

Telezoom

Telezoom Klassiker 70-200mm

Nikon AF-S NIKKOR 70-200mm ƒ/2.8E FL ED VR.
Das AF-S NIKKOR 70-200mm ƒ/2.8E FL ED VR wurde für den FX-Anschluss von Nikon-Vollformatkameras entwickelt. Es ist das neueste Telezoom in der Nikon-Produktpalette – und eines der schnellsten dazu. Mit einer konstanten maximalen Blendenöffnung von ƒ/2,8 kann das 70-200-mm-Tele bei schlechten Lichtverhältnissen aus der Hand fotografieren.

Es erzeugt bei offener Blende die geringe Schärfentiefe, die Porträtfotografen benötigen.
Der Silent-Wave-Motor macht den Autofokus schnell und leise, während die eingebaute optische Vibrationsreduzierung die Handlichkeit dieses benutzerfreundlichen, vielseitigen Zooms erhöht.
Preis: 2.099,00 €

Lichtstarke Festbrennweite

Lichtstarke Festbrennweite

Sony PLANAR T* FE 50MM ƒ/1.4 ZA
Sony hat 2016 seine Palette mit großartigen neuen Exemplaren für anspruchsvolle Fotografen aufgestockt. Ein Beispiel dafür ist das Sony Planar T* FE 50mm ƒ/1.4 ZA. Es ist ein von Carl Zeiss gefertigtes Stück für den E-Mount der spiegellosen Vollformatkameras der Sony Alpha-Reihe.

Der schnelle Autofokus und die wetterfeste Abdichtung machen es zu einem Exemplar für Profis, die von der wahnsinnig schnellen ƒ/1,4-Blende begeistert sein werden. Die Kombination aus 11 Blendenlamellen sorgt für ein wunderschönes Bokeh (der unscharfe Bereich eines Bildes). Es bietet die Möglichkeit, auch bei schlechten Lichtverhältnissen mit kurzen Verschlusszeiten zu fotografieren.
Preis: 1.426,32 €

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Zoom oder Festbrennweite Objektiv? Vergleich der Vorteile

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Andreas ist Fotograf seit Jugendzeit und Gründer von Webdigital. Hier finden Einsteiger wie Fortgeschrittene viele Artikel rund um die Fotografie. Dabei sind viele Fototipps, News und Buchrezensionen.

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