Wildlife-Fotografie: Ausrüstung, Tipps Wildlifefotografie

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Lies hier unsere Tipps zur Wildlife-Fotografie. Ausrüstung, Location und Geduld sind das A und O beim Fotografieren von wilden Tieren. Wir zeigen dir, was du zu Wildlifefotografie brauchst.

In diesem Artikel geht es um die Wildlifefotografie, also um Bilder von wilden Tieren in Wald und Natur. Tiere und Pflanzen sind die lebenden Elemente der Landschaft. Um sie erfolgreich zu fotografieren, brauchst du ein wachsames Auge. Außerdem sind Kenntnisse der Natur von Vorteil. Man sollte schon über Leben und Gewohnheiten der Waldbewohner Bescheid wissen und im Anpirschen geübt sein. Nur dann gelingt eindrucksvolle Wildlife-Fotografie von einem scheuen Wildtier.

Und man muss schnell reagieren können, um eine scharfe, richtig belichtete Aufnahme zu machen – bevor das Tier wieder verschwindet. Aber vielleicht sagt dir die andere Alternative mehr zu: An einem sorgfältig ausgewählten Ort geduldig warten, bis das Tier zum Vorschein kommt.

wildlife-Fotografie
Scheue Rehe mit geringer Fluchtdistanz verlangen nach einem starken Teleobjektiv. Eine Brennweite ab 300mm ist ideal.

Aber die Mühen in der Wildlifefotografie können sich lohnen. Sich so nahe an ein scheues Wildtier anzupirschen, dass man es formatfüllend in den Sucher bekommt, ist etwas besonderes. Das ist ist ein Erlebnis, wo andere Gebiete der Fotografie kaum etwas Vergleichbares zu bieten haben.

Wenn du dich gut vorbereitest, wirst du im allgemeinen die Tiere finden, die du sehen möchtest. Und in Naturschutz- Gebieten, Zoos und Wildparks kannst du die Tierfotografie üben, ohne in exotische Gegenden fahren zu müssen.

Der folgende Artikel erläutert Techniken und Geräte, die dir helfen werden, gute Aufnahmen von so unterschiedlichen Motiven wie einem Rudel Hirsche wie auch einem Eichhörnchen im Garten zu machen.

Lohnende Ziele in der Wildlifefotografie

Die erste Grundregel der Wildlifefotografie ist so einfach, dass man sie leicht vergisst: Um Erfolg zu haben, muss man zur rechten Zeit am rechten Ort sein. Du kannst nicht erwarten, großartige Wildlife- Fotos zu bekommen, wenn du nur irgendwo durch den Wald läufst. So kannst du tagelang durch die entlegensten Waldgebiete wandern, ohne einen einzigen Elch zu Gesicht zu bekommen. Im Yellowstone Nationalpark wirst du dagegen mit großer Sicherheit mehrere Gelegenheiten haben, gute Aufnahmen von wilden Tieren zu machen.

Nationalparks in Europa (engl.),
National Geographic

Nationalparks und Wildtier-Reservate sind nicht nur voll von Tieren und interessanten Pflanzen, sondern machen es dem Wildlife-Fotografen durch entsprechende Einrichtungen relativ leicht, die gewünschten Motive zu finden. So wurden zum Beispiel in den Everglades in Florida Holzstege über Sumpfgebiete gebaut. Aber auch ohne solche Einrichtungen können dir Wildhüter, Parkwächter, Ranger und Fremdenführer genaue Informationen liefern und dir den Weg zu Ihrer Fotobeute zeigen.

Darüber hinaus gibt es auch zahlreiche Publikationen, die Hinweise über die Verbreitungsgebiete bestimmter Tierund Pflanzenarten liefern. So kannst du mit Hilfe eines Naturführers herausfinden, wo Nistkolonien von Vögeln sind. Und wie du sie erreichen kannst- etwa durch eine Studienreise. Besonders spektakuläre Bilder kannst du machen, wenn du eine Fotosafari in einen der großen Nationalparks von Afrika oder Indien unternimmst. Dort werden regelmäßig Fahrten für Wildlife-Fotografen zu den interessantesten Plätzen veranstaltet.

Hase Wildlifefotografie
Nicht nur Rehe und Hirsche machen die Wildlife-Fotografie aus.

Wilde Tiere aufspüren

Keines der Bilder in diesem Artikel hätte ohne eine gewisse Kenntnis der Lebensgewohnheiten der betreffenden Tiere entstehen können. Um sie aufzuspüren, solltest du deshalb über die Gewohnheiten wilder Exemplare Bescheid wissen. Die erfolgreichsten Wildlife-Fotografen müssen wohl immer auch in gewissem Sinne naturwissenschaftliche Kenntnisse besitzen.

Die meisten Tiere haben einige gemeinsame Verhaltensweisen. Und genau diese können dir helfen, sie zu finden. So sind beispielsweise Säugetiere und Vögel gleich nach Sonnenaufgang und kurz vor Sonnenuntergang besonders aktiv.

Viele von ihnen verlassen um diese Zeit ihr Nest oder ihren Bau, um zu trinken oder auf Futtersuche zu gehen. Und eine Waldlichtung, die tagsüber verlassen scheint, kann sich in der Abenddämmerung mit weidenden Hirschen und futtersuchenden Vögeln beleben.

Denke auch daran, dass Nahrungs- und Wasserquellen vor allem in schlechten Zeiten die Tiere anziehen. So bieten sich im trockenen Hochsommer an Wasserlöchern und Flußläufen die besten Gelegenheiten, Aufnahmen von vielen wild lebenden Tieren zu machen.

Das Verhalten ist allerdings in jeder Gegend und bei jeder Art anders. Deshalb solltest du alle Informationen für die Wildlifefotografie verwerten, die du am Ort finden kannst. In Begleitung eines ausgebildeten Führers wirst du vielleicht das Abenteuer der eigenen (Entdeckungs) jagd vermissen. Aber deine Chancen, gute Wildlife Bilder zu bekommen, werden sich durch seine Hilfe verbessern.

Teleobjektive in der Wildlife-Fotografie

Wenn du ein Motiv in freier Wildbahn durch ein starkes Teleobjektiv anvisierst, wird dir sofort die extrem geringe Schärfentiefe auffallen. Insbesondere bei offener Blende. Obwohl dir diese schmale Schärfezone zunächst als Problem erscheinen mag, wird sie in der Praxis der Wildlifefotografie oft eher helfen. Wenn du auf der Lauer liegst, kannst du dich selbst und deine Ausrüstung hinter Laubwerk verstecken. Trotzdem kannst diu so aber ungehindert deine Bilder machen. Das funktioniert, weil das Teleobjektiv die Blätter und Zweige im Vordergrund völlig unscharf werden lässt. Bei einem Spiegelobjektiv mit fester Blende nehmen unscharf eingestellte Lichtpunkte die Form von Ringen an, einem typischen Merkmal dieser Objektivart.

Geringe Schärfentiefe ist oft auch zur Isolierung kleiner Objekte nützlich. Beispielsweise lenkt der unscharfe Hintergrund die Aufmerksamkeit auf z.B. kleine Vögel.

Eisvogel
Geringe Schärfentiefe ist bei langen Teleobjektiven Fluch wie auch Segen für ein Bild.

Kleidung und Ausrüstung

In normaler Kleidung und mit der normalen Art, sich zu bewegen, gehört der Mensch für ein wildlebendes Tier zu den auffälligsten, lautesten und am stärksten riechenden potentiellen Feinden. Wenn du also mehr als nur ein flüchtendes Tier sehen möchtest, solltest du dich entsprechend kleiden und bewegen. Denn Wildlifefotografie ist harte Arbeit, kein Spaziergang.

Kleidung für Wildlife-Fotografen

Beim Anpirschen zufuß solltest du dich möglichst wenig von deiner Umgebung abheben. Die meisten Tiere haben sehr gute Augen, achten auf jede Bewegung und besitzen zudem einen weitaus empfindlicheren Geruchs- und feineren Gehörsinn als der Mensch.

Als erste Vorsichtsmaßregel solltest du unauffällige Kleidung anziehen. Diese sollte in Farbe und Helligkeit möglichst genau der Umgebung angepasst sein. Trage nichts, was spiegeln könnte, wie eine Armbanduhr.

Tarnkleidung

Die beste Kleidung für die Fotopirsch ist ein Tarnanzug aus Militärbeständen, der ebenso preiswert wie bequem ist. Man braucht die Tarnung aber nicht zu übertreiben. Wichtig ist nur, dass die Kleidung nicht deutlich heller oder dunkler als die Umgebung ist. Damit wären wir also wieder bei der Grundregel der Wildlifefotografie.

Nachfolgend noch ein paar Tipps, wie Wildlife-Fotografie unauffällig gelingt:

  • Eine Jägerweste hat Taschen für Ausrüstungsgegenstände, muss aber mit langärmeligem Hemd getragen werden.
  • Ein Anorak mit Kapuze erlaubt es , dein Gesicht zu beschatten.
  • Wenn du dir das Gesicht bemalen kannst, bist du aus größerer Entfernung weniger auffällig.
  • Eine dunkle Kopfbedeckung aufsetzen, die das Gesicht beschattet.
  • Trage in deinen Taschen keine losen Münzen oder Schlüssel, die beim Gehen klirren könnten.
  • Und verzichte auf Kosmetika wie Deodorants – der menschliche Körpergeruch ist für Wildtiere schon beunruhigend genug.
  • Lange Hosen und eine Jacke, die an den Handgelenken und am Hals eng schließt, tragen dazu bei, dass dein Geruch sich möglichst wenig verbreitet.

Nimm nur die nötigsten Gegenstände mit, damit du dich lautlos bewegen kannst. Falls du nicht von einem bestimmten Standort aus fotografieren willst, wirst du kaum Zeit haben, ein Stativ aufzubauen. Oder das Objektiv zu wechseln oder Filter vorzusetzen. Am besten nimmst du zwei Kameras mit, die eine mit einem Supertele, die andere mit einem mittleren Teleobjektiv. Stecke ein paar Speicherkarten und Ersatzbatterien ein.

Tarnzelte

Die wichtigste Regel in der Wildlifefotografie ist, nicht aufzufallen. In einem Tarnzelt verborgen kannst du Bilder von Wildtieren aus kürzester Entfernung machen, Zudem ist das Risiko kleiner, die Tiere zu stören. Das ist viel einfacher als wenn du im Freien herumgehst. Deshalb gibt es in vielen Naturschutzgebieten getarnte Unterstände aus Holz an Stellen, wo öfter Tiere auftauchen. Ein normales Tarnzelt jedoch ist ein kleines, leichtes Zelt, das man fertig kaufen oder improvisieren kann.

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Tarnzelt für die Wildlife-Fotografie

Ein Tarnzelt macht dich zwar unsichtbar, aber wild lebende Waldbewohner sind gegenüber unbekannten Dingen fast so misstrauisch wie gegenüber Menschen. Und du wirst dein Zelt womöglich im Laufe der Zeit allmählich vor rücken müssen, bis du endlich zu den gewünschten Bildern kommst.

Um die Tiere nicht misstrauisch zu machen, solltest du versuchen, das Tarnzelt zu betreten, wenn sie nicht in der Nähe sind. Oder du betrittst es mit einem Freund, der es dann kurz darauf wieder verlässt. Tiere können nicht zählen und nehmen nur wahr, dass jemand kommt. Und dann kurz darauf wieder geht.

Im Zelt solltest du dich so ruhig wie möglich verhalten und vor allem die Wände nicht berühren. Wenn das Zelt leer ist, solltest du eine Objektiv- Attrappe wie etwa eine Flasche in dem Guckloch lassen. Warum? Damit das Objektiv den Tieren nicht so fremd erscheint, wenn es dann tatsächlich aus dem Tarnzelt hervor schaut.

Ein tragbares Tarnzelt für die Wildlifefotografie kannst du aus Camping- Artikeln zusammenstellen. Achtung: Flatternde Teile können das Wild verscheuchen! Wenn am Boden Deckung durch Felsen oder Baumstämme möglich ist, kannst du mit einer Decke oder einem Mantel ein Tarnzelt improvisieren.

Siehr Dir hier ein paar geeignete Tarnzelte mit Preis an:

Tiere in Stadt und Garten

In großen und kleinen Städten sowie in Vororten leben viele verschiedene Vögel und Säugetiere. Und viele von ihnen kann man so fotografieren, ohne auch nur aus dem Haus zu gehen. Das ist die einfache Variante der Wildlifefotografie, gleich vor der Haustür.

Beim Haus und im Garten sind Vögel im allgemeinen am leichtesten zu fotografieren. Um sie anzulocken, braucht man nur einen Nistkasten, eine Tränke oder ein Vogelhäuschen anzubringen. Eine Tränke ist schnell gebastelt: Hänge einfach einen alten Eimer voll Wasser auf, in dessen Boden du ein ganz kleines Loch gestochen hast. Das tröpfelnde Wasser glitzert im Licht und lockt sie an.

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Vogelfotografie: Auch im Garten geht Wildlife-Fotografie
(Sigma 500mm, ISO 1600)

Wenn du regelmäßig Futter oder Wasser hin stellst, solltest du nach etwa einer Woche so viele gefiederte Besucher anlocken. Dann lohnt es sich, die Kamera aufzustellen. Nistkästen erfordern mehr Geduld. Sie locken vielleicht erst im folgenden Sommer Bewohner an.

Säugetiere sind schwerer zu fotografieren, denn viele von ihnen sind nachtaktiv. Einige Arten, wie der Waschbär und das Eichhörnchen, sind jedoch tagsüber unterwegs. Da sie größer sind als die fotografisch beliebten Vögel, musst du für eine Aufnahme weder allzu nah herangehen noch ein starkes Teleobjektiv benutzen. Säugetiere lassen sich ebenfalls durch Köder anlocken. Aber man braucht nicht unbedingt mit Ködern zu arbeiten. Denn die meisten Tiere haben feste Gewohnheiten. Und oft kannst du sie mit etwas Geduld aufspüren.

Tiere im Zoo

Aber das ist doch keine echte Wildlife-Fotografie, wirst du sagen. Das ist auch erst einmal richtig. Es ist aber eine Alternative, um ins Thema rein zu kommen.

Die Tageszeit ist für das Fotografieren im Zoo fast ebenso wichtig wie für Tieraufnahmen in freier Natur. Um wirkungsvolle Bilder zu bekommen, musst du zur Fütterungszeit oder gleich morgens, wenn der Zoo geöffnet wird und die Tiere meist aktiver sind, zur Stelle sein.

Es gibt eine Reihe von Tipps, die Umgebung und das Verhalten der Tiere möglichst natürlich erscheinen zu lassen. Schließlich muss keiner merken, dass das Bild aus dem Zoo ist, nicht? In modernen Zoos ersetzen Wassergräben den Käfig. Hier kannst du Aufnahmen machen, die wie aus freier Wildbahn wirken. Eine gute Technik ist das Heranholen der Tiere mit einem Teleobjektiv. Bei langer Brennweite kannst du dir sogar ein Detail herauspicken, was vor allem bei Tieren mit auffälliger Zeichnung eindrucksvoll sein kann.

Wenn du ein bisschen umher gehst, findest du vielleicht auch einen Standpunkt, von dem aus du die künstliche Umgebung unsichtbar machen kannst. Stichwort: Schatten! Wenn deine Fotos keine Gitterstäbe enthalten, sieht man es ihm zumindest nicht an, dass es keine echte Wildlifefotografie ist.

Näher herangehen

Jedes wild lebende Tier ist von einer unsichtbaren Grenze umgeben. Seinem Revier. Dessen Überschreitung durch einen Rivalen oder einen möglichen Feind setzt das Tier sofort in einen Alarmzustand. Das ist ein echtes Problem bei der WIldlife Fotografie, dessen du dir immer bewusst sein musst.

Sobald du dem Tier zu nahe kommst, wird es das Weite suchen. Oder sich in einen sicheren Schlupfwinkel zurückziehen. Dann kannst du es vielleicht noch auf der Flucht aufnehmen. Aber wer möchte schon wilde Tiere von hinten bei der Flucht fotografieren? Wahrscheinlich wirst du es aber überhaupt nicht mehr zu Gesicht bekommen. Bilder von Hirschen erfordern hier sehr viel Geschick beim Anpirschen.

Suche dir stets den leisen Pfad. Nimm Wege, die natürliche Deckung bieten. Und meide in hügeligem Gelände die höchsten Punkte. Sonst zeichnest du dich als vom Himmel ab!

Windrichtung

Eisvogel
Vogelfotografie: Etwas Glück gehört auch dazu.

Achte vor jedem Bild stets auf die Windrichtung. Bewege dich immer so, dass der Wind für dich von vorne oder von der Seite kommt. Denn so eilt dein Geruch dir nicht voraus und verrät nicht deine Anwesenheit.

Wenn du ein Tier in der Ferne entdeckst, bleib einen Augenblick stehen und peile die Lage. Wenn die Tiere in deine Richtung blicken, bleibe unbeweglich stehen, bis sie wieder weg sehen. Wenn du damit rechnen musst, dass sie flüchten, versuche, unterwegs schon die eine oder andere Aufnahme aus größerem Abstand zu machen.

Vögel im Flug

Als besondere Disziplin der Wildlifefotografie mag dir die Vogelfogografie dienen. Am Boden wirken Vögel oft plump und wenig attraktiv. Ihre wahre Eleganz und Schönheit offenbaren sie erst im Flug. Versuche daher, Bilder zu machen, wenn die Vögel so nahe sind, dass sie einigermaßen groß im Sucher erscheinen. Für Teleaufnahmen sind große Vogelarten wie Reiher, Störche und Pelikane auch in größerer Höhe noch gute Motive. Oft bekommt man hier die besten Aufnahmen, wenn die Vögel gerade auffliegen oder landen.

Die Scharfstellung auf schnell bewegte Objekte kann schwierig sein. Aber es gibt einige Möglichkeiten, wie man dieses Problem umgehen kann. Viele Vogelarten segeln ständig auf der Thermik. Möwen folgen gerne Schiffen in immer gleichem Abstand. So ist es nicht schwer, sie anzuvisieren, während sie segeln.

Bei einem auf dich zufliegenden Vogel kannst du die Entfernung voreinstellen und auslösen, wenn der Vogel im Sucher fast scharf erscheint. Das nennt man übrigens Schärfefalle. In dem Sekundenbruchteil bis zur Öffnung des Verschlusses erreicht der Vogel dann genau die Schärfenebene. Bei Autofokus verwendest Du den AF-C Modus. Lies hier mehr zu den Autofokus-Optionen. Wähle die ISO entsprechend hoch. Eine ISO Einstellung bis 1600 ist mit modernen Sensoren problemlos möglich.

Wenn die Flugrichtung aber quer zur Kamera verläuft, solltest du die Kamera mit den Vögeln mitziehen. Vögel halten meist eine bestimmte Flugbahn ein, wenn sie das Nest verlassen oder zu ihm zurückkehren. Somit bekommst du vielleicht mehrere gute Gelegenheiten. Auch hier besteht Wildlifefotografie aus 95% Vorbereitung.

Wir haben einen separaten Artikel zur Vogelfotografie.

Insekten

Schmetterling
Schmetterling Makroaufnahme

Insekten gehören zu den verbreitetsten und zugänglichsten Motiven im Tierreich. Auch sie gehören zur Wildlifefotografie dazu, wie auch zur Makrofotografie. Da sie sehr klein sind, muss man Nahaufnahme-Zubehör einsetzen. Dieses Zubehör braucht nicht teuer zu sein und ist auch nicht schwer zu bedienen. Sieh Dir in diesem Zusammenhang auch den Artikel zum Makrozubehör an.

Zwischenring Set
Zwischenring Set

Um lebensechte Bilder zu machen, musst du bis auf wenige Zentimeter an deine Motive heran gehen können. Die kürzeste Entfernung eines Normalobjektivs mit 50 mm Brennweite liegt jedoch bei etwa 45 cm. Das ist eine Entfernung, aus der etwa ein mittelgroßer Schmetterling noch sehr klein erscheint. Eine einfache Möglichkeit, kürzere Abstände und damit größere Abbildungsmaßstäbe zu erzielen, bieten Zwischenringe. Diese werden einfach zwischen Objektiv und Kamera gesetzt.

Zwischenringe werden im allgemeinen als Dreiersatz verkauft. Mit dem längsten davon kannst du so nahe herangehen, dass der Schmetterling fast das Format füllt. Noch größeren Abbildungsmaßstab erzielst du durch die Kombination mehrerer Zwischenringe. Je länger der Auszug, dsto näher kannst du an das Objekt herangehen.

Probiere aus, welche Kombination von Zwischenringen den gewünschten Abbildungsmaßstab ergibt. Am besten geeignet ist ein leichtes Teleobjektiv (80-100 mm). Mit ihm erzielest du einen Abbildungsmaßstab wie mit einem Normalobjektiv schon aus der doppelten Entfernung, was gerade bei Insektenaufnahmen recht praktisch ist.

Wenn du öfter Fotos von Insekten machen willst, solltest du dir ein Makroobjektiv zulegen. Diese Objektive sind speziell für kurze Aufnahme- Abstände korrigiert. Und lassen sich ohne Zubehör bis auf 1:1 (volle natürliche Größe) einstellen. Wenn du zusätzlich noch Zwischenringe nimmst, kommst du sogar über 1:1. Bei so starker Vergrößerung wird allerdings die Scharfeinstellung kritisch. Du musst dann mit Stativ arbeiten, um optimale Schärfe zu erzielen. Aufnahmen vom Stativ kommen aber bei Insekten in freier Natur kaum in Frage.

Sieh Dir hier die besten Makroobjektive an:

Makroobjektive für Nikon
Makroobketive für Canon

Die Schärfentiefe ist bei Nahaufnahmen grundsätzlich sehr klein. Um dieses Problem zu lösen, solltest du möglichst stark abblenden. Selbst bei Blende 22 wird ein Objekt oft nicht durchgehend scharf. Bei Tageslicht- Aufnahmen bedeutet die kleine Blende, dass du sehr helle Sonne brauchst, um noch praktikable Verschlusszeiten zu erzielen. Wenn du die kleinstmögliche Blende eingestellt und das Objektiv auf den gewünschten Abbildungsmaßstab gebracht hast, stelle die Schärfe nicht mehr mit dem Entfernungsring oder Autofokus ein. Ändere diese nur noch durch Veränderung des Aufnahmeabstands. Nähere die Kamera langsam dem Motiv an, bis die wichtigsten Teile scharf erscheinen.

Oft wird nur ein Blitzgerät genügend Licht liefern können. Noch besser ist ein Ringblitz. Mache ein paar Testaufnahmen, um bei einer bestimmten Entfernung die richtige Kombination von Blende und Blitzleistung zu ermitteln. Verwende diese Einstellung dann für alle Aufnahmen aus diesem Abstand.

Bücher zum Thema:



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Die besten Teleobjektive ab 300mm
Fotografieren im Zoo

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