Fotografieren im Museum: 7 Tipps für tolle Bilder in Museen

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Fotografieren im Museum ist reizvoll, aber durch die Lichtverhältnisse nicht immer einfach. Glasvitrinen und Besucher behindern die Sicht auf Gemälde und Skulpturen. Einfache Hinweise für gelungene Bilder in Museen.

Nicht nur auf einer Reise besuchst Du Museen. Aber es gehört für Viele zu den Bildern einer Reise dazu.

Sie können kann Gemälde, Skulpturen, Tiere oder historische Gegenstände beherbergen. Die wichtigste Überlegung vor den Aufnahmen ist die Beleuchtung, da die Innenräume meist groß und oft recht dunkel sind. Hier sind einige Hinweise, wie du deine Innenraum-Bilder und Aufnahmen von Details verbessern kannst.

Foto von Skulpturen
Foto von Skulpturen mit selektiver Schärfentiefe

1 Fotografieren um Museum: erlaubt oder nicht?

Museumsfotografie
Eine Ausstellung bietet viele Fotomotive: Bild im Bild

Museen sind manchmal streng, was die Richtlinien zum Fotografieren angeht. Zuweilen ist es entweder ganz untersagt oder ist nur Journalisten gestattet. Außerdem kann es Einschränkungen bei der Verwendung von Blitzlicht und bei bestimmten Ausstellungen geben. Insbesondere seltene Exponate vertragen kein helles Blitzlicht, man denke hier an Papyrusrollen oder Gemälde.

In den meisten Museen ist es jedoch gestattet, Bilder zu machen und die Architektur des Gebäudes und die Außen-/Foyerbereiche zu fotografieren. Beachte die Regelungen zum Urheberrecht, insbesondere bei Veröffentlichung.

Im Zweifel erkundige dich vorher, ob das Fotografieren in Ordnung ist, sonst schleppst Du deine Ausrüstung umsonst.

2 Fotografieren bei wenig Licht

Museum Übersichtsfoto
Beim Fotografieren im Museum einfach die Augen offen halten: Schöne Architektur in der Übersicht, London

In Museen ist das Licht in der Regel gedämpft, da dies ästhetischer ist. Das macht das Fotografieren folglich zu einer Herausforderung.

Viele Exponate können mit der Zeit leiden, wenn sie hellem Licht und Kamerablitzen ausgesetzt sind. Nicht nur deshalb musst du deine Kamera entsprechend einstellen. Zu den Einstellungen fürs Fotografieren im Mueseum kommen wir später.

Insbesondere wenn Blitzlicht gänzlich verboten ist, stellt das besondere Anforderungen an dich als Fotografen.

3 Glasreflexionen vermeiden

Mona Lisa Louvre
Ein berühmtes Bild wie das der Mona Lisa gibt kaum Probleme beim Urheberrecht

Viele Ausstellungen finden hinter Glas statt, besonders wertvolle Exponate wie die Mona Lisa.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten in jedem Mueseum, um Reflexionen zu vermeiden. Benutze niemals Blitzlicht. Bei Vitrinen drückst du das Objektiv direkt und ohne Zwischenraum auf das Glas. Am besten hast Du eine Gummi-Gegenlichtblende am Objektiv, um kein Seitenlicht keine Chance zu geben. Auf diese Weise umgehst du beim Fotografieren jede Art von Reflexion des Glases.

Fotografiere immer direkt von vorne und nicht von der Seite. Das vermindert Reflexe und Spiegelungen am besten.

Wenn du nicht direkt ans Glas kannst, verwende ein Polfilter. Es verhindert Reflexionen, schluckt aber auch zwei Blendenstufen in dem ohehin spärlichen Licht. Es kann also sein, dass du den ISO-Wert erhöhen musst, da viele Ausstellungsstücke bei extrem schlechten Lichtverhältnissen ausgestellt sind; ISO 1600 sollte ausreichen.

4 Achte auf die Details

Detail Micehalangelo Skulptur Museum
Bild ohne störende Besucher durch geringen Abstand

Hab keine Angst davor, nah an Objekte heranzugehen, um einen interessanteren Effekt zu erzielen.

Wenn du nah an das Objekt herankommst, kannst du ein Makroobjektiv verwenden, um die Details herauszuholen. Wenn du weit weg bist, verwende ein leichtes Tele um die 85 bis 105mm , um nah heranzukommen. Nimm eine große Blende von f/1.8 – f/4.0 und eine Verschlusszeit von 1/100 Sekunde. Statuen sind unbelebt, aber du kannst sie zum Leben erwecken, wenn du nah an ihre Gesichtszüge oder Details heranzoomst.

5 Empfohlene Einstellungen für die Museumsfotografie

Blende
Anzeige der Lichtstärke am Objektiv

Tipp: Wähle eine große Blende (f/2.8 oder f/4) fürs Fotografieren im Museum, um genügend Licht hereinzulassen. Und verwende ein Stativ oder Einbeinstativ, um mit der langen Verschlusszeit zurechtzukommen, insbesondere wenn Blitzlicht nicht gestattet ist. Auch wenn Blitzlicht beim Fotografieren in deinem Museum okay ist, solltest du nur indirekt blitzen, um keine hässlichen Schatten zu erzeugen.

Schiebe den ISO-Wert auf mindestens 400 hoch. Wenn kein Blitz gestattet ist, dann verwende die größtmögliche Blende, damit du freihändig fotografieren kannst. Verwende dabei eine relativ kurze Verschlusszeit.

Museen sind in der Regel ruhige Orte; je nach den Regeln und Vorschriften des Museums musst du deine Einstellungen entsprechend anpassen. Oft ist es untersagt, ein Stativ oder einen Blitz zu verwenden.

Wenn Blitzgeräte im Museum untersagt sind:

Ohne Blitzgerät musst du mit dem vorhandenen Licht auskommen.

Verwende daher die größtmögliche Blende, weil du mehr Licht hereinlassen musst. Erhöhe zudem den ISO-Wert, bis deine Kamera Belichtungszeiten liefert, die du mit der Hand halten kannst. Alernativ benutze ein Stativ.
Ab ISO 1600 werden die Bilder Rauschen aufweisen, daher erhöhe die ISO nur so weit wie nötig.

Vorteil Stativ: Mit einer langen Belichtungszeit (mehrere Sekunden) kannst du die anderen Besucher aus dem Bild verschwinden lassen.

Wenn Stative untersagt sind:

Falls Stative nicht erlaubt sind oder du ein Stativ aufgrund der Raumenge nicht aufstellen kannst, brauchst Du Licht durch ein lichtstarkes Objektiv. Am preiswertesten ist eine 50mm Brennweite mit einer Lichtstärke von f/1.8 oder besser f/1.4. Lies den Ratgeber zu 50mm Objektiven. Somit kannst Du Aufnahmen auch aus der Hand machen.

6 Empfohlene Ausrüstung für Museumsfotografie

Canon 50mm 1.8 STM
Bild: Canon 50mm 1.8 STM, perfekt fürs Fotografieren im Museum

Du wirst ein Standardobjektiv (50mm) und in manchen Fällen ein leichtes Teleobjektiv benötigen. Ein Objektiv, das eine große Blendenöffnung hat, ist dabei eine gute Wahl. Qualitativ hochwertige 50mm-Objektive gehen zum Beispiel bis zu einer maximalen Lichtstärke von f/1.2.

Ein Porträtobjektiv wie ein 85mm mit f/1.8 oder f/1.4 ist ebenfalls perfekt, insbesondere für Details. Allerdings sind sie auch etwas teurer als die 50mm Varianten.
Die besten Nikon Porträtobjektive

Einbeinstative sind ebenfalls eine großartige Möglichkeit, sich abzustützen, ohne anderen in die Quere zu kommen. Ein Polfilter ist nützlich, wenn aus Entfernung gegen Glas fotografieren willst. Wenn du eine Kameratasche oder Fotorucksack auswählst, denke daran, eine zu wählen, die leicht zu öffnen ist. Sie sollte deine gesamte Ausrüstung schnell zur Hand haben, denn Museen werden vielleicht den Inhalt deiner Tasche überprüfen wollen.
Eine Kamera mit beleuchteter Anzeige ist in dunkler Umgebung ebenfalls sinnvoll.

7 Rechtliche Hinweise und Urheberrecht

Die Frage, ob das Fotografieren verboten ist oder nicht, wollen wir hier gar nicht diskutieren. Denn ein Fotografierverbot kann von Ausstellung zu Ausstellung oder bei einzelnen Veranstaltungen anders beantwortet werden. Manchmal sind es auch bestimmte Exponate bei denen das Fotografieren (mit Blitz) verboten ist; eine Anzeige am Ausstellungsstück wird dich darauf hinweisen.

Was das Urheberrecht angeht, gibt es zuweilen Einschränkungen, was das Veröffentlichen von Fotos in sozialen Netzwerken o.ä. angeht. Dies soll allerdings nicht unser Thema sein, daher erkundige dich vorher über die Veranstaltungen, um Überraschungen und eine Anzeige zu vermeiden.

Exkurs: Urheber- und Nutzungsrechtsfragen in der Kunstfotografie

Wer hat die Rechte an Kunstwerken und an Fotografien, die Kunstwerke darstellen? Diese Frage ist von zentraler Bedeutung für jeden, der mit Kunstfotografie zu tun hat, also für den Fotografen, den Auftraggeber des Fotografen und für den, der die Kunstfotos veröffentlichen möchte.

Bei allen schöpferischen Werken regeln das Urheber- und das Nutzungsrecht, wer was mit den Werken machen darf. Bei der Kunstfotografie sind das Urheber-und das Nutzungsrecht des Künstlers und des Fotografen zu beachten. Fotografen, die sich mit dem Thema Kunstfotografie beschäftigen wollen, sollten nicht darauf vertrauen, dass sich die Auftraggeber in Rechtsfragen genauestens auskennen. Zum Schutze des geistigen Eigentums gibt es keinen gutgläubigen Erwerb von Nutzungsrechten. Unkenntnis schützt nicht vor unangenehmen Folgen oder sogar Strafen. Daher ist es auch für den Fotografen wichtig, den rechtlichen Hintergrund der Kunstfotografie zumindest im Grundsatz zu kennen.

Bei Kunstfotografien können die folgenden Rechte von Bedeutung sein: das Eigentumsrecht am Kunstwerk und das am Gebäude, in dem es sich befindet, sowie Urheberrechte am Kunstwerk und an der Fotografie. Ausserdem können auch Rechte am Motiv, etwa das Recht am eigenen Bild, bestehen.

Urheberrecht am Kunstwerk. Alle Kunstwerke sind durch das Urheberrecht geschützt. Die Schutzdauer beträgt 70 Jahre nach dem Ende des Jahres, in dem der Künstler gestorben ist. Während dieser Zeit bedarf der Fotograf der Zustimmung des Künstlers oder seiner Erben, wenn er ein Werk fotografieren und damit vervielfältigen will. Empfehlenswert ist die Kontaktaufnahme mit einer Verwertungsgesellschaft wie der deutschen VG Bild-Kunst. Sie nimmt die Rechte von Künstlern, Erben und ausländischen Verwertungsgesellschaften wahr. Hier erhält der Fotograf Informationen darüber, ob ein Werk geschützt ist und ob er gegebenenfalls Lizenzen für dessen Nutzung erwerben kann. Die VG BildKunst ist nicht nur für die Kunstwerke selbst, sondern auch für Fotos oder sonstige Reproduktionen von Kunstwerken zuständig.

Nach Ablauf der Schutzdauer darf ein Kunstwerk ohne Zustimmung der Erben des Künstlers fotografiert, verbreitet und genutzt werden, wenn ansonsten keinerlei Rechte betroffen sind. Denn ein Kunstwerk kann sich auch in Privateigentum oder im Besitz eines Museums befinden. Dann kann der Eigentümer eines Werkes frei darüber bestimmen, ob und von wem er es zu welchen Bedingungen fotografieren lässt. Und das gilt sogar für Werke, für die noch Urheberrechte bestehen. Hat ein Künstler sein Werk verkauft, bestimmt allein der Eigentümer, unter welchen Bedingungen eine Reproduktion erfolgen kann. So kann er frei über Nutzungsbeschränkungen verfügen oder über Lizenzgebühren für die Nutzung verhandeln.

Wenn allerdings ein Kunstwerk frei von öffentlichen Straßen aus fotografiert werden kann, ist das Fotografieren unbedenklich. Die öffentliche Sichtbarkeit schliesst die Einschränkung der Nutzungsrechte aus. Ist die Schutzdauer eines Kunstwerkes aber noch nicht abgelaufen, kann der Künstler sich auch bei öffentlich zugänglichen Werken gegen deren kommerzielle Verwertung mit Unterlassungs- und Schadenersatzansprüchen wenden.

Bei Kunstwerken, die eine Person abbilden, steht der dargestellten Person ein Recht am eigenen Bild zu. Dieses betrifft auch Reproduktionen vom Kunstwerk. Der Verwertung einer solchen Fotografie muss also neben dem Künstler auch die abgebildete Person zustimmen. Das Persönlichkeitsrecht ist 10 Jahre nach dem Tod der abgebildeten Person geschützt, in besonderen Fällen bis zu 30 Jahre.

Rechte des Fotografen. Wie sieht es nun mit den Rechten des Fotografen aus? Bei Bildagenturen und -redaktionen besteht häufig die Ansicht, dass Fotos von gemeinfreien Kunstwerken auch frei, also ohne die Zustimmung des Fotografen, verwendet werden können. Schon bei zweidimensionalen Werken sollte immer die Zustimmung des Fotografen eingeholt werden. Denn lediglich bei einfachen Kopierverfahren, etwa Einscannen mittels Flachbettscanner, entsteht keine schutzfähige Arbeit des Fotografen. Für alle anderen Fotos, so genannte Lichtbilder, besteht ein Leistungsschutzrecht.

Klarer ist dies bei dreidimensionalen Kunstwerken. Hier hat der Fotograf, nachvollziehbar auch für Laien, zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten etwa hinsichtlich der Wahl des Aufnahmestandpunktes, des Bildausschnitts, der Belichtung und der Lichtgestaltung. Daher entstehen beim Fotografieren von dreidimensionalen Werken stets Fotografien, die als Lichtbildwerke urheberrechtlich für den Fotografen geschützt sind und für deren Nutzung die Zustimmung des Fotografen einzuholen ist. Sollte das Werk nicht gemeinfrei sein, muss zusätzlich die Zustimmung des Künstlers eingeholt werden.

Zusammenfassend gilt also, dass die Fotografiererlaubnis eines Museums für die rechtlich abgesicherte Nutzung von Kunstfotografien ebenso wenig ausreichend ist wie die Zustimmung des Fotografen. Vielmehr muss auch die Zustimmung des Künstlers bzw. der Rechteinhaber am Kunstwerk und gegebenenfalls auch der abgebildeten Person zur Verwertung eingeholt werden. Im Zweifelsfalle sollten lieber zu viele Genehmigungen eingeholt werden als zu wenige. Die Kontaktaufnahme mit dem Künstler eines Werkes oder mit dem Eigentümer schafft letzte Klarheit.

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