Nikon Z9 Test und Eindrücke: Die beste Kamera im Vergleich?

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Mit der Nikon Z9 ist eine Rekordkamera gelungen, wofür Nikon vorab bereits viel gelobt wurde. Was die Kamera in der Praxis liefert, zeige ich in meinem kurzen Test.

Im Laufe des letzten Jahres haben wir eine Reihe von spiegellosen High-End-Vollformatkameras gesehen, deren Fähigkeiten alles übertreffen, was ihre DSLR-Vorgänger jemals konnten. Den Anfang machte die Alpha 1 von Sony mit ihrer Fähigkeit, 50-MP-Aufnahmen mit 30 Bildern pro Sekunde zu machen, während die EOS R3 von Canon 24MP-Aufnahmen mit 30 Bildern pro Sekunde macht, aber mit einem bahnbrechenden augengesteuerten Autofokus zur Auswahl von Motiven für die Verfolgung. Nikon war der letzte der drei großen Hersteller, der sich zu Wort meldete, aber sein Flaggschiff Z9 ist definitiv das leistungsstärkste von allen.

Tatsächlich bietet die Nikon Z9 eine Kombination aus High-End-Spezifikationen und professioneller Bauweise, die es so noch nicht gegeben hat. Sie kann eine Auflösung von 45,7MP Rohdaten mit 20 Bildern pro Sekunde für mehr als 1.000 Bilder in Bilder in Folge aufnehmen, was sich auf 30 Bilder pro Sekunde erhöht, wenn Sie auf JPEG umschalten. Verringert man die Auflösung auf 11 MP, erreicht sie erstaunliche 120 Bilder pro Sekunde. Außerdem kann sie stundenlang BK-Videos aufnehmen, ohne zu überhitzen. Das Wichtigste ist, dass die Z9 die professionelle Kontrolle und extreme Haltbarkeit bietet, die für Fotografen, die von ihrer Kamera leben, unerlässlich ist.

Die Nikon Z9 als Kamera der Superlative?

Früher teilte Nikon seine DSLR-Produktlinie für Profis in Hochgeschwindigkeitsmodelle wie die D6 mit 20 MP und Kameras mit hoher Auflösung wie die 45MP D850. Mit der Z9 hat Nikon jedoch versucht, eine einzige Kamera zu entwickeln, die alles kann, was ein Profifotograf braucht. Und zwar alles besser (Auch beser als Sony und Canon). Sie bietet die gleiche Auflösung wie die D850 und ist gleichzeitig in der Lage, deutlich schneller als die D6 zu fotografieren. Zusammen mit dem brandneuen Autofokussystem mit Motiverkennung und der 8K-Videoaufzeichnung ist dies ein beachtlicher Schritt nach vorn.

Die Nikon Z9 verfügt zudem über 9 Arten der gleichzeitigen Motiverkennung in sowohl in Fotos als auch in Videos. Dazu gibt es einen realitätsnahen, verdunkelungsfreien Sucher und eine interne UHD-Videoaufzeichnung mit einer Dauer von etwa 125 Minuten.

Die Z9 verfügt über einen integrierten vertikalen Griff und einen neu entwickelten 4-Achsen-LCD-Bildschirm, der sich sowohl horizontal als auch vertikal neigen lässt. Schauen wir uns an, wie diese neueste Spitzenkamera Nikon Z9 in unserem Test abschneidet.

Design und Verarbeitungsqualität

Wie von einem Spitzenmodell zu erwarten, ist das Gehäuse der Z9 sehr gut verarbeitet.

Vom Design her sieht die Z 9 wie eine leicht geschrumpfte Version von Nikons professioneller D6-DSLR aus. Sie verfügt über einen integrierten vertikalen Griff, in dem ein großer Akku untergebracht ist, sowie über ein Suchergehäuse, das den DSLRs des Unternehmens nachempfunden ist.

Es wird standardmäßig mit einem gut durchdachten Batteriegriff geliefert. Das Gehäuse besteht aus einer Magnesiumlegierung, die für Stärke und Haltbarkeit sorgt. Die Kamera ist für den professionellen Einsatz konzipiert und kann daher niedrigen Temperaturen von bis zu -10° C standhalten. Das wetterfeste Gehäuse ist staub- und wasserabweisend. Das Gehäuse wiegt 1340 g einschließlich des Akkus und des eingebauten Batteriegriffs. Das Gehäuse wird übrigens in Thailand hergestellt.

Nikon Z9 Seitenansicht
Nikon Z9 Seitenansicht

Im Gegensatz zur Canon EOS R3 behauptet Nikon, dass ihr Gehäuse dank einer wetterfesten Magnesiumlegierung genauso robust ist wie das ihrer Profi-DSLRs. In der Hand fühlt sie sich auf jeden Fall ziemlich bombensicher an, und in meinen Händen hat sie einige heftige Winterschauer ohne negative Auswirkungen überstanden. Dafür ist es mit 1.340 g aber auch bemerkenswert schwer. Damit ist sie zwar etwa 100 g leichter als die D6, aber über 300 g schwerer als die EOS R3 und fast doppelt so schwer wie das reine Gehäuse der Sony Alpha 1.

Bedienelemente

Was die Bedienelemente angeht, so wird die Nikon Z9 den Benutzern der Profi-DSLRs von Nikon sofort vertraut sein. Fast die gesamte Oberfläche, abgesehen von den Handgriffen, wird von Tasten und Einstellrädern eingenommen. So kann so ziemlich jede wichtige Einstellung schnell über ein spezielles Bedienelement geändert werden.

Standardmäßig werden mit dem vorderen und hinteren Einstellrad die Blende bzw. die Verschlusszeit eingestellt, während die Tasten auf der Oberseite den Zugriff auf ISO und Belichtungskorrektur ermöglichen. Eine AF-ON-Taste und ein Joystick zur Positionierung des Fokuspunkts befinden sich gewohnt in Reichweite des Daumens, ebenso wie eine i“-Taste, mit der sich eine Vielzahl von Einstellungen leicht anpassen lässt.

Auf der linken Schulter befindet sich ein Einstellrad für den Auslösemodus, mit dem sich Serienaufnahmen mit niedriger und hoher Geschwindigkeit sowie der Selbstauslöser einstellen lassen. Die Serienbildgeschwindigkeit und die Verzögerung des Selbstauslösers können vom Benutzer eingestellt werden. Und es gibt eine weitere benutzerdefinierte Position, die auf eine der Aufnahmeraten der Kamera, einschließlich der Optionen 30fps und 120fps, eingestellt werden kann. In der Zwischenzeit lassen sich die Fokusmodi und AF-Bereichseinstellungen über eine Taste in der vorderen linken Ecke leicht ändern.

Nikon Z9 Rückseite
Nikon Z9 Rückseite mit vielen Bedienelementen

Auf der Rückseite ist das Layout sehr ähnlich wie bei den bisherigen Modellen der Z-Serie. Zusätzliche Tasten unterhalb des Bildschirms dienen zur Einstellung von Weißabgleich und Bildqualität sowie zum Hinzufügen von Sprachnotizen zu den Bildern. Die Tasten auf der Rückseite können für Aufnahmen im Dunkeln mit einem kurzen Druck auf den Netzschalter beleuchtet werden. Drei Tasten auf der Vorderseite schließlich dienen zum Umschalten zwischen benutzerdefinierten Kameraeinstellungen (die Nikon als Aufnahmemenü-Bänke bezeichnet), zur Auswahl des Bildausschnitts (FX, DX, 1:1 und 16:9) und zum Umschalten der Sucheranzeige auf eine saubere, übersichtliche Darstellung. Im DX-Format bietet die Z 9 immer noch eine Auflösung von 20 Megapixeln, was sie zu einer guten Wahl für weit entfernte Motive wie z. B. Wildtiere macht.

Im Prinzip sind die Aufnahmemenü-Bänke eine praktische Möglichkeit, zwischen verschiedenen Kamerakonfigurationen zu wechseln. Der Haken an der Sache ist jedoch, dass sie nicht die Serienbildgeschwindigkeit enthalten. Wenn man also nicht aufpasst, kann es leicht passieren, dass man Landschaften mit 120 Bildern pro Sekunde aufnimmt. Außerdem können Sie den Menübänken zwar aussagekräftige Namen geben, aber die Kamera zeigt diese beim Umschalten zwischen den Bänken nicht im Sucher an.

Wie bei einer Profikamera nicht anders zu erwarten, ist fast jedes Bedienelement benutzerdefinierbar. So können Sie beispielsweise die Einstellräder so umkonfigurieren, dass Sie direkten Zugriff auf die Belichtungskorrektur oder den ISO-Wert in den Modi P, A und S haben. Die meisten Tasten können mit einer Vielzahl von Optionen belegt werden, z. B. um den 3D-Tracking-AF mit einem kurzen Druck zu aktivieren.

Es ist auch möglich, die Tasten so zu konfigurieren, dass sie eine ganze Gruppe von Einstellungen ändern, indem man die Option „Aufnahmefunktionen abrufen“ verwendet. So können Sie z. B. die AF-ON-Taste so einstellen, dass sie auch die 3D-Nachführung, die Motiverkennung und die Serienaufnahme aktiviert und in den S-Modus mit einer mit einer entsprechend kurzen Verschlusszeit. Das wäre perfekt, um schnell auf sich bewegende Motive zu reagieren, nur fehlt seltsamerweise die Möglichkeit, von AF-S auf AF-C umzuschalten.

Oberdeck der Nikon Z9
Oberdeck der Nikon Z9

Die zahlreichen Tasten der Kamera werden durch den Touchscreen ergänzt, der zum Einstellen des AF-Punkts, zur Bedienung der Menüs und zum Durchsuchen der Bilder während der Wiedergabe verwendet werden kann. Nikons Menüsystem ist genauso lang und komplex, wie man es von einer Profikamera erwartet. Aber zum Glück gibt es eine integrierte Hilfe, die die meisten Optionen erklärt. Wenn Sie bestimmte Einstellungen häufig ändern, können Sie diese einem benutzerdefinierten Menü zuweisen.

Wenn ich ein kleines Problem mit der Handhabung der Nikon Z9 habe, dann ist es, dass die Tasten am vertikalen Griff etwas zu leicht versehentlich gedrückt werden können, wenn man die Kamera im Querformat hält. Man kann sie zwar mit einem Schalter um den vertikalen Auslöser herum sperren, aber es wäre hilfreich, wenn man die Kamera so einstellen könnte, dass sie sie ignoriert, wenn sie im Querformat gehalten wird. Dieses Problem hatte ich aber schon bei der D810, vielleicht leigt es auch an meinen Hndern, wer weiß.

Sucher und kippbares Display

Auf dem Papier verspricht die Nikon Z9 ein ähnliches Seherlebnis wie die Z7 II. Ihr elektronischer Sucher mit 3,69 Mio. Bildpunkten bietet eine zweifache Vergrößerung, während der hintere Touchscreen eine 3,2-Zoll-Einheit mit 2 Mio. Bildpunkten besitzt. Es gibt jedoch einige signifikante Unterschiede. Nikon behauptet, dass der elektronische Sucher (EVF) der Z9 der hellste der Welt ist und dass er auch bei Serienaufnahmen eine verdunkelungsfreie Sicht bietet.

In der Praxis ist der EVF wirklich hervorragend und bietet eine extrem helle, detaillierte Ansicht. Wie üblich kann er umfassende Aufnahmedaten, einschließlich eines Live-Histogramms und elektronischer Pegel, gleichzeitig anzeigen. Standardmäßig zeigt die Kamera eine Vorschau von Farbe und Schärfentiefe an, während die Belichtung in einem Bereich von +/- 3 EV simuliert wird. In den Menüs finden Sie eine Option für den Ansichtsmodus (Foto-LV), die Farben neutralisiert, die Belichtungsvorschau deaktiviert und Schatten aufhellt, um den optischen Sucher von DSLRs zu imitieren.

Das rückseitige Display wurde ebenfalls verbessert und kann nun bei Aufnahmen im Hochformat um 90° nach oben gekippt werden, während es bei Aufnahmen im Querformat nach oben und unten gekippt werden kann. Dies ist ein ähnlicher Ansatz wie bei einigen Panasonic- und Fujifilm-Kameras, und ich denke, dass dies die beste Lösung für Fotografen ist, da es das Fotografieren in ungünstigen Winkeln erleichtert und nicht von der Einstellung des Ansichtsmodus abhängt, sondern immer eine Vorschau von Farbe und Belichtung zeigt.

Nikon Z9 Display
Die Nikon Z9 hat en schwenkbares Display. Entgegen meiner Erwartung ist es außerordentlich stabil.
Das erleichtert das Über-Kopf-Arbeiten sowie das Fotografieren in Bodennähe, z.B. bei der Makrofotografie.

Hauptmerkmale der Nikon Z9 und noch nie dagewesene Neuerungen

45 Megapixel Vollformatsensor

Die Z 9 verfügt über einen 45,7-MP-Vollformatsensor, der standardmäßig mit ISO 64-25.600 als Standard und 32-102.400 erweitert. Das bedeutet, dass er nicht mit den ultrahohen Werten der 20MP D6 mithalten kann, die standardmäßig ISO 102.400 und einen atemberaubenden erweiterten ISO-Wert von 3.280.000 bietet. Dies wird jedoch durch die enorme Geschwindigkeit mehr als wettgemacht, denn selbst die Spitzengeschwindigkeit von 120 Bildern pro Sekunde wird durch den kontinuierlichen Autofokus und die Nachführung erreicht. Angeblich kann die Kamera mit über 100 Nikon-Objektiven verwendet werden, darunter F-Mount-DSLR-Objektive über den FTZ-Adapter sowie native Z-Mount-Optiken. Übliche Objektive des Herstellers machten im Test keine Probleme.

Um den Speicherbedarf all dieser hochauflösenden Dateien zu reduzieren, hat Nikon ein hocheffizientes Rohdatenformat eingeführt, das die Dateigröße deutlich verringert, ohne dass dabei Details verloren gehen. Allerdings wird der Computer bei der Verarbeitung der Rohdaten nicht entlastet. Das Unternehmen hat außerdem neue Algorithmen für den automatischen Weißabgleich eingeführt und verspricht eine genauere Wiedergabe verschiedener Hauttöne.

Staubvermeidung

Zwei neue Maßnahmen zur Staubvermeidung kommen zum Einsatz. Die herkömmliche Reinigung des Bildsensors ist ebenfalls vorhanden. Der optische Tiefpassfilter (OLPF) ist mit einer speziellen elektrisch leitenden Beschichtung versehen, um Staub abzuweisen. Eine auf den Filter aufgebrachte Fluorbeschichtung erleichtert die Reinigung von Staub, der dennoch auf den OLPF gelangt. Darüber hinaus deckt ein neuer Sensorschutz den Sensor ab, sobald Sie die Kamera ausschalten, sodass die Gefahr von Staub oder physischen Schäden am Sensor beim Abnehmen des Objektivs von der Kamera ausgeschlossen ist.

Neues RAW Format

Eine weitere Neuheit der Nikon Z9 sind neben dem verlustfreien Raw-Komprimierungsmodus die beiden High Efficiency Raw-Formate. Das High Efficiency Raw-Format erzeugt Dateien, die nur halb so groß sind wie die unkomprimierten Daten. Die High Efficiency Raw-Dateien erzeugen Dateien, die ca. 1/3 kleiner sind als die unkomprimierten Daten, aber beide behalten die gleiche hohe Bildqualität und den gleichen Dynamikbereich wie die herkömmlichen Raw-Dateien. Das bedeutet, dass weniger Speicherplatz auf der Speicherkarte und der Festplatte verbraucht wird, während gleichzeitig die höchste Bildqualität erhalten bleibt.

Nikon Z9 ohne Objektiv
Nikon Z9 ohne Objektiv

Autofokus

Die Z9 verfügt außerdem über Nikons bisher fortschrittlichstes Autofokussystem mit KI-basierter Motiverkennung zur Erkennung und Verfolgung der Schärfe von Menschen, Tieren und Fahrzeugen, einschließlich Motorrädern, Autos, Zügen und Flugzeugen. Der große Vorteil gegenüber konkurrierenden Systemen besteht darin, dass Sie nicht im Voraus festlegen müssen, was Sie fotografieren möchten. Denn die Kamera schaltet nahtlos zwischen den verschiedenen Bereichen um. Alternativ stehen 493 manuell wählbare Autofokuspunkte und zehn verschiedene AF-Messfeld-Modi zur Verfügung. Ein willkommenes Debüt in der Z-Serie ist Nikons 3D-Tracking, das den DSLR-Benutzern vertraut sein wird.

Der Autofokus der Nikon Z9 ist der beste, den Nikon je hergestellt hat. Er kann verschiedenste Motivarten erkennen und den Autofokus entsprechend einstellen. Hier ist eine Liste dessen, was er erkennen kann:

  • (1) Menschen – Gesicht, Augen, Kopf und Oberkörper
  • (2) Hunde – Kopf, Augen und ganzer Körper
  • (3) Katzenfamilie (einschließlich Hauskatzen, Tiger, Leoparden, Geparden usw.) – wie in (2).
  • (4) Autos
  • (5) Motorräder
  • (6) Fahrräder
  • (7) Züge
  • (8) Flugzeuge – ganz, Front und Cockpit.

Die automatische Motiverkennung funktioniert sowohl im Wide Area-Modus als auch im wieder eingeführten 3D Tracking. Sie erinnern sich vielleicht, dass das berühmte und beliebte 3D-Tracking in anderen Kameras der Z-Serie bisher fehlte. Die Nikon Z9 verfügt über vier Aufnahmemenü-Bänke. Diese ermöglichen es Ihnen, die Menüoptionen für Fotoaufnahmen und Videoaufnahme-Menüoptionen in einer der vier Aufnahmemenübänke (A, B, C und D) zu speichern und sofort abzurufen. Das kennen wir schon aus der D3.

Wie bei den anderen Vollformat-Kameras der Z-Serie von Nikon ist die Fünf-Achsen-Körperstabilisierung an Bord und und bietet eine Verwacklungsunterdrückung von bis zu sechs Stufen. Eine bemerkenswerte Neuerung ist der Auslöserschutz, der den Sensor schützt, wenn die Kamera ausgeschaltet ist. Dies ist vor allem für diejenigen von Vorteil, die in staubigen Umgebungen ihre Objektive wechseln müssen.

Insbesondere kleine und schnelle Motive wie Vögel lassen sich nun entspannt verfolgen, selbst Vögel im Flug sind kein Problem, egal ob Foto oder Video. Das bringt die Vogelfotografie auf ein ganz neues Level und senkt die Ausschuss-Quote auf fst Null.

Messfelder und Auslösemodi

Es gibt zehn AF-Messfeld-Modi:

  • Pinpoint AF,
  • Single-point AF,
  • Dynamic-area AF (S),
  • Dynamic-area AF (M),
  • Dynamic-area AF (L),
  • Wide-area AF (S),
  • Wide-area AF (L),
  • 3D-Tracking,
  • Subject-tracking AF
  • und Auto-area AF.

Die Nikon Z9 bietet zudem fünf Auslösemodi: Einzelbild, Serienaufnahme mit niedriger Geschwindigkeit (1-10 Bilder pro Sekunde), Serienaufnahme mit hoher Geschwindigkeit (10-20 Bilder pro Sekunde), Selbstauslöser und Schnellauslöser. Letzter ermöglicht die Auswahl von Hochgeschwindigkeits-Aufnahmemodi mit 30 oder 120 Bildern pro Sekunde. Bei der Verwendung der beiden letztgenannten Modi gelten die folgenden Einschränkungen:

Die Z9 hat keinen mechanischen Verschluss!

Technisch gesehen betritt die Nikon Z9 Neuland, denn sie ist die erste Kamera ihrer Art, die komplett ohne mechanischen Verschluss auskommt. Stattdessen setzt sie auf einen schnellen, verzerrungsarmen elektronischen Verschluss, der durch die Verwendung eines gestapelten CMOS-Sensors ermöglicht wird. Sowohl die Sony Alpha 1 als auch die Canon EOS R3 verwenden eine ähnliche Technologie. Aber nur Nikon war mutig genug, sie bis zur letzten Konsequenz zu nutzen.

Wird das Bild dadurch besser als bei einer D850? Nein, auf dem Foto sieht man es nicht, aber: Das scheint sich in einem entscheidenden Punkt auszuzahlen, denn der Verzicht auf diese teure Komponente trägt dazu bei, dass die Z9 deutlich preiswerter ist als ihre Konkurrenten. Und das dürfte gut für die Verkaufszahlen sein.

Die Nikon Z9 verwendet also einen elektronischen Verschluss, sodass keine mechanischen Abnutzungserscheinungen auftreten. Auf Wunsch kann ein simulierter Verschlusston und eine Auslösezeitanzeige eingestellt werden. Aber was ist mit den Rolling-Shutter-Verzerrungen, die bei elektronischen Verschlüssen auftreten? Die Nikon Z9 verfügt derzeit über die schnellste „Abtastgeschwindigkeit“ aller spiegellosen Kameras, was zu minimalen Rolling-Shutter-Verzerrungen führt. Außerdem beträgt die kürzeste Verschlusszeit 1/32.000 Sekunde und es gibt keine Verschlussvibrationen.

Weitere Features

Es wird nur das JPEG-Format unterstützt und die maximale Aufnahmezeit beträgt 4 Sekunden. Die Bildgröße ist voll, 45 MP bei 30 fps und 11 MP bei 120 fps. Die Z9 verfügt über einen sehr großen Puffer. Bei 20 Bildern pro Sekunde können Sie mit einer CFexpress Typ-B-Karte (ProGrade Digital COBALT 1700R 325GB) mehr als 1000 Bilder mit ca. 20 Bildern pro Sekunde in JPEG (L) Fine und High Efficiency Raw zu machen.

Ähnlich wie mehrere andere Nikons verfügt auch die Nikon Z9 ebenfalls über die ‚i-Taste‚. Mit dieser Taste kann man schnell zu den häufig verwendeten Einstellungen navigieren. Der Benutzer kann die häufig verwendeten Einstellungen im iMenü nach seinen Wünschen anpassen.

Das iMenü für Fotos und Videos ist unterschiedlich. Die Tasten auf der Kamerarückseite können beleuchtet werden, um eine bequeme Betrachtung im Dunkeln zu ermöglichen.

Das Vibrationsreduzierungssystem (VR) der Z9 synchronisiert den 5-Achsen-VR im Gehäuse mit dem 2-Achsen-VR des Objektivs (von Nikon als „Synchro-VR“ bezeichnet) und bietet so einen Vorteil von ca. 6 Blendenstufen Vorteil bei der Verschlusszeit (CIPA-Standards). Derzeit funktioniert der Synchro VR mit den Objektiven Nikkor Z 70-200 mm f/2.8 VR S, Nikkor Z MC 105 mm f/2.8 VR und Nikkor Z 100-400 mm f/4-5.6 VR S möglich. Beachten Sie auch, dass das Nikkor Z 70-200 mm f/2.8 VR S ein Firmware-Update benötigt, damit der Synchro-VR funktioniert.

Die Nikon Z9 ist auch die erste Kamera, die einen wirklich verdunkelungsfreien Sucher bietet, selbst bei Aufnahmen mit 120 Bildern pro Sekunde (bei einer Auflösung von 11 Megapixeln). Nikon behauptet, dass der EVF der Nikon Z9 der derzeit hellste der Welt ist. Der Benutzer kann einstellen, welche Einstellungen und Informationen im EVF angezeigt werden, und auch die Helligkeit des EVF kann angepasst werden – bis zu 3200 cd/m2.

Die Nikon Z9 verfügt über zwei Speicherkartensteckplätze. Sie können in beiden eine CFexpress Typ-B-Karte oder eine XQD-Karte verwenden. Sie können auch eine CFexpress-Typ-B-Karte in einem Steckplatz und eine XQD-Karte im anderen Steckplatz verwenden. Der primäre Kartensteckplatz ist Steckplatz Nr. 1 (markiert). Die Karte in Steckplatz 2 kann verwendet werden, um

  • den Überlauf von Karte 1 aufzuzeichnen,
  • als Backup
  • zur Aufzeichnung von Rohdaten auf der einen und JPEGs auf der einen und JPEGs auf der anderen oder
  • zur Aufzeichnung einer zweiten Kopie von JPEGs.

Es gibt mehrere benutzerdefinierte Einstellungen für die Nikon Z9. Es würde den Rahmen dieses Testberichts sprengen, alle benutzerdefinierten Einstellungen zu erwähnen, und der Benutzer wird gebeten, sie im Nikon Z9-Referenzhandbuch (im PDF-Format) nachzulesen, das von der Nikon-Website heruntergeladen werden kann.

Das 3,2-Zoll-Touchscreen-LCD auf der Rückseite der Kamera ist einzigartig. Er ermöglicht es, den Bildschirm sowohl horizontal als auch vertikal zu neigen. Beim Fotografieren im Hochformat dreht sich auch die Benutzeroberfläche vertikal – sowohl auf dem sowohl auf dem LCD als auch im EVF, wenn die Kamera im Fotomodus verwendet wird. Die Kamera kann durch Berühren des Displays fokussiert werden, und der Auslöser kann betätigt werden, wenn man den Finger vom Display nimmt. Die Z9 verfügt über ein Kensington-Sicherheitsschloss zum Schutz vor Diebstahl.

Nikon Z9
Nikon Z9

Video

Nikon behauptet, dass die Z9 ihre bisher beste Videokamera ist, und sie haben alle Register gezogen, um dies zu erreichen. In Bezug auf die technischen Daten ist sie ein Volltreffer, aber das ist nur der Anfang. Zwei Dateitypen werden unterstützt – MOV und MP4. Das MOV-Format bietet drei Optionen – ProRes 422 HQ 10-bit; H.265 10-bit; und H.265 8-bit. MP4 ist H.264 8-Bit.

Es gibt Unterstützung für 8K-Videos, aber der interessantere Punkt ist, dass es 8K bei 30p (Vollbild) für mehr als zwei Stunden ohne Erhitzungsprobleme aufnehmen kann! Und das bei interner Aufzeichnung auf CFexpress-Karten! H.265 (HEVC) wird sowohl im 10-Bit- als auch im 8-Bit-Format unterstützt und es gibt die übliche Unterstützung für N-Log. Die Kamera kann bei der automatischen Fokussierung 9 verschiedene Arten von Motiven erkennen, genau wie im Fotomodus, und die AF-Geschwindigkeit kann variiert werden, um den Fokuswechsel natürlicher zu gestalten.

Anschlussmöglichkeiten ohne Ende
Anschlussmöglichkeiten ohne Ende

Die Z9 unterstützt auch 4K-Vollbildaufnahmen mit 120p, um 4fache Zeitlupen aufzunehmen, und selbst diese können intern bis zu 125 Minuten lang aufgezeichnet werden! Optional kann der 2,3-fache Crop in 4K-Videos (auch bei 120p) aktiviert werden, was für Naturfilmer ein Segen ist, da sie dadurch mehr Reichweite erhalten. Auch hier wird H.265 sowohl in 10 als auch in 8-Bit und mit jeder verfügbaren Bildrate unterstützt. Die unterstützten PAL-Bildgrößen und -Raten sind: BK UHD bei 25p; 4K UHD bei l00p, 50p und 25p; 2K HD bei l00p, 50p und 25p.

Elektronischer VR wird zusätzlich zum Objektiv-VR und Synchro-VR unterstützt. Weitere interessante Funktionen sind: – Zoomen während der Videowiedergabe, Zebramusteranzeige und 24-Bit-Linear-PCM-Aufnahme, Unterstützung der Formate MOV und MP4, Apple ProRes 422 HQ (10 Bit).

Wenn Sie die Schärfentiefe (DOF) über den EVF oder das LCD-Panel auf der Rückseite der Kamera überprüfen, sehen Sie, wie sich die Tiefenschärfe verändert (vergrößert), wenn Sie die Blende von z. B. f/1,4 auf f/2 auf f/2,8 usw. erhöhen. Beachten Sie, dass die Z9 die Schärfentiefe nur bis f/5,6 anzeigen kann! Jenseits von f/5.6 müssen Sie die Vorschautaste drücken, um die Schärfentiefe zu sehen. Die Funktion der Vorschautaste kann einer anderen Fn-Taste zugewiesen werden. Sie könnten sie zum Beispiel der z. B. der Filmtaste zuweisen, da sich die Filmtaste in der Nähe des Auslösers befindet und somit ergonomisch leichter zu erreichen ist.

Aber halt, sagen Sie. Wenn Sie die Filmtaste die Arbeit der DOF-Taste übernehmen lassen, wie werden Sie sie für Filmaufnahmen verwenden? Die Antwort ist, dass die Filmtaste nur dann als Filmtaste fungiert, wenn Sie Filme aufnehmen (der Standbild/Film-Hebel sollte auf Film stehen).

Die Kamera wird von einem einzigen wiederaufladbaren Akku EN-EL18d betrieben, der für 740 „Standbilder“ oder bis zu 170 Minuten Videoaufzeichnung (CIPA-Standards, nur in der „Monitoransicht“) ausreicht. Beachten Sie, dass Sie auch die früheren EN-EL18-Akkus (EN-EL 18c und EN-EL 18b) verwenden können, die Anzahl der Aufnahmen pro Ladung ist dann aber möglicherweise geringer.

Anschlüsse und Stromversorgung

Nikon MH-33
Nikon MH-33

Wie es sich für eine professionelle Kamera gehört, sind umfangreiche Anschlussmöglichkeiten integriert. Es gibt einen RJ45-Ethernet-Anschluss und ein integriertes Hochgeschwindigkeits WiFi, das das Senden von Bildern an eine Nachrichtenredaktion per FTP unterstützt. Die Kamera ist auch vollständig kompatibel mit der Snapbridge-App für die Verbindung mit einem Smartphone, die sowohl die Fernsteuerung über WiFi als auch die Bildübertragung zur gemeinsamen Nutzung unterstützt.

Nikon hat denselben Akku des Typs EN-EL18 wie bei der D6 verwendet, wobei die „d“-Version das kamerainterne Aufladen über USB-C unterstützt. Der EN-EL18d ist für 740 Aufnahmen ausgelegt, kann aber im Serienbildmodus noch viel mehr aufnehmen.

Ergonomie

Wir haben die Nikon Z9 mit einem Nikkor Z 24-70 mm f/4 S und einem Nikkor Z 70-200 mm f/2.8 S Objektiv getestet. Obwohl das 70-200 mm etwas schwerer ist (im Vergleich zu Sonys neuestem 70-200 mm f/2.8 Objektiv), war die Balance großartig, was zum Teil auf den gut gestalteten integrierten vertikalen Handgriff am Kameragehäuse zurückzuführen ist. Die meisten wichtigen Bedienelemente wie die Einstellräder wurden dupliziert und sind bei Verwendung des vertikalen Griffs leicht zugänglich.

Leistung im Test

Wie bei der Sony A1 war auch die Gesamtleistung der Nikon Z9 erstaunlich gut. In der Tat haben beide Kameras – die Nikon Z9 und die Sony A1 – sehr ähnlich und manchmal war es schwer zu sagen, welche besser war. Der Autofokus war schnell und treffsicher. Die AF-Nachführung hat das Motiv die meiste Zeit über erfasst. Der automatische Weißabgleich funktionierte zu meiner Zufriedenheit, ebenso wie die Belichtungsmessungsmodi.

Schnelle Action-Aufnahmen machen Spaß, aber hier braucht der Benutzer etwas Selbstkontrolle. Stellen Sie sich vor, Sie fotografieren mit 30 oder sogar „nur“ 20 Bildern pro Sekunde. In nur vier Sekunden haben Sie 120 Bilder (oder 80 Bilder bei 20 fps). Zurück am Computer müssen Sie die Bilder aussortieren, d.h. entscheiden, welche Bilder Sie behalten und welche Sie löschen wollen. Oder sich einfach damit zufrieden geben, dass Ihre Festplatte voll ist! Dies ist definitiv eine mühsame Aufgabe.

Die Z9 hat eine maximale Bildgröße von 8256 x 5504 Pixel, das entspricht 70 x 47 cm bei 300 ppi. Die Kontrolle über das digitale Rauschen war sehr gut. Bei 16,7 % Bildschirmgröße waren alle ISO-Werte nutzbar (max. ISO 25.600 ohne Boost). Bei einer Bildschirmgröße von 50 % konnte ich bei ISO 1600 ein winziges digitales Rauschen erkennen, aber ich konnte bis ISO 12.800 ohne Probleme verwenden.

Verzögerung

Professionelle Fotografen benötigen eine Kamera, die sofort einsatzbereit ist, wenn sie gebraucht wird. Und genau das bietet die Nikon Z9. Sie startet sofort, wenn Sie den Netzschalter betätigen, und reagiert sofort auf die physischen Bedienelemente und den Touchscreen. Im Grunde ist die Nikon Z9 eine Kamera, die Ihnen aus dem Weg geht und es Ihnen ermöglicht, sich auf das Fotografieren zu konzentrieren.

Da sie keinen mechanischen Verschluss hat, kann sie auch völlig geräuschlos arbeiten. Dies ermöglicht Aufnahmen in Situationen, die früher nicht möglich gewesen wären, und im Gegensatz zu DSLRs können Sie den Sucher weiterhin verwenden. Wenn Sie möchten, kann die Kamera einen künstichen Verschlusston abspielen, um Ihnen während der Aufnahme ein Feedback zu geben. Entscheidend ist, dass ich bei den Beispielbildern, die ich aufgenommen habe, keine negativen Effekte feststellen konnte, die auf den rein elektronischen Verschluss zurückzuführen wären.

Bei den Serienaufnahmen erreichte die Nikon Z9 in meinem Test nicht ganz die von Nikon versprochenen 20 Bilder pro Sekunde bei 1.000 Aufnahmen. Aber was sie lieferte, war nicht weniger außergewöhnlich. Mit einer Lexar Professional 64GB CFexpress-Karte mit einer Schreibgeschwindigkeit von 1.000 MB/s hielt sie 20 Bilder pro Sekunde für 6 Sekunden lang in voller Auflösung im Rohformat, bevor sie sich leicht verlangsamte auf 16,5 fps. Aber dann ging es weiter, bis die Karte voll war. Nikons neues, hocheffizientes Rohdatenformat ist hier der Schlüssel, da es die Dateigröße unter 25 MB hält, ohne dass die Bildqualität darunter leidet.

Dies wiederum führt zu einer längeren Akkulaufzeit. In der Z 9 ist der EN-EL1BD für 720 Aufnahmen pro Akkuladung ausgelegt, was im Vergleich zur D6 einen erheblichen Rückschritt bedeutet. Dies spiegelt jedoch wider, dass der CIPA-Test Einzelaufnahmen in bestimmten Intervallen umfasst. Mit vielen Hochgeschwindigkeits-Serienaufnahmen sind es Tausende von Aufnahmen pro Ladung.

Bildqualität

Bei der Belichtungsmessung schneidet die Nikon Z9 im Test sehr gut ab. Es gelingt ihr sehr gut, die Lichter nicht unwiederbringlich zu beschneiden, ohne dabei zu sehr in Richtung Unterbelichtung zu tendieren. Der aktualisierte automatische Weißabgleich auf KI-Basis ist ebenfalls lobenswert. Ich habe hauptsächlich den Modus „Natürliches Licht“ verwendet und fand, dass er fast immer einwandfreie Farben liefert.

Daher kann man sich in der Regel darauf verlassen, dass die Nikon Z9 hervorragende JPEG-Dateien liefert. Das ist besonders wichtig für Profis, die fertige Dateien direkt an ihre Redaktion schicken müssen. Die Rauschunterdrückung bei hohen ISO-Werten funktioniert besonders gut und liefert sauberere Bilder und kräftigere Farben als die Rohdatenverarbeitung von Adobe.

Nikons körpereigenes Stabilisierungssystem leistet gute Arbeit bei der Korrektur von Verwacklungsunschärfen bei Aufnahmen aus der Hand. Mit dem Z 24-70mm f/2.8S in der größten Einstellung konnte ich oft akzeptable Aufnahmen bei Verschlusszeiten von bis zu 1 Sekunde machen.

Auch die Rohbildqualität ist wirklich hervorragend. Bei niedrigen ISO-Werten erhalten Sie einen beeindruckenden Detailreichtum und einen enormen Dynamikumfang, der es Ihnen ermöglicht, dunkle Schatten so weit herauszuarbeiten, wie es Ihnen die Software erlaubt. Natürlich leidet die Detailtreue bei hohen ISO-Werten, aber ich war mit der Top-Einstellung von ISO 25.600 sehr zufrieden.

Preis/Leistung

Das Gehäuse der Nikon Z9 ist erhältlich zu einem UVP Preis von 6000 EUR. Wenn Sie ein professioneller Fotograf sind oder einen tiefen Geldbeutel haben und das Beste wollen, was man für Geld kaufen kann, ist das Gehäuse nicht teuer. Wenn Sie nur wenig Geld haben, ist das Gehäuse teuer. Teuer“ und „nicht teuer“ sind zwei Seiten derselben Medaille.

Fazit

Die Z9 ist die allerbeste Kamera von Nikon, die ich je benutzt habe. Ich würde sie als beste Foto- sowie als beste Videokamera bezeichnen. Sie hat in den meisten Situationen, in denen ich sie im Test eingesetzt habe, einwandfrei funktioniert; und wenn sie das nicht tat, würde ich das teilweise oder ganz als Benutzerfehler betrachten.

Mit ihrem 45,7-MP-Sensor kann die Nikon Z9 eine beeindruckende Menge an Details aufnehmen. Bei ISO 64 gibt es kein sichtbares Rauschen, was für eine außergewöhnliche Bildqualität sorgt. Bei ISO 1600 wird Luminanzrauschen sichtbar, aber man muss sich die Dateien bei 100 % auf dem Bildschirm ansehen, um es zu erkennen. Feine Details beginnen bei ISO 6400 zu verschwimmen, aber erst wenn man die Empfindlichkeit auf ISO 25.600 erhöht, hat das Rauschen wirklich einen Einfluss. An diesem Punkt gelingt es den JPEGs von Nikon besser, das Rauschen zu unterdrücken und die Farben zu erhalten als die Rohdatenverarbeitung von Adobe.

Wenige Kameras haben so viel Aufsehen erregt wie die Nikon Z9. Sie ist wohl das erste spiegellose Modell, das sich als vollständiger Ersatz für eine professionelle DSLR anbietet. Man könnte argumentieren, dass die Z9 eigentlich nicht viel bietet, was die Sony Alpha 1 nicht schon bietet, aber der große Unterschied liegt in der klobigen, robusten Bauweise, dem integrierten vertikalen Griff für Aufnahmen mit großen Objektiven und dem vertrauten Design und Handling für langjährige Nikon-Nutzer. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass sie über den FTZ2-Adapter auch mit deren F-Mount-DSLR-Objektiven funktioniert.

In der Praxis hält die Z 9 hervorragend, was sie verspricht: Sie vereint hohe Auflösung, atemberaubende Geschwindigkeit und professionelle Handhabung in einem Gehäuse, das so solide gebaut ist, dass es sich anfühlt, als könnte es eine Kugel abfangen. Und sie ist mit einem der beeindruckendsten AF-Systeme ausgestattet, die wir je gesehen haben.

Was an der Z 9 am meisten beeindruckt, ist die Tatsache, dass man sich darauf verlassen kann, dass sie das wichtigste Motiv im Bild erkennt und fokussiert, während man sich mit der Bildkomposition und der Aufnahme beschäftigt.

Die Nikon Z9 ist jedoch ein großes, schweres und teures Ungetüm. Das macht sie zu einem Spezialwerkzeug für anspruchsvolle Aufgaben und nicht zu einer Kamera, die man aus Spaß am Fotografieren mit sich herumschleppt. Ich denke auch, dass Nikon die Funktionsweise der verschiedenen benutzerdefinierten Einstellungsoptionen durch ein Firmware-Update deutlich verbessern könnte. Aber das ist nur ein kleiner Kritikpunkt an der vielleicht beeindruckendsten und leistungsfähigsten Kamera, die man derzeit kaufen kann.

Die Erfolgsquote der Nikon Z9 hängt auch (bis zu einem gewissen Grad) von der Brennweite und der Lichtstärke des verwendeten Objektivs ab. Ein „längeres“ Objektiv hat ein engeres Sichtfeld und der AF-Punkt kann das Motiv besser erfassen als z. B. bei einem weitwinkligen Objektiv. Regelmäßiges Üben des Autofokus mit auf sich unregelmäßig bewegenden Motive ist also wahrscheinlich der Schlüssel zum Erfolg. Wenn Ihre Trefferquote niedrig ist, müssen Sie wahrscheinlich noch mehr üben!

Die Kamera ist etwas schwerer und größer als andere spiegellose Modelle von Nikon. Aber wenn Sie die Nikon Z9 vergleichen mit der D6 (Nikons beste Profi-D-SLR), ist das Gehäuse der Nikon Z9 noch 20 Prozent kleiner und etwa 110 g leichter als das der D6. Die Z9 ist eine Kamera für die anspruchsvollsten Benutzer – professionelle Benutzer sowie „fortgeschrittene“ Anwender, die sich nicht mit weniger als dem Besten zufrieden geben wollen.

Ist die Nikon Z9 perfekt? Vermutlich nicht, denn mit der Verbesserung der Technologie werden zukünftige Modelle wahrscheinlich noch besser sein. Trotzdem ist es unserer Meinung nach ein echter Kauftipp!

Vorteile

  • Erstaunliche Leistung, dank
  • EXPEED 7 und BSI-Stapelsensor
  • Hervorragende Autofokus-Fähigkeit
  • Gebaut wie ein Kampfpanzer
  • Kein mechanischer Verschluss
  • Sehr guter VR
  • Einzigartiger LCD-Touchscreen
  • Sensor-Schutzschild
  • Sehr großer ‚Puffer‘
  • Extrem schnelles Schreiben auf die Speicherkarte (mit CFexpress Typ-B Karten)
  • Hocheffiziente Raw-Dateien sparen Platz auf der Speicherkarte
  • Vergleichsweise lange Akkulaufzeit
  • 125-minütige Videoaufzeichnung
  • Kensington-Sicherheitsschlitz

Nachteile

  • Für Spitzenleistungen sind CFexpress Typ-B-Karten erforderlich, die sehr teuer sind.
    Bitte beachten Sie, dass nicht alle CFexpress-Karten die gleiche Aufnahmegeschwindigkeit haben.

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